Dates of Life
1858 bis 1934
Place of birth
Mainz
Place of death
Heidelberg
Occupation
Elektrotechniker
Religious Denomination
-
Authority Data
GND: 117676527 | OGND | VIAF: 57398492
Alternate Names
  • Strecker, Georg Christian Bernhard Carl
  • Strecker, Carl
  • Strecker, Georg Christian Bernhard Carl
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Citation

Strecker, Carl, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117676527.html [21.01.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Wilhelm Christian (1828–90, aus M., Kaufm., Fabr. v. Schreibmaterialien in M.;
    M Ida Katharina Wilhelmine Scholz (1839–1921;
    1885 Luise Sandberger; 1 T.

  • Life

    S. besuchte ein Gymnasium in Mainz und studierte seit 1877 Naturwissenschaften und Philosophie in Tübingen, Heidelberg und Straßburg, wo er 1881 bei August Kundt (1839–94) zum Dr. phil. promoviert wurde (Über d. specifische Wärme d. Chlor-, d. Brom- u. d. Jodgases). Nach Assistententätigkeit bei August Kundt in Straßburg und Friedrich Kohlrausch (1840–1910) in Würzburg baute S. seit 1884 bei der im Vorjahr gegründeten „Dt. Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität“ in Berlin (seit 1887 AEG) das Physikalische Laboratorium auf, das sich Fragen der elektrischen Beleuchtung widmete. 1886 habilitierte sich S. für das Fach Elektromechanik an der TH Charlottenburg, wo er seit 1892 als Privatdozent über Elektrotelegraphie las. Seit 1899 vertrat er das Fach als Tit.-Professor, 1919–34 als Honorarprofessor.

    1887 wurde S. Mitarbeiter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, deren Kuratorium er 1897–1934 angehörte. 1888 wechselte er zum Reichspostamt und gründete das „Telegrapheningenieur-Bureau“, das er zusammen mit Carl Grawinkel (1845–94) auch leitete. Die 1899 in „Telegraphen-Versuchsamt“ umbenannte Behörde war zuständig für die Prüfung von bestehenden Einrichtungen und neuen Erfindungen auf dem Gebiet des Telegraphen- und Fernsprechwesens und für die Ausbildung der höheren technischen Beamten (1900 Geh. Postrat, 1904 Vortragender Rat, 1908 Geh. Oberpostrat). Seit 1920 bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand 1923 leitete S. als Präsident das „Telegraphentechnische Reichsamt“ mit 1200 Mitarbeitern. Nach seiner Pensionierung lebte er in Heidelberg und lehrte dort als Honorarprofessor.

    1906 erfolgte die Gründung des Ausschusses für Einheiten und Formelgrößen (AEF) mit S. als Vorsitzendem (1930 Ehrenvors.). In dieser Funktion wirkte er auf nationaler und auf internationaler Ebene (im Dt. Komitee d. Internat. Elektrotechn. Kommission) entscheidend bei der Klärung und Festlegung elektrotechnischer Begriffe mit. Im Verband Dt. Elektrotechniker (VDE) regte er die Einrichtung der Ausschüsse für Blitzableiterbau und die Erforschung elektrischer Unfälle an. Maßgeblich war S. auch an der Gründung des „Reichsbundes dt. Technik“ 1918 beteiligt, dessen Vorsitz er 1922–26 innehatte. Das zusammen mit Grawinkel herausgegebene „Hilfsbuch der Elektrotechnik“ (1888, 101928) und seine „Telegraphentechnik“ (1889, 61917) wurden Standardwerke. Durch seine Lehrtätigkeit und seine leitende Funktion bei der Reichspost sowie durch die Herausgabe von Zeitschriften und Büchern prägte S. die Entwicklung der Telegraphen- und Fernsprechtechnik seiner Zeit.

  • Awards

    A Siemens-Stephan-Gedenkplatte d. Elektrotechn. Ver. (1921);
    Dr.-Ing. E. h. (Dresden 1922);
    Mitgl. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. (1924);
    Ehrenmitgl. d. Reichsbundes Dt. Technik (1926), d. Elektrotechn. Ver. (1928), d. VDE (1928) u. d. Heinrich-Hertz-Ges.;
    Slaby-Plakette d. Dt. Funktechn. Verbandes (1930).

  • Works

    W Hg: Fortschritte d. Elektrotechnik, 1887–1912, seit 1912 Jb. d. Elektrotechnik;
    Verhh. d. Ausschusses f. Einheiten u. Formelgrößen, 1907–14.

  • Literature

    K. W. W(agner), in: Elektr. Nachrr.-Technik 5, 1928, S. 105–07 (P);
    P. Gehne, in: Funkbastler 1933, H. 14, S. 216 (P);
    Elektrotechn. Zs. 55, 1934, S. 949 (P);
    Pogg. III–VIIa (W);
    Lex. Elektrotechniker;
    Drüll, Heidelberger Gelehrtenlex. I.

  • Author

    Helmut Lindner
  • Citation

    Lindner, Helmut, "Strecker, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 525 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117676527.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA