Lebensdaten
1874 bis 1948
Geburtsort
Posen
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Psychologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118724681 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krueger, Felix
  • Krüger, Felix

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Zitierweise

Krueger, Felix, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118724681.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August, Fabr., aus Fam. v. Bauern, Müllern u. Förstern;
    M Clara Engel, aus Kaufm.fam.;
    1924 Margarete Jürgens (* 1894); 1 Adoptiv-S.

  • Leben

    K. studierte in Straßburg bei W. Windelband und Th. Ziegler, in Berlin bei F. Paulsen und W. Dilthey und in München bei Th. Lipps und H. Cornelius, wo er 1897 mit der Arbeit „Der Begriff des absolut Wertvollen als Grundbegriff der Moralphilosophie“ (1898) promoviert wurde. Im selben Jahr trat er in Wundts Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig ein, arbeitete 1899-1903 in Kiel am Physiologischen Institut bei V. Hensen. 1903 habilitierte er sich in Leipzig mit der Schrift „Das Bewußtsein der Konsonanz“, 1906-08 war er Professor in Buenos Aires, 1909 in Leipzig, 1910-17 in Halle, 1917-38 o. Professor für Philosophie und Psychologie in Leipzig.

    Über ein Jahrzehnt betrieb K. akustische Studien, aus denen er seine „Differenztheorie der Konsonanz“ entwickelte. Er wurde einer der gründlichsten Erforscher der Gefühlsempfindungen und entwickelte hierzu eine bis heute gültige Theorie, die er, einen Ansatz von Cornelius weiterverfolgend, als die Komplexqualität des jeweiligen Erlebnisinsgesamts ausweist. Seine Gefühlslehre eröffnete das Verständnis für genetisch frühe Stufen der Entwicklung, für die in experimentellen Untersuchungen gezeigt werden konnte, daß sie durch eine hohe Ganzheitlichkeit des funktionalen Gefüges sowie des Erlebens und Verhaltens charakterisiert sind. Über die Lehre vom Gemüt einerseits und von der Entwicklung andererseits gelangte er zu einer Lehre von der Seele. Er verwendete den von Dilthey in die Psychologie eingeführten Begriff „Struktur“ zur Bezeichnung eines überdauernd angelegten seelischen Seins, das nicht bloß hypothetisch postuliert wird, sondern als eine vielfältig erfahrbare (insbesondere in den „Tiefengefühlen“) Tatsache der psychologischen Theorie zugrunde gelegt wird. Damit entwickelte er den von Lipps gebildeten Begriff des „realen Ichs“ weiter und fundierte ihn empirisch. Auf diese Weise stellte er die abgerissene Verbindung der empirischen Psychologie zur Philosophie wieder her, indem seine Strukturtheorie eine Art „induktiver Ontologie“ (A. Wellek) darstellt. Er versammelte in seinem „Leipziger psychologischen Arbeitskreis“ während vieler Jahre bedeutende Psychologen (F. Sander, H. Volkelt, J. Rudert, O. Klemm, A. Wellek). Seine Ideen wirkten sich ungemein fruchtbar aus in der Entwicklungspsychologie (einschließlich der Tier- und der Völkerpsychologie), in Typologie und Begabungsforschung, in Charakterkunde und Diagnostik, in der Angewandten Psychologie und sogar auf den Gebieten der Maßmethodik und der psychologischen Statistik.

    Zahreiche gegenwärtige Inhaber psychologischer Lehrstühle in Deutschland entstammen direkt oder indirekt seiner Schule. Seine Wirkung im Ausland ist demgegenüber vergleichsweise gering geblieben, was seinen Grund einerseits darin hat, daß seine Schriften literarisch weit verstreut waren, und andererseits darin, daß seine Sprache, eigenwillig und altertümelnd, Übersetzungsversuchen erhebliche Schwierigkeiten bereitet.

  • Werke

    Weitere W Zur Philos. u. Psychol. d. Ganzheit, hrsg. v. E. Heuß, 1953 (Sammelbd. mit d. Hauptschrr., P); W-Verz. (bis 1934)
    in: Neun Psycholog. Stud. 12, 1934, H. 3 (P).

  • Literatur

    E. Heuß, s. W;
    A. Wellek, Die Wiederherstellung d. Seelenwiss. im Lebenswerk F. K.s, 1950;
    ders., Die genet. Gunzheitspsychol., in: Neue Psycholog. Stud. 15, 1954, H. 3 (P).

  • Autor/in

    Udo Undeutsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Undeutsch, Udo, "Krueger, Felix" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 99 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118724681.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA