Lebensdaten
1500 bis 1582
Geburtsort
Dippoldiswalde bei Meißen
Beruf/Funktion
Mainzer Buchdrucker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119522098 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Böhem, Franz
  • Bohemius, Franz
  • Behem, Franz
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Zitierweise

Behem, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119522098.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    1) 1535 Elisabeth Schlosser ( 1552), N des Humanisten Johann Cochläus ( 1552), 3) Agnes Artopeia, verwitwete Goddelmann, 4) Gertraud Feyle, geborene Becher;
    9 K namentlich bekannt, u. a. aus 1) Kaspar ( 3.2.1592, 2) Witwe des Mainzer Goldschmieds und Münzwardeins Heinrich Brehm), übernahm 1563 oder 1565 die Offizin, von ihm ebenfalls zahlreiche amtliche u. a. Drucksachen bekannt;
    E (T von Kaspar) Maria ( Heinrich Brehm [ihren Stief-B], 1598, der 1593 das Geschäft auf eigene Rechnung übernahm).

  • Leben

    B. siedelte 1539/40 nach Mainz über und errichtete mit Unterstützung seines Oheims Cochläus im St. Viktorstift, zwischen Mainz und Weisenau gelegen, eine Druckerei. Korrektor war wohl Johann Arnold aus Marktbergel, auch Cochläus, solange er in Mainz weilte. Da 1552 das Viktorstift durch die Söldnerscharen Albrecht Alkibiades' von Brandenburg-Kulmbach zum größten Teil eingeäschert wurde, verlor er seine Druckerei und zog nach Mainz hinein. Hier treffen wir ihn seit 1556 als Besitzer der Druckerei „Zum Maulbaum“. Nach dem Tode Ivo Schöffers (1555) erhielt er ein kaiserliches Privileg für Reichsdrucksachen und begründete zusammen mit den Mainzer Bürgern Theobald Spengel und Niklaus Geyer, dem sich auch später der Kölner Birckmann zugesellte, eine Verlagsgesellschaft. 1565 siedelte B. in den Kronberger Hof über und wurde Hausmeister bei Hartmut von Kronberg. Nach einem Testament vom 25.2.1573 hatte er mit Arnold Birckmann Erben in Köln und seinem Sohn Kaspar erneut eine kleine Gesellschaft zu seinem und seiner Frau Unterhalt ins Leben gerufen; seinen Anteil daran vermachte er seinen vier Söhnen. Daneben hat er auch zahlreiche Drucke für Peter und Johann Quentel, Johann Quentel Erben und Gerwin Calenius, auch ein Missale für Gnesen (1555) für den Posener Buchführer Johann Patruus herausgebracht. Weit über 100 Drucke verließen seine Pressen, u. a. Schriften von Georg Witzel, Johann Wild (Ferus), Michael Helding (Sidonius, Bischof zu Merseburg), Johannes Cochläus, Konrad Braun (Brun), Martin Cromer, Philipp Acker und Niklas Cisner neben vielen Reichsdrucksachen und Drucken für den kurfürstlichen Hof.

  • Literatur

    ADB II;
    S. Widmann, Eine Mainzer Presse d. Ref.zeit im Dienste d. kath. Lit., F. B., 1889;
    N. Paulus, Zur Biogr. d. Mainzer Buchdruckers F. B., in: Der Katholik 75, 1895, S. 286 ff.;
    M. Spahn, J. Cochläus u. d. Anfänge d. kath. Verlagsbuchdruckerei in Dtld., ebenda, 78, 1898, S. 453 ff.;
    F. W. E. Roth, Th. Spengel, Humanist u. Verleger zu Mainz 1534–69, in: Zbl. f. Bibl.wesen 26, 1909, S. 445 ff.;
    A. Tronnier, Zur Lebensgesch. d. Mainzer Buchdruckers F. B., in: Gutenberg-Jb., 1938, S. 168 ff.;
    Des Joh. Arnold aus Marktbergel Encomion chalcographiae, Mainz 1540, hrsg. v. O. Clemen, 1940;
    J. Benzing u. H. Presser, 500 J. Mainzer Buchdruck, 1952, S. 50 ff.;
    Benzing, Buchdrucker (beide auch f. S Kaspar B. u. Heinr. Brehm d. J.).

  • Autor/in

    Josef Benzing
  • Empfohlene Zitierweise

    Benzing, Josef, "Behem, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 7 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119522098.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Behem: Franz B., gebürtig aus Meißen (in Böhmen, daher er sich Behem, Boheim, Bohemius, hochdeutsch Böhme nannte), errichtete 1539 in Mainz (der Zeit nach die achte) Buchdruckerei, aus der eine Menge schöner Drucke hervorgegangen sind. Er nennt sich in den Endschriften der von ihm in lateinischer Sprache gedruckten Bücher: Moguntiae apud Divum Victorem; in seinen deutschen Büchern sagt er „bei Maintz zu Sanct Victor"; seine Druckerei lag nämlich vor der Stadt zwischen den Häusern des Victorstifts. Im Jahre 1552 kaufte er sich in der Stadt selbst an und verband sich im Jahre 1554 mit dem Drucker Theobald Spengel wie aus den beiden Druckprivilegien, die er vom Kaiser Ferdinand 1555 und 1559 zum Druck des „Reichsabschieds“ dieser beiden Jahre erhielt, hervorgeht. In seiner Druckerei war Arnold von Bergel, der Verfasser des Lobgedichtes auf Gutenberg und seine Erfindung, als Corrector angestellt. Als Franz B. um 1568 vom Kurfürsten zum Kaufhausmeister ernannt wurde, scheint er die Druckerei seinem Sohne Kaspar B. überlassen zu haben, dessen Name zuerst 1580 auf dem Buche „Historien des durchlauchtigsten|Haus Est“ erscheint, und der bis etwa 1586 in rühmlichster Weise als Drucker thätig war, zu welcher Zeit das Geschäft in andere Hände überging.

    • Literatur

      Metz, Geschichte des Buchhandels S. 242.

  • Autor/in

    Mhlbr.
  • Empfohlene Zitierweise

    Mhlbr., "Behem, Franz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 281-282 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119522098.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA