Lebensdaten
um 1491 bis 1563
Geburtsort
Kirchheim/Neckar
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Jurist ; Publizist ; Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119017318 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brunus, Konrad
  • Braun, Konrad
  • Brunus, Konrad
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Zitierweise

Braun, Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119017318.html [25.02.2020].

CC0

  • Leben

    B. immatrikulierte sich 1510 in Tübingen, wurde dort Dr. jur. utr., 1521 Professor der Rechte, im Wintersemester 1523/24 Rektor. Am 27.5.1526 zum Rat des Bischofs von Würzburg ernannt, nahm er an den Reichstagen zu Speyer 1529, Augsburg 1530 und Regensburg 1532 teil. Anfangs 1533 ging er als Assessor des fränkischen Kreises ans Reichskammergericht nach Speyer. Am 17.5.1535 wurde er zum Kanzler des Bischofs von Würzburg ernannt, kehrte aber im Herbst 1536 ans Reichskammergericht zurück und wurde dort am 6.3.1540 Direktor der Kanzlei. Im Frühjahr 1542 trat er in die Dienste des Herzogs Ludwig von Bayern, zunächst als Kanzler in Straubing, seit 1545 in Landshut. Von Mainz, Würzburg und Herzog Ludwig bevollmächtigt, reiste er im Juni 1543 nach Trient; das geplante Konzil kam aber damals nicht zustande. 1551 von Kardinal Otto Truchseß von Waldburg, Bischof von Augsburg, als Kanzler nach Dillingen berufen, bestärkte und verteidigte er auf den Reichstagen zu Augsburg 1555 und 1559 und zu Regensburg 1556 dessen unnachgiebige Haltung. Wann er Kleriker wurde, ist unsicher. Im Frühjahr 1563 wurde er von Ferdinand I. zu der in Innsbruck tagenden Theologenkommission beigezogen, in der er mit Canisius den kurialen Standpunkt vertrat. Auf der Rückreise nach Freising, wo er seit 1560 lebte, ereilte ihn der Tod. - In zahlreichen gedruckten und ungedruckten Abhandlungen trat B. als Vorkämpfer der katholischen Sache auf; als erster unternahm er die Widerlegung der Magdeburger Centurien. Sein Hauptziel war die Wiederherstellung der Glaubenseinheit durch Rückführung der Neugläubigen in eine von innen heraus erneuerte Kirche.

  • Literatur

    ADB III (W, L);
    F. A. Veith, Bibl. Augustana IV, Augsburg 1785, S. 176-97;
    N. Paulus, in: HJb. 14, 1893, S. 517-48;
    Concilium Tridentinum XIII/1, 1938, S. 391-424;
    F. Siebert, Zw. Kaiser u. Reich, 1943 (s. Register);
    K. Schottenloher, Die Widmungsvorrede im Buch d. 16. Jh., in: Ref. gesch. Stud. 76/77, 1953, S. 52, 101;
    LThK.

  • Autor/in

    Theobald Freudenberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Freudenberger, Theobald, "Braun, Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 556 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119017318.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Braun: Konrad B. (Brunus), Rechtsgelehrter, geb. gegen 1491 zu Kirchheim am Neckar, im Juni 1563 zu München auf der Heimreise von Innsbruck nach Augsburg. Nachdem er in Tübingen Philosophie, Theologie und die Rechte studirt hatte, auch Doctor iur. utr. geworden war, trat er in verschiedene Dienste. Zunächst hielt er sich sieben Jahre an dem bischöflich würzburgischen Hofe auf, stand dann neun Jahre in bairischen Diensten, theils zu Straubing, theils zu Landshut, wurde Assessor des Reichskammergerichts zu Speier, vertrat den Erzbischof von Mainz auf dem Tridentiner Concil, wurde endlich von dem Bischof von Augsburg nach Dillingen zu dessen Rath und Kanzler berufen, war Canonicus in Augsburg und Regensburg, und lebte zuletzt in Augsburg. Im Auftrage Kaiser Karls V. redigirte er mit Dr. Konrad Visch die dritte Kammergerichtsordnung von 1548, auch wohnte er den Reichstagen zu Augsburg, Speier, Worms und Regensburg bei. Seine Schriften sind vorwiegend theologischen Inhalts. Bei seinen Lebzeiten erschienen: „Opera tria nunc primum aedita". „De legationibus libri quinque". „De caeremoniis libri sex". „De imaginibus liber unus", 1548. „Libri sex de haereticis (et schismaticis) in genere", 1549. „De calumniis libri tres“, 1549. „De seditiosis libri sex, 1549, cum Jo. Cochlaei appendice triplici“, 1550; und nach seinem Tode: „Adversus novam historicam ecclesiasticam, quam Matthias Illyricus et eius collegae Magdeburgici nuper ediderunt, admonitio catholica“, 1565; „De universali concilio libri novem“, 1584. In einer Münchener Handschrift findet sich: „Conradi Braun tractatus de quinquennali visitatione monasteriorum dioecesis Herbipolitanae“. Mehrere andere Werke macht B. selbst in der Widmungsepistel zu seinen Jmagines namhaft. — De vita et scriptis D. Conradi Bruni Jurisconsulti (vor seiner Admonitio catholica). Hendreich, Pandectae Brandenburgicae p. 757, 763.

  • Autor/in

    Steffenhagen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steffenhagen, "Braun, Konrad" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 271 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119017318.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA