Lebensdaten
1868 bis 1953
Geburtsort
Alzey
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Publizist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118669486 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Einhart (Pseudonym)
  • Frymann, Daniel (Pseudonym)
  • Claß, Heinrich
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Zitierweise

Claß, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118669486.html [26.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Aug. (1834–93), Notar, S des Peter, Gerichtsvollzieher u. Weinhändler, u. der Karol. Wagner;
    M Anna (1839–1911), T des Ministerialrats Heinr. Fischer u. der Henriette Gebhard;
    Mainz 1896 Mathilde (1878–1927), T des Oberlehrers Dr. phil. Joh. Manefeld u. der Elis. Stein;
    S Wilh. (1901–1947), Verlagskaufmann, 1 T.

  • Leben

    Nach Besuch des Gymnasiums in Mainz, juristischem Studium in Berlin, Freiburg und Gießen sowie der Referendarausbildung in Mainz ließ C. sich 1895 in Mainz als Rechtsanwalt nieder. Durch Familientradition und die Vorlesungen Treitschkes wurde er in die Politik („national schlechthin“) im verbreiteten Geiste nationaler Bismarck-Verehrung und Ablehnung des „Neuen Kurses“ gewiesen. Nachdem er mit F. Lange einige Jahre führend im völkisch-antisemitischen „Deutschbund“ gewirkt hatte, begann er 1897 in Rheinhessen mit einer erfolgreichen Agitation für den Alldeutschen Verband. Unter C. zunehmendem Einfluß huldigten die Alldeutschen nach 1900 allmählich einem vulgären Biologismus und Antisemitismus und wirkten damit wesentlich auf die Ideologie des Nationalsozialismus ein. Seit 1904 Stellvertreter Ernst Hasses, wurde C. nach dessen Tode 1908 Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes (bis 1939), der durch C. Angriffe gegen den Reichskanzler und das Auswärtige Amt sowie durch außenpolitische Propaganda (zum Beispiel Flugschrift „Westmarokko deutsch“) in Konflikte mit der Regierung des Reiches geriet. C. verbreitete die Überzeugung vom Kommen des Krieges, der Erbfeindschaft Frankreichs und der englischen Perfidie. Er regte die Gründung des „Wehrvereins“ an. Nach Kriegsausbruch trat er in der Kriegszielbewegung mit einer alsbald beschlagnahmten, aber doch verbreiteten Denkschrift hervor, in der weitreichende Annexionen im Westen und Osten sowie Aus- und Umsiedlungen („nationale Flurbereinigung“) gefordert wurden. C. beteiligte sich an der Gründung des „Unabhängigen Ausschusses für einen deutschen Frieden“ und der „Vaterlandspartei“ 1917. - In der Weimarer Republik vertrat er als Redakteur der „Deutschen Zeitung“ stets eine antidemokratische „nationale Opposition“, wobei er meist hinter den Kulissen im Spiele war, so beim Kapp-Putsch, beim Putsch vom 8./9.11.1923, bei Diktaturplänen 1926, dem Volksbegehren gegen den Young-Plan 1929, der „Harzburger Front“ und der Unterhöhlung der Stellung Brünings beim Reichspräsidenten seit dem Herbst 1931. Mit Hitler war C. 1920-23 eng verbunden. Sein vor und nach dem Kriege zeitweise bedeutender Einfluß sank seit Beginn der 30er Jahre schnell ab.

  • Werke

    Die Bilanz d. Neuen Kurses, 1903;
    Einhart (Ps.), Dt. Gesch., 1909, 191941;
    Dan. Frymann (Ps.). Wenn ich der Kaiser war, 1912 (7 Aufl.);
    Wider d. Strom, Vom Werden u. Wachsen d. nat. Opposition im alten Reich, 1932.

  • Literatur

    M. S. Wertheimer, The Pan-German League 1890-1914, New York 1924;
    L. Werner, Der Alldt. Verband 1890-1918, 1935;
    A. Kruck, Gesch. d. Alldt. Verbandes 1890-1939, 1954.

  • Portraits

    J. F. Lehmann, 40 J. Dienst am Deutschtum, 1930.

  • Autor/in

    Werner Conze
  • Empfohlene Zitierweise

    Conze, Werner, "Claß, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 263 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118669486.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA