Lebensdaten
1867 – 1949
Geburtsort
Pirna (Sachsen)
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Buchhändler ; Verleger
Konfession
lutherisch
Namensvarianten
  • Weicher, Carl Friedrich Theodor
  • Weicher, Theodor
  • Weicher, Carl Friedrich Theodor
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Zitierweise

Weicher, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz139656.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Rudolf Wilhelm (1834–96), Oberstaatsanwalt am Landger. in Bautzen, Oberjustizrat, zuletzt in Dresden, sächs. Verdienstorden 1886 (s. Dresdener Gesch.bll. 2, 1897, S. 23), S d. Friedrich Wilhelm, Privatmann in Borna b. L., u. d. Wilhelmine Schmidt;
    M Wilhelmine Jenny (1843–1907), T d. Carl Ludwig Fuhrmann, um 1860–67 Bez.steuerinsp., u. d. Wilhelmine Sophie Henriette Auguste Hoyer;
    Leipzig-Gohlis 1896 Clara (1872–1948), T d. Robert Weickert, Dr. med., prakt. Arzt in L., Arzt im Bergstift in Freiberg (Sachsen), 1875 Berg-| u. Hüttenarzt, HR, u. d. Margarethe Sebert;
    2 T Luisa Gertraude Jenny (* 1889), Clara Margaritta Theodora (* 1897).

  • Biographie

    Über W.s Schul- und Berufsausbildung sowie sein Privatleben ist wenig bekannt. Seit 1893 besaß er ein sächs. Offizierspatent, die Einberufung zum Heer im Laufe des 1. Weltkriegs blieb aber aus. 1896 erwarb er das Leipziger Bürgerrecht.

    Erste verlegerische Erfahrungen sammelte W. 1893–97 als Mitinhaber des Leipziger Verlags „F. A. Berger“. 1897 erwarb er den Verlagsteil der um 1760 in Göttingen gegründeten Dieterich’schen Verlagsbuchhandlung. Diese hatte zuvor mehrmals den Besitzer gewechselt, bis der Verlag 1897 von W. nach Leipzig verlegt und dort unter dem Namen „Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung Theodor Weicher“ weitergeführt wurde. Neben dem bestehenden Schwerpunkt auf rechts- und staatswissenschaftlichen Veröffentlichungen, geschichtlichen Werken sowie Unterhaltungs- und Romanliteratur erweiterte der dem Alldt. Verband nahestehende W. sein Sortiment, indem er um die Jahrhundertwende Schriften dt.völkischer Autoren und Publizisten wie Heinrich Claß (1868–1953, Ps. Einhart, Dt. Gesch., 1909, 191941, Ps. Daniel Frymann, Wenn ich d. Ks. wär, 1912, ⁸1936), Thomas Westerich (1879–1953, Das Jugendgeleitbuch, 1914, ²1920) und Mathilde Ludendorff (1877–1966, Das Weib u. seine Bestimmung, 1917, ³1927) mit z. T. hohen Auflagen verlegte.

    Seit 1916 firmierte sein Unternehmen unter dem Namen „Verlag Theodor Weicher, Leipzig“. Es zählte nach dem 1. Weltkrieg zu den wichtigsten völkischen Verlagen als „Hausverlag wichtiger Rassenforscher und Rassenmythomanen“ (J. H. Ulbricht) mit zahlreichen auch antisemitisch-rassistischen Schriften im Programm (u. a. H. Wolf, Angew. Gesch., Eine Erziehung z. pol. Denken u. Wollen, 1910, n. 1914 erweitert auf sechs Bde., mehrere Neuaufll. bis in d. 1940er Jahre; Zs. Nat. Erziehung, Verbandsorgan d. dt.nat. Lehrerbundes, 1920–34; A. Bartels, Die Berechtigung d. Antisemitismus, 1921). W. verfügte über ein großes Netzwerk zu völkischen Autoren und Verlagen. Er wurde 1928 in den Gesamtvorstand des Alldt. Verbands gewählt und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der 1921 gebildeten „Vereinigung völkischer Verleger“ mit in den folgenden Jahren über 100 Verlagen, Buchhandlungen und Buchversandhandlungen als Mitgliedern.

    In den Akten des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig wurde seit 1920 Karl Kaehler als Mitinhaber des Theodor Weicher Verlags geführt. W. selbst schied 1932 als Eigentümer aus und wurde zwei Jahre später erneut Alleininhaber des Leipziger Verlags „F. A. Berger“. Der eher kleine Verlag firmierte als Reise- und Verlagsbuchhandlung, wurde Anfang 1946 enteignet und unter Sequesterverwaltung gestellt. Bemühungen, den Verlag ganz oder teilweise nach Erfurt zu verlegen, scheiterten. W.s Mitgliedschaft im Börsenverein der Dt. Buchhändler zu Leipzig wurde erst im Zuge der Entnazifizierung 1945 gelöscht. Er ist als „Ehrensoldempfänger“ der NSDAP verzeichnet, eine Unterstützung, die verdiente Vorkämpfer der NS-Bewegung zuerkannt bekamen. Ein umfassender Verlegernachlaß ist nicht bekannt.

  • Quellen

    |StA Leipzig, Akten d. Börsenver. d. dt. Buchhändler zu Leipzig; Leipziger Adreßbuch v. 1934; Leipziger Meldekartei; Univ.bibl. Leipzig, NL 243 (Theodor Weicher).

  • Literatur

    |J. H. Ulbricht, Das völk. Verlagswesen im dt. Ks.reich, in: Hdb. z. „Völk. Bewegung“ 1871–1918, hg. v. U. Puschner u. a., 1999, S. 277–301;
    ders., „Ein heimlich offener Bund für d. gr. Morgen …“, Methoden systemat. Weltanschauungsproduktion während d. Weimarer Rep., in: ders. u. H. Cancik (Hg.), Antisemitismus, Paganismus, Völk. Rel., 2004, S. 65–81;
    Wenzel.

  • Autor/in

    Johannes Leicht
  • Zitierweise

    Leicht, Johannes, "Weicher, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 567-568 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz139656.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA