Lebensdaten
1862 bis 1945
Geburtsort
Wesselburen (Schleswig)
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Literaturhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118652702 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bartels, Adolf

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Zitierweise

Bartels, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118652702.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Adolf Bartels (1836–1903), Schlossermeister;
    M Catharina Margarethe (1839–1920), T des Jakob Brahmst (* 1807), Hausmann in Trennewurth, und der Jansen Telsche;
    Gvv Hans Heinrich Bartels (1804–1882), Schlossermeister;
    Gmv Christiane Amalie Ramm (1808–69);
    Ida Rehock (* 1868); kinderlos.

  • Leben

    B. studierte 1885-87 in Leipzig, war nach längeren Reisen durch Süddeutschland und Italien 1889-95 Schriftleiter der „Didaskalia“, der Beilage des „Frankfurter Journals“, und lebte in der Folgezeit als freier Schriftsteller in Weimar. 1905 erhielt er vom Großherzog von Weimar den Titel Professor, 1933 wurde er Dr. phil. h. c. der Universität Leipzig. - B. begann mit historischen Romanen, mit Dramen und Gedichten. In dieser frühen Periode seines Schaffens führte er den Kampf für die Heimatkunst, besonders im „Kunstwart“. Ein Ergebnis solcher heimatkundlicher Bestrebungen war auch das kleine Buch „Der Bauer in der deutschen Vergangenheit“ (1900). Seine „Deutsche Dichtung der Gegenwart“ (1897, 91918) war wertvoll durch B.' Eintreten für Friedrich Hebbel und auch für andere Dichter derselben Zeit. Aber seine spätere Tätigkeit brachte eine Wandlung: Die „Geschichte der deutschen Literatur“ und die „Einführung in die Weltliteratur“ (3 Bände, 1913) zeigen ihn als einseitigen Parteigänger des Rassenprinzips und des Antisemitismus; von da an sind seine zahlreichen Arbeiten zumeist nicht Wissenschaft, sondern Propaganda zugunsten eines rein völkischen Schrifttums, abgesehen vielleicht von seiner „Chronik des Weimarischen Hoftheaters von 1817-1907“ (1908). Er verfaßte außerdem biographische Arbeiten über einzelne Dichter (Gerhart Hauptmann, Hebbel, Wilhelm von Polenz u. a.), gab Dichterausgaben heraus (z. B. Hebbel, Jeremias Gotthelf, Otto Ludwig) und stellte Anthologien zusammen. Anklang fand er mit seinen späteren Werken nur bei denen, die die deutsche Literatur mit gleichen Augen ansahen.

  • Werke

    Weitere W Aus tiefster Seele, Eine Blütenlese dt. Lyrik, 1895, 31902;
    G. Hauptmann, 1897, 21906;

    Die Dithmarscher, Hist. Roman, 1898;
    Klaus Groth, 1899;
    Ch. F. Hebbel, 1899;

    W. Raabe, 1901;

    J. Gotthelf, 1902;

    A. Stern, der Dichter u. Literarhistoriker, 1905;
    W. v. Polenz, 1909;

    Lessing u. d. Juden, Eine Unters., 1918, 21934;

    Hebbel u. d. Juden, 1922;

    Heimatkultur, Heimatdichtung, Heimatkunst. 1924;
    Gesch. d. dt. Lit., 2 Bde., 1901/02, große Ausg. 3 Bde., 1924–28;
    Jüd. Herkunft u. Lit.wiss., Eine gründl. Erörterung, 1925;

    Meine Lebensarbeit, 1932;
    Gesch. d. thür. Lit., 2 Bde., 1938–41.

  • Literatur

    H. M. v. Bruneck, A. B als Dichter, 1907;
    W. Loose, A. B., der Lit.-gesch.schreiber d. Gegenwart, 1921;
    ders., Festgabe z. 60. Geburtstag v. A.B., 1922 (P);
    ders., A.B.-Bibliogr., 1943;
    D. Colin, A. B., der völk. Vorkämpfer u. Dichter, Mit einer Ausw. seiner Gedichte, 1937;
    ders., A. B. z. 80. Geburtstag, 1942;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41;
    Kosch, Lit.-Lex. I.

  • Autor/in

    Walter Goetz
  • Empfohlene Zitierweise

    Goetz, Walter, "Bartels, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 597 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118652702.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA