Lebensdaten
1881 bis 1964
Geburtsort
Znaim (Mähren)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Pädagoge ; Philologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118580345 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meister, Richard

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Meister, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118580345.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus südmähr. Bauernfam.;
    V Anton, Dr. iur., Advokat in Z., S d. Hafners Josef;
    M Marie, T d. Bauern Josef Vespasian; ledig.

  • Leben

    M. besuchte das Gymnasium in Znaim und studierte dann an der Univ. Wien bei P. Kretschmer vergleichende Sprachwissenschaft, bei H. v. Arnim und E. Hauler klassische Philologie und bei L. Müller Philosophie. Er schloß sein Studium mit der Promotion und der Lehramtsprüfung für Gymnasien für die Fächer Griechisch, Latein und Philosophische Propädeutik ab. Anschließend verbrachte er zwei Semester an der Univ. München und war dort 1906/07 als Assistent am Thesaurus Linguae Latinae tätig. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Artikel in den Bänden 3 und 4 des Thesaurus. 1907-09 war M. als provisorischer Gymnasiallehrer in Znaim tätig und wirkte 1909-18 als Gymnasialprofessor in Wien. In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche Artikel zur Didaktik der von ihm unterrichteten Fächer. Arbeiten zur Frage des Bildungswertes der Antike und zur Gymnasiallehrerbildung sowie Rezensionen zu Werken der Altphilologie, Philosophie, Geschichte und Theorie der Pädagogik. 1918 wurde er als ao. Professor der klassischen Philologie an die Univ. Graz berufen, 1920-23 lehrte er als ao. Professor für klassische Philologie an der Univ. Wien, im März 1923 wurde er zum o. Professor der Pädagogik ernannt. 1930/31 war M. Dekan der Philosophischen Fakultät, nach 1945 einige Jahre Prorektor, 1949/50 Rektor der Univ. Wien. Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus wurde ihm 1938 die Professur für Pädagogik aberkannt. Er durfte jedoch weiterhin als o. Professor der klassischen Philologie 1938-45 eine Lehrtätigkeit an der Wiener Universität ausüben. 1945-56 war M. dort wieder o. Professor für Pädagogik und Kulturphilosophie.

    In der Kulturphilosophie sah M. eine leistungsfähige pädagogische Grundwissenschaft, die es ihm ermöglichte, die zeitgenössische Kulturpädagogik aus ihrer Vordergründigkeit herauszuführen. M. war ein hervorragender systematischer Denker. Er hat durch seine kreative Analyse des Kultur- und Erziehungsbegriffes – immer unter Einbeziehung der Erkenntnisleistungen der Psychologie, der Ethik und Logik, der Ästhetik und der Geschichte – das Fundament einer relativ eigenständigen Pädagogik als Wissenschaft gelegt. M. wurde 1945 Vizepräsident und 1951 Präsident der Österr. Akademie der Wissenschaften.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c.; Dr. iur. h. c.; Hofrat; Mitgl. d. Dt. Ak. d. Wiss. Prag (1927–45), Sächs. Ak. d. Wiss. (1957), Jugoslaw. Ak. d. Wiss. Zagreb (1962).

  • Werke

    Prolegomena z. e. Grammatik d. Septuaginta, 1907;
    Die Bildungswerte d. Antike u. d. Einheitsschulgedanke, 1920;
    Humanismus u. Kanonproblem, Ges. Aufsätze u. Vorträge, 1931;
    Seinsformen d. Kultur, in: Bll. f. Dt. Philos. 17, 1943;
    Btrr. z. Theorie d. Erziehung, 1946;
    Geistige Objektivierung u. Resubjektivierung: Kultur u. Erziehung, in: Wiener Zs. f. Philos., Psychol., Pädagogik 1, 1947;
    Sozialgebilde als geistige Objektivationen, ebd. 2, 1949;
    Die Zonengliederung d. Kultur, ebd. 3, 1951;
    |Stufen u. Grenzen d. Verstehens v. Kulturobjekten, ebd. 4, 1952;
    Gesch. d. Ak. d. Wiss. in Wien 1847-1947, I, 1947;
    Entwicklung u. Reformen d. österr. Stud.wesens, 2 Bde., 1963.

  • Literatur

    Die geistige Elite Österreichs, 1936, S. 601 f.;
    M. Klang (Hrsg.), Bibliogr. R. M. 1906-51, 1951;
    F. Kainz, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 1964, S. 267-86 (W-Verz., P);
    ders., Hauptprobleme d. Kulturphilos., Im Anschluß an d. kulturphil. Schrr. R. M.s, 1977;
    M. Stettner, R. M.s System d. Pädagogik, 1977;
    Kürschner. Gel.-Kal. 1966.

  • Portraits

    Medaille v. A. Hartig z. 70. Geb.tag.

  • Autor/in

    Alois Eder
  • Empfohlene Zitierweise

    Eder, Alois, "Meister, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 728 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118580345.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA