Lebensdaten
1880 bis 1963
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11882189X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meister, Karl
  • Meister, Karl Max Richard

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Zitierweise

Meister, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11882189X.html [12.12.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1848–1912), Prof. u. Konrektor am Nikolaigymnasium in L., Sprachforscher, Mitgl. d. Sächs. Ges. d. Wiss., S d. Carl August (1818–76), Hofschauspieler u. Regisseur in Dresden, u. d. Isidore Freiin v. Friesen (1813–82);
    M Klothilde (1859–1945), T d. Maximilian Eckardt (1817–79), Rechtsanwalt u. Notar in Loschwitz, u. d. Klothilde Werner (1828–59);
    Ur-Groß-Ov Richard Frhr. v. Friesen ( 1884), sächs. Staatsmann (s. NDB V);
    4 B Richard (1882–1915 ⚔), Dr. iur., Edwin (1884–1978), Dr.-Ing., Prof., f. Textil- u. Papiertechnik an d. TH Dresden (s. Pogg. VII a.), Eckhard (1885–1914 ⚔), Dr. iur., Prof. f. Zivilrecht an d. Univ. Basel, Ludwig (1889–1914 ⚔), Dr. phil., Priv.-Doz. f. Altphilologie;
    Leipzig 1911 Margarete (1888–1979), T d. Emil Boyens (1848–1925), Geh. Justizrat u. Rechtsanwalt am Reichsgericht in L., u. d. Marie Puchstein (1854–1942);
    1 S, 3 T, u. a. Ulrich (* 1914), Rechtsanwalt in H.

  • Leben

    M.s sprachwissenschaftliche Neigungen sind auf seinen Vater zurückzuführen, der sich bei der Erforschung der altgriech. Dialekte einen Namen gemacht hatte. 1899 nahm M. an der Univ. Leipzig das Studium der Klass. Philologie, Indogermanistik und Archäologie auf, legte dort 1905 sein Staatsexamen ab und wurde im selben Jahr mit der Dissertation „Der syntaktische Gebrauch des Genitivs in den kret. Dialektinschriften“ (Indogerman. Forschungen 18, 1905/06, S. 133-204) zum Dr. phil. promoviert. Nach einigen Jahren Schuldienst habilitierte er sich 1909 in Leipzig für Klass. Philologie und Indogerman. Sprachwissenschaft. Im selben Jahr ging M. als Extraordinarius nach Berlin, 1914 als Ordinarius nach Königsberg und 1921 an die Univ. Heidelberg, an der er bis 1949 wirkte und deren Geschichte er als Dekan der Philosophischen Fakultät 1926/27 und als Rektor 1930/31 mitgestaltete.

    Seine Habilitationsschrift „De itinerario Aetheriae abbatissae perperam nomini S. Silviae addicto“ (1909) ist hinsichtlich der Datierung dieses Reiseberichtes in das 6. Jh. n. Chr. heute überholt; was jedoch die Diktion|der Peregrinatio betrifft, wurden M.s Aussagen von der neueren Forschung bestätigt. Daß sein Interesse allen Epochen der lat. Sprache und Literatur galt, zeigen neben Arbeiten über Plautus, Horaz und Tacitus und seiner Auswahl aus Caesar, Cicero, Nepos, Vergil, Ovid und Tacitus in den „Hęidelberger Texten“ sein richtungsweisender Beitrag „Altes Vulgärlatein“ (Indogerman. Forschungen 26, 1910, S. 69-98) und die Untersuchung über „Altitalische und Röm. Eigennamen“ (1916). Später wandte M. seine Aufmerksamkeit auch Themen aus dem Bereich des Glaubens und der Ethik der Römer zu. 1925 erschien „Die Hausschwelle in Sprache und Religion der Römer“, und 1930 behandelte er in seiner Rektoratsrede „Die Tugenden der Römer“. Eine besondere Leistung M.s, der 1925-33 Mitherausgeber der Zeitschrift Gnomon war, liegt in der Darstellung und Klärung wichtiger Probleme der griech. Sprachgeschichte, wobei „Die homerische Kunstsprache“ (1921) wohl als sein Hauptwerk anzusehen ist. Wenngleich man heute aufgrund der Kenntnis des Mykenischen und durch eine neue Sicht der Zusammenhänge der griech. Dialekte in manchen Punkten anderer Meinung ist, so hat M.s Untersuchung doch entscheidend dazu beigetragen, den homerischen Kunstdialekt in seiner sprachgeschichtlichen Eigenart verständlich zu machen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. (1924).

  • Werke

    Weitere W Stud. z. Sprache, Lit. u. Rel. d. Römer (hrsg. v. V. Pöschl u. M. v. Albrecht), 1987 (W-Verz., P);
    Erinnerungen an unsere lieben Eltern u. Großeltern R. u. K. M., 1960 (maschinenschr.). |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ.bibl. Heidelberg.

  • Literatur

    V. Pöschl, in: Gnomon 26, 1964, S. 222-24;
    ders., in: Ruperto-Carola 34, 1963, S. 276-77 (P);
    ders., in: Jb. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. 1963/64, 1965, S. 49-50;
    Drüll, Heidelberger Gel.lex.;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1961.

  • Autor

    Hubert Petersmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Petersmann, Hubert, "Meister, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 727 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11882189X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA