Lebensdaten
1878 bis 1964
Geburtsort
Annaberg (Erzgebirge)
Sterbeort
Radebeul bei Dresden
Beruf/Funktion
Farbenchemiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117528870 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • König, Walter

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Zitierweise

König, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117528870.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1847–1907), Kaufm. in A., S d. Kaufm. Carl u. d. Mathilde Adelheid Richter;
    M Clara (1850–1938), T d. Kaufm. Friedrich Gotthelt Winkler u. d. Wilhelmine Günther;
    Wiesbaden 1911 Marie (* 1880), T d. Kaufm. Emanuel Friedrich George (1837–1912) u. d. Caroline Thode;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    K. begann 1898 mit dem Chemiestudium in Leipzig im Laboratorium von J. Wislicenus, wechselte nach einem Semester nach Dresden über, um vornehmlich unter K. Hempel und E. von Meyer sein Studium fortzusetzen. Bei letzterem machte er 1902 sein Diplomexamen und promovierte 1903 mit Auszeichnung. 1906 habilitierte er sich mit der Arbeit „Beiträge zur Chemie der Pyridinfarbstoffe“. Nach zweijähriger Tätigkeit in den Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co. in Elberfeld wurde er Privatdozent im Wintersemester1908/09 in Dresden und 1913 Inhaber des Lehrstuhls für Farbenchemie und Färbereitechnik der TH Dresden. 1926 konnte er das von ihm geplante neue Institut für Farben- und Textilchemie beziehen. Dessen Wiederaufbau wurde nach erheblicher Zerstörung im 2. Weltkrieg 1952 von ihm abgeschlossen.

    Schwerpunkt der Arbeiten K.s war das Gebiet der Polymethinfarbstoffe. Durch die Entdeckung der Cyaninfarbstoffe, insbesondere des von ihm entwickelten Orthoester-Verfahrens, hat er die Voraussetzungen für die moderne Fotosensibilisierung geschaffen. Mit Hilfe der von ihm entwickelten Dipolkonjunktionstheorie und der von ihm aufgestellten Farbstofformel ist es möglich, das in einem Farbstoffmolekül durch elektronische Wechselwirkung geschaffene komplizierte System energetischer Zustände, das heißt den Durchschnittszustand des Moleküls zu überschauen. Diese Formel sagt ferner aus, daß die Farbigkeit auf einen Chromozustand zurückzuführen ist, der identisch mit dem als Mesomerie bezeichneten Zustand ist und durch ein System fließender heteropolarer Bindungen hervorgerufen wird. Das Farbstoffmolekül besteht aus drei Einzelteilen, nämlich: dem Zentralteil oder Mesochrom, den Radikalen, oder den Perichromen, die diesen flankieren, und als drittem, dem Konjungens, das als eine Art Schlußstein den Dipolring zusammenfaßt. Weitere Arbeiten auf farbenchemischem Gebiet befaßten sich mit der Kupplungsreaktion von Azofarbstoffen. Weiter untersuchte er in seinem Institut auch textilchemische Probleme, vor allem die Einwirkung saurer Agenzien auf die Wollfaser und die Anfärbbarkeit von Polyäthylen-, Therephthal- und Polyacrylnitrilfasern.|

  • Auszeichnungen

    „Hervorragender Wissenschaftler d. Volkes“ (DDR), Dr. rer. nat. h. c. (Halle), Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss., Korr. Mitgl. d. Dt. Ak. d. Wiss., Ehrenmitgl. u. Kekulé-Medaille d. Chem. Ges. in d. DDR, Ehrenmitgl. u. Goldmedaille d. Ver. Dt. Textilchemiker u. Koloristen, Emil-Fischer-Medaille d. Ges. Dt. Chemiker, Ehrenbürger v. Annaberg (1960).

  • Werke

    Weitere W u. a. in: Berr. d. Dt. Chem. Ges.;
    Journal f. prakt. Chemie.

  • Literatur

    K. Schwabe, in: Jb. d. Dt. Ak. d. Wiss. 1964, 1965;
    W. Langenbeck, in: Jb. d. Sächs. Ak. (1963–65), 1967 (P);
    Pogg. V-VII a.

  • Autor/in

    Bodo Hirsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirsch, Bodo, "König, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 350 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117528870.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA