Harmsen, Hans
- Lebensdaten
- 1899 – 1989
- Geburtsort
- Charlottenburg (heute Berlin)
- Sterbeort
- Bendestorf bei Hamburg
- Beruf/Funktion
- Sozialhygieniker ; Bevölkerungswissenschaftler ; Arzt ; Hochschullehrer
- Konfession
- unbekannt
- Normdaten
- GND: 11854604X | GND-Explorer | OGND | VIAF
- Namensvarianten
-
- Harmsen, Hans Ludwig Friedrich
- Harmsen, Hans
- Harmsen, Hans Ludwig Friedrich
- Harmsen, H.
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Harmsen, Hans Ludwig Friedrich
1899 – 1989
Sozialhygieniker, Bevölkerungswissenschaftler
Hans Harmsen prägte als Sozialhygieniker und Bevölkerungswissenschaftler die deutsche Bevölkerungspolitik im 20. Jahrhundert. In den 1920er Jahren profilierte er sich, indem er völkische, eugenische Ansätze mit sozialer Fürsorge verband und sich für Geburtenkontrolle und Sterilisation einsetzte. Als geschickter Netzwerker gelang ihm die nahtlose Fortsetzung seiner Karriere in der Bundesrepublik bis in die 1980er Jahre, u. a. als Berater des Bundesfamilienministeriums sowie als Mitgründer und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ehe und Familie (heute pro familia).
Lebensdaten
Hans Harmsen (InC) -
Autor/in
→Christian Sammer (Heidelberg)
-
Zitierweise
Sammer, Christian, „Harmsen, Hans“, in: NDB-online, veröffentlicht am 01.07.2026, URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11854604X.html#dbocontent
Karriere in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“
Harmsen besuchte seit 1905 Schulen in Berlin, erhielt 1916 das Abitur und meldete sich anschließend freiwillig zum Kriegsdienst. Seit 1919 studierte er Medizin und seit 1923 Volkswirtschaftslehre und Staatsrecht in Berlin, Marburg an der Lahn und München. 1924 wurde er in Berlin bei Alfred Grotjahn (1869–1931) zum Dr. med. und 1926 in Marburg an der Lahn bei dem Nationalökonomen und Staatswissenschaftler Walter Troeltsch (1866–1933) zum Dr. phil. promoviert. Neben dem Sozialhygieniker Grotjahn prägte ihn der Volkstumsforscher Johann Wilhelm Mannhardt (1883–1969), dessen völkisch-nationaler Deutschen Burse zu Marburg er angehörte.
Seit 1924 war Harmsen als Assistent an dem Hygienischen Institut der Universität in Berlin tätig. Früh profilierte er sich als Protagonist einer eugenisch geprägten Sozialhygiene, die er als Pflege der Erbqualitäten biologisch verstandener Kollektive – einem „Volkskörper“ als Gefüge von Familienreihen – auslegte. 1925 übernahm er die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung im Centralausschuß für die Innere Mission und bemühte sich, die Verknüpfung eugenischer Selektion und sozialer Hilfe wissenschaftlich zu legitimieren. Mittels statistischer Verfahren glaubte er Muster der Bevölkerungsdynamik zu erkennen und plädierte für eine Geburtenkontrolle, die sich an ökonomischen Potenzialen und sozialen Bedarfen orientierte.
Als Vorsitzender des bevölkerungspolitischen Ausschußes des Deutschen Schutzbunds für das Grenz- und Auslandsdeutschtum und Herausgeber des „Archivs für Bevölkerungspolitik“ seit 1931 forderte Harmsen ein Sterilisierungsgesetz, das operative Eingriffe zur Verhinderung der Fortpflanzung von als „minderwertig“ bezeichneten Personen legalisieren sollte. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme leitete er den Ständigen Ausschuß für Fragen der Rassenhygiene und Rassenpflege der Inneren Mission. 1935 veröffentlichte er eine Handreichung zur Anwendung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“, für dessen Anwendung er in Einrichtungen der evangelischen Kirche sorgte. Krankenmord („Euthanasie“) lehnte er ab.
1939 habilitierte sich Harmsen an der Universität Berlin für Hygiene. Von 1940 bis 1942 wirkte er als Truppen- und Regimentsarzt in Nordafrika und auf dem Balkan sowie als Leiter der Hygienisch-Bakteriologischen Untersuchungsstelle des Hindenburg-Lazaretts des Wehrkreises III in Berlin-Zehlendorf. Seit 1943 war er als Beratender Hygieniker der Wehrmacht in den besetzten Gebieten Osteuropas tätig und beriet in dieser Funktion zum Thema Infektionsschutz. An der Militärärztlichen Akademie arbeitete er im Auftrag des Chefs des Wehrmachtssanitätswesens an Heinz Zeiss’ (1888–1949) „Seuchen-Atlas“ mit.
Fortsetzung der Karriere in der Bundesrepublik
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs galt Harmsen als nicht belastet: Er hatte nicht der NSDAP angehört und war mit den Widerstandskämpfern Hans Bernd von Haeften (1905–1944) und Werner von Haeften (1908–1944) verschwägert gewesen. Harmsen wurde 1945 Gründungsdirektor der Akademie für Staatsmedizin sowie Direktor des Instituts für Allgemeine und Soziale Hygiene in Hamburg. In diesen Funktionen war er für die Ausbildung der Amtsärzteschaft verantwortlich. Von 1946 war er bis zu seiner Emeritierung 1969 Professor für Allgemeine und Soziale Hygiene an der Universität Hamburg.
In der Bundesrepublik und international durch seine Kontakte zur Rockefeller Foundation sowie der US-amerikanischen Sexualreformerin Margaret Sanger (1879–1966) gestärkt, profilierte sich Harmsen als Netzwerker und Experte für Bevölkerungspolitik, war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft, Mitbegründer sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ehe und Familie (heute pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V. Bundesverband) und Mitglied der International Planned Parenthood Federation. Sein Sankelmark-Arbeitskreis, formell zunächst gefördert von der Rockefeller-Foundation und von Mitte der 1960er bis in die 1980er Jahren durch das Bundesgesundheitsministerium, untersuchte die Entwicklung und Praxis der Gesundheitswesen östlich des Eisernen Vorhangs und trieb zugleich mit regelmäßigen Arbeitstreffen und Publikationen die Westintegration der sich als volks- und gesamtdeutsch verstehenden Teile der sozialhygienisch orientierten Bevölkerungswissenschaft voran. Weitere Forschungsschwerpunkte waren die Strukturanalyse der Migration („Heimatvertriebene“) und Bevölkerungsdynamik mit besonderem Blick auf den Schwangerschaftsabbruch.
Rhetorisch vollzog Harmsen nach 1945, dem internationalen Bevölkerungsdiskurs entsprechend („Überbevölkerung“), eine Verschiebung von kollektivistisch-eugenischen zu stärker individualisierten Konzepten, ohne sich von bevölkerungsbiologischen Denkweisen zu lösen. Während er bis 1945 Zwangsmaßnahmen befürwortet hatte, propagierte er nun die freiwillige Sterilisation und die bewusste Elternschaft als Mittel einer qualitativen Bevölkerungspolitik. Sein Ziel blieb es, vermeintliche „Erbqualität“ zu fördern, „Minderwertigkeit“ zu vermeiden und das Reproduktionsverhalten den ökonomischen Lebenslagen anzupassen, nun jedoch als Familienplanung gerahmt. Er setzte sich vehement für die Verbreitung hormonaler Kontrazeptiva ein, lehnte jedoch eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts bis in die 1960er Jahre hinein ab. Er plädierte stattdessen paternalistisch für eine ärztlich kontrollierte Empfängnisverhütung. Deswegen wurde Harmsen seit Mitte der 1960er Jahren v. a. innerhalb von pro familia kritisch gesehen, was 1968 zu seiner Demission als Präsident führte. Harmsen revidierte in dem Artikel „Forderungen zur Reform des Sexualstrafrechts“ (Gesundheitspolitik 11 (1969), S. 65–77) zwar seine Haltung zur Frage der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, wobei es ihm nicht um reproduktive Autonomie, sondern um medizinische Sicherheit und die kindliche Versorgung durch eine bewusste Elternschaft ging. Eugenik blieb damit der zentrale Bezugspunkt in Harmsens’ Denken. Nach einer Veröffentlichung Heidrun Kaupen-Haas’ (geb. 1937) über seine Rolle bei den Zwangssterilisationen während des NS-Regimes trat Harmsen 1984 auch als Ehrenpräsident zurück.
| 1921–ca. 1926 | Mitglied der Deutschen Burse zu Marburg und des tragenden Instituts für Grenz- und Auslandsdeutschtum |
| 1926 | Leiter des Bevölkerungspolitischen Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung e. V. und Deutschen Schutzbunds für das Grenz- und Auslandsdeutschtum (Meta-Dachverein der grenz- und auslandsdeutschen Verbände, seit 1930 Deutscher Schutzbund) |
| 1931 | Mitglied im Reichsausschuß für Bevölkerungsfragen |
| 1931 | Vorsitzender des Ständigen Ausschußes für eugenische Fragen der Inneren Mission (seit 1933 Ständiger Ausschuß für Fragen der Rassenhygiene und Rassenpflege) |
| 1948–1957 | Leiter des Studienkreises Geburtenregelung und Eugenik an der Evangelischen Akademie Hamburg |
| 1952 | Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft |
| 1952 | Gründungsmitglied der International Planned Parenthood Federation |
| 1952–1984 | Mitgründer und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ehe und Familie (heute pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V. Bundesverband) (1968–1984 Ehrenpräsident; 1984 Austritt) |
| 1953 | Präsident der Deutschen Akademie für Bevölkerungswissenschaft |
| 1953 | Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung |
| 1958 | Präsident der Ernst Barlach Gesellschaft, Hamburg |
| 1962 | Vizepräsident der Internationalen Forschungsstelle für das Weltflüchtlingsproblem (1963 Präsident) |
| 1962–1969 | Leiter der deutschen Sektion der Internationalen Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem |
| 1962–1966 | Präsident der Deutschen Nansen-Gesellschaft (1957 Mitgründer) |
| 1963 | Leiter des Arbeitsausschußes Bevölkerung und Familie (seit 1964 Ausschuß für Familien und Bevölkerungsfragen) in der Deutschen Zentrale für Volksgesundheitspflege |
| 1965 | Ehrenmitglied der Baden-Württembergischen Gesellschaft für Sozialhygiene |
| 1965 | Mitglied der Union Internationale pour l’Étude de la Population (Europäische Mittelstelle für Bevölkerungsforschung) |
| 1965 | Schatzmeister der International Union for the Scientific Study of Population |
| 1966 | Claude Bernard Medaille der École Nationale de la Santé Publique, Rennes |
| 1966 | Präsident des Centre Européen d’Étude de Population |
| 1967 | Ernst-von-Bergmann-Plakette der Deutschen Bundesärztekammer |
| 1968 | Hufeland-Medaille des Deutschen Zentralverbands der Ärzte für Naturheilverfahren |
| 1970 | Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland |
| 1971 | Alfons-Fischer-Medaille für Sozialmedizin der Baden-Württembergischen Gesellschaft für Sozialhygiene |
| 1973–1980 | Kuratoriumsmitglied des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung |
| 1974 | Johann-Peter-Frank-Medaille des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdiensts |
Nachlass:
Bundesarchiv, Koblenz, N 1336.
Weitere Archivmaterialien:
Bundesarchiv, Koblenz, B 137/6 251–6 259. (Akademie für Staatsmedizin in Hamburg. Sankelmark-Arbeitskreis 1966–1980)
Bundesarchiv, Koblenz, B 150/3646. (Forschungsauftrag: Die Integration heimatloser Ausländer und nicht-deutscher Flüchtlinge in Westdeutschland 1958–1960)
Bundesarchiv, Berlin-Lichterfelde, R 153/1555. (Bevölkerungswissenschaftlicher Arbeitskreis 1935–1941)
Bundesarchiv, Freiburg im Breisgau, RH 19 VIII. (Oberkommando Heeresgruppe Afrika)
Bundesarchiv-Militärarchiv, Freiburg im Breisgau, RH 19 VIII/287 bis RH 19 VIII/292. (Ausbildungsrichtlinien für die Sanitätsdienste des Feldheeres, Erfahrungsberichte, Mitteilungen, Tätigkeitsberichte; Tagebuch der Abteilung IVb, 1941/42)
Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Medizinische Fakultät, H 97, Bd. I–III, Hans Harmsen. (Akten des Hygienischen Instituts; Medizinische Fakultät/Dekanat, Sitzungsprotokolle 1930–1934 u. Medizinische Fakultät/Dekanat, Gesuche und Zulassungen zu Habilitationen 1930–1933)
Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, Biographische Mappe Hans Harmsen u. Jungdeutscher Bund A2-50/1–3, 7, 9, 10, 15–17, 25–27. (u. a. Korrespondenz)
Archiv des Diakonisches Werk, Berlin, CA 928 I bis CA 928 IV (Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung); CA/G 66I (Schriftwechsel); CA/G 1600/2 u. CA/G 1601. (Ständiger Ausschuß für Fragen der Rassenhygiene und Rassenpflege)
Staatsarchiv Hamburg, A 758/731-8; 361-6 IV 3124 (Personalakte) u. 720-1/343. (Porträts)
Gedruckte Quellen:
Esther Katz (Hg.), The Selected Papers of Margaret Sanger, Bd. 4: Round the World for Birth Control, 1920–1960, 2016.
Monografien:
Die französische Sozialgesetzgebung im Dienste der Bekämpfung des Geburtenrückganges, 1925. (Diss. med.)
Bevölkerungsprobleme Frankreichs unter besonderer Berücksichtigung des Geburtenrückgangs, 1927. (Diss. phil.)
Praktische Bevölkerungspolitik. Ein Abriß ihrer Grundlagen, Ziele und Aufgaben, 1931.
Frau und Kind in Sowjetrußland. Eine familienrechtliche und bevölkerungspolitische Studie, 1931.
Möglichkeiten und Grenzen der Eugenik, 1932. (ungedr. und abgelehnte Habilitationsschrift, Universität Berlin)
Bestandsfragen des evangelischen Deutschtums im osteuropäischen Raum, 1934.
Der Kampf um innere und äußere Volksgesundung, 1935.
Bestandsfragen der deutschen Volksgruppen im osteuropäischen Raum, 1935.
Gesundheitssicherung und Gesundheitsfürsorge für die weiblichen Krankenpflegekräfte, 1939. (Habilitationsschrift)
Heinz Zeiss (Hg.), Seuchen-Atlas, hg. im Auftrag des Chefs des Wehrmachtssanitätswesens, 1942–1945. (Karten- und Illustrationenband in mehreren Lieferungen)
Die Integration heimatloser Ausländer und nichtdeutscher Flüchtlinge in Westdeutschland. Ergebnisse einer sozialbiologischen Strukturanalyse der 1954/1955 noch in den Lagern, Wohnheimen und Wohnsiedlungen sowie in Heimen und Krankenhäusern erfaßten 53.612 nichtdeutschen Flüchtlinge, 1958.
Aufsätze und Artikel:
Die Arbeiten des Bevölkerungspolitischen Ausschusses des deutschen Schutzbundes, in: Volk und Reich 3 (1927), S. 368–370.
Art. „Familie“, in: Carl Petersen/Otto Scheel (Hg.), Handwörterbuch des Grenz- und Auslandsdeutschtums, Bd. 2, 1936, S. 482–489.
Volksbiologische Entfaltungsgesetze, in: Hans Harmsen (Hg.), Bevölkerungsfragen. Bericht des Internationalen Kongresses für Bevölkerungswissenschaft in Berlin 26.8.–1.9.1935, 1936, S. 355–360.
Erfahrungen mit dem deutschen Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, in: Gesundheitsfürsorge 4 (1954), S. 120–123.
Art. „Dunbar, William Philipps“, in: Neue Deutsche Biographie, hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 4, 1959, S. 193 f. (Onlineressource)
Art. „Sozialhygiene“, in: Fritz Hartmann/Johannes Linzbach/Rudolf Nissen/Hans Schaefer (Hg.), Das Fischer Lexikon, Bd. 16: Medizin 1, 1959, S. 276–288.
Forderungen zur Reform des Sexualstrafrechts, in: Gesundheitspolitik 11 (1969), S. 65–77.
Die „Akademie für Staatsmedizin in Hamburg“ und der Arbeitskreis zum Studium der „Entwicklung und Organisation des Gesundheitswesens in Sowjetrußland, in osteuropäischen Volksdemokratien und in Mitteldeutschland – DDR-Experten – Sankelmark Arbeitskreis 1946–1980“, in: Hans Harmsen (Hg.), Zur Problematik des sozialistischen Charakters des DDR-Gesundheitswesens. Zielsetzungen und Entwicklungsprogramm 1981–1985, 1980, S. 229–253.
Herausgeberschaften:
Jungdeutsche Stimmen, 1925–1932.
Archiv für Bevölkerungspolitik, Sexualethik und Familienkunde 1–3 (1931–1933); seit 1933 u. d. T. Archiv für Bevölkerungswissenschaft und Bevölkerungspolitik 4–13 (1933–1943). (Mitgründer)
Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Eine Handreichung für die Schulung der in unseren Anstalten und in der Wohlfahrtspflege wirkenden Kräfte, 1935.
Auslandsdeutsche Volksforschung 1–2 (1937–1938); seit 1939 u. d. T. Volksforschung. Vierteljahrsschrift des Deutschen Ausland-Instituts 3–7 (1939–1944).
Städtehygiene 1–24 (1950–1973).
Zur Entwicklung und Organisation des Gesundheitswesens in der DDR unter Mitberücksichtigung der UdSSR und osteuropäischen Volksdemokratien, 83 Bde., 1955–1980.
Monografien:
Gisela Bock, Zwangssterilisation im Nationalsozialismus. Studien zur Rassenpolitik und Frauenpolitik, 1986.
Atina Grossman, Reforming Sex. The German Movement for Birth Control and Abortion Reform, 1920–1950, 1997.
Bernhard vom Brocke, Bevölkerungswissenschaft. Quo vadis? Möglichkeiten und Probleme einer Geschichte der Bevölkerungswissenschaft in Deutschland, 1998, S. 94–118. (W, L)
Sabine Schleiermacher, Sozialethik im Spannungsfeld von Sozial- und Rassenhygiene. Der Mediziner Hans Harmsen im Centralausschuss für die Innere Mission, 1998. (Qu, W, L)
Sonja Schnitzler, Soziologie im Nationalsozialismus zwischen Wissenschaft und Politik. Elisabeth Pfeil und das „Archiv für Bevölkerungswissenschaft und Bevölkerungspolitik“, 2012, S. 23–171, 232–260, 382–396 u. 401–411.
Maria Daldrup, Biographische Ordnungen vor und nach „1945“. Vergleichende Perspektiven auf Eugen Fischer, Hans F. K. Günther, Gunther Ipsen und Hans Harmsen, in: Thomas Etzemüller (Hg.). Vom „Volk“ zur „Population“. Interventionistische Bevölkerungspolitik in der Nachkriegszeit, 2015, S. 26–51.
Rieke C. Harmsen, Werner und Hans-Bernd von Haeften und der 20. Juli 1944. Mit einem Beitrag zum „Biographical Turn“, 2019. (Onlineressource)
Lutz Kreller/Franziska Kuschel, Vom „Volkskörper“ zum Individuum. Das Bundesministerium für Gesundheitswesen nach dem Nationalsozialismus, 2022, S. 200–223.
Claudia Roesch, Wunschkinder. Eine transnationale Geschichte der Familienplanung in der Bundesrepublik Deutschland, 2022, S. 30–54, 81–107, 119–168, 179–244 u. 280–294.
Aufsätze und Artikel:
Heidrun Kaupen-Haas, Eine deutsche Biografie. Der Bevölkerungspolitiker Hans Harmsen, in: Angelika Ebbinghaus/dies. (Hg.), Heilen und Vernichten im Mustergau Hamburg. Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik im Dritten Reich, 1984, S. 41–44.
Sabine Schleiermacher, Experte und Lobbyist für Bevölkerungspolitik. Hans Harmsen in der Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Bundesrepublik, in: Stefan Fisch/Wilfried Rudloff (Hg.), Experten und Politik. Wissenschaftliche Politikberatung in geschichtlicher Perspektive, 2004, S. 211–238.
Sabine Schleiermacher, „Um die Sicherung des Lebensraumes der Familie“. Bevölkerungspolitische Konzepte Hans Harmsens in Weimarer Republik und Nationalsozialismus, in: Rainer Mackensen (Hg.), Bevölkerungslehre und Bevölkerungspolitik im „Dritten Reich“, 2004, S. 142–148.
Ingo Haar, Bevölkerungspolitische Szenarien und bevölkerungswissenschaftliche Expertise im Nationalsozialismus. Die rassische Konstruktion des Fremden und das „Grenz- und Auslandsdeutschtum“, in: Rainer Mackensen/Jürgen Reulecke (Hg.), Das Konstrukt „Bevölkerung“ vor und nach dem „Dritten Reich“, 2005, S. 340–370.
Sabine Schleiermacher, Die Rockefeller Foundation und ihr Engagement bei einer Neuorientierung von Medizin und Public Health in Deutschland in den 1950er Jahren, in: Medizinhistorisches Journal 45 (2010), H. 1, S. 43–65.
Eva-Maria Silies, Verhütung als Mittel gegen Bevölkerungswachstum. Expertendiskussion und öffentliche Debatten in Westdeutschland in den 1960er Jahren, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 33 (2010), S. 246–262.
Klaus Popa, Karl Kurt Klein, die „Marburger Burse“ und deren Leiter Johann Wilhelm Mannhardt 1922–1939, in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik 25 (2013), S. 151–170.
Heinrich A. Hartmann, „In einem gewissen Sinne politisch belastet“. Bevölkerungswissenschaft und Bevölkerungspolitik zwischen Entwicklungshilfe und bundesrepublikanischer Sozialpolitik (1960er und 1970er Jahre), in: Historische Zeitschrift 303 (2016), H. 1, S. 98–125.
Sabine Schleiermacher, Hans Harmsen, in: Michael Fahlbusch/Ingo Haar/Alexander Pinwinkler (Hg.), Handbuch der völkischen Wissenschaften. Akteure, Netzwerke, Forschungsprogramme. Bd. 1, 22017, S. 259–263.
Hans-Werner Retterath, Deutsche Burse zu Marburg/Institut für Grenz- und Auslanddeutschtum, in: ebd., S. 1784–1795.
Sara Weydner. Reproductive Rights and Reproductive Control. Family Planning, Internationalism, and Population Control in the International Planned Parenthood Federation, in: Geschichte und Gesellschaft 44 (2018), S. 135–161.
Claudia Roesch, Pro Familia and the Reform of Abortion Laws in West Germany. 1967–1983, in: Journal of Modern European History 17 (2019), H. 3, S. 297–311.
Festschrift:
Hermann Schubnell (Hg.), Alte und neue Themen der Bevölkerungswissenschaft. Festschrift für Hans Harmsen, 1981.
zwei Fotografien, 1962/63, Staatsarchiv Hamburg, 720-1/343.