Lebensdaten
1922 – 1984
Geburtsort
Rochlitz an der Iser (Böhmen, heute Rokytnice nad Jizerou, Tschechien)
Sterbeort
Berlin-Ost
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Drehbuchautor
Konfession
römisch-katholisch,später konfessionslos
Normdaten
GND: 118536672 | OGND | VIAF: 56620367
Namensvarianten
  • Fühmann, Franz Antonie Josef Rudolf Maria
  • Fühmann, Franz
  • Fühmann, Franz Antonie Josef Rudolf Maria
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Zitierweise

Fühmann, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118536672.html [03.02.2023].

CC0

  • Der Lyriker, Nachdichter, Erzähler, Kinderbuchautor und Essayist Franz Fühmann war einer der bedeutendsten Autoren in der DDR. In seiner Jugend durch nationalistisches Gedankengut und den aufgekommenen Nationalsozialismus geprägt, wurde er in sowjetischen Kriegsgefangenen- und Umerziehungslagern Anhänger eines Sozialismus antifaschistisch-stalinistischer Prägung. Angesichts der politischen Entwicklung des „real existierenden Sozialismus“ in der DDR und nach dem „Prager Frühling“ nahm er eine zunehmend kritische Position ein, die sich in einer freien sozialistischen, undogmatischen Haltung äußerte.

    Franz Fühmann (InC)
    Franz Fühmann (InC)
  • Lebensdaten

    Geboren am 15. Januar 1922 in Rochlitz an der Iser (Böhmen, heute Rokytnice nad Jizerou, Tschechien)
    Gestorben am 8. Juli 1984 in Berlin-Ost
    Grabstätte in Märkisch Buchholz (Brandenburg)
    Konfession römisch-katholisch; später konfessionslos
  • Lebenslauf

    15.·Januar 1922 - Rochlitz an der Iser (Böhmen, heute Rokytnice nad Jizerou, Tschechien)

    1928 - 1932 - Rochlitz an der Iser (Böhmen, heute Rokytnice nad Jizerou, Tschechien)

    Schulbesuch

    Ortsschule

    1932 - 1936 - Kalksburg bei Wien

    Schulbesuch

    Jesuitenkonvikt

    1936 - 1941 - Reichenberg (Böhmen, heute Liberec, Tschechien); Hohenelbe (Böhmen, heute Vrchlabí, Tschechien)

    Schulbesuch (Abschluss: Matura)

    Gymnasium

    1936

    Mitglied

    Deutscher Turnverein (später sudetendeutsche Hitler-Jugend)

    1938

    Mitglied

    Reiter-SA

    1941 - Prag

    Immatrikulation für Mathematik

    Deutsche Universität

    1941 - Ostpreußen

    Reichsarbeitsdienst

    1941 - 1944 - Ostfront; Athen

    Kriegsdienst

    1944 - 1945 - Karlsbad (Böhmen, heute Karlovy Vary, Tschechien)

    Erkrankung; Lazarettaufenthalt

    1945 - 1949 - u. a. Neftegorsk am Kaukasus; Noginsk bei Moskau; Rjasan bei Riga; Ogre bei Riga

    sowjetische Kriegsgefangenschaft

    1949 - Berlin-Ost

    Übersiedlung

    1949/50 - 1972 - Berlin-Ost

    Mitglied; Mitglied des Parteivorstands (1952); Austritt (1972)

    National-Demokratische Partei Deutschlands

    1958 - 1984 - Märkisch Buchholz (Brandenburg)

    Zweitwohnsitz

    8.·Juli 1984 - Berlin-Ost
  • Genealogie

    Vater Josef Karl Rudolf Fühmann 1886–1945 aus Brüx (Nordböhmen, heute Most, Tschechien); Apotheker; Besitzer einer kleinen pharmazeutischen Fabrik in Rochlitz an der Iser (Böhmen, heute Rokytnice nad Jizerou, Tschechien)
    Mutter Margarethe Fühmann, geb. Gabriel 1893–1982 aus Einsiedel bei Brüx
    Schwester Margaretha Franziska Josephine Hopf, geb. Fühmann 1923–2019 geb. in Rochlitz an der Iser; gest. in Weimar
    Heirat 1950 in Berlin-Ost
    Ehefrau Ursula Fühmann, geb. Böhm 1924–1996 aus Schlesien
    Kind eine Tochter
  • Biografie

    alternativer text
    Franz Fühmann, BArch / Bildarchiv (InC)

    Nach frühen Kindheitsjahren in Rochlitz an der Iser (Böhmen, heute Rokytnice nad Jizerou, Tschechien) besuchte Fühmann von 1932 bis 1936 das Jesuitenkonvikt Kalksburg bei Wien und dann Gymnasien in Reichenberg (Böhmen, heute Liberec, Tschechien) und Hohenelbe (Böhmen, heute Vrchlabí, Tschechien), wo er 1941 die Matura erhielt.

    Auf Fühmanns Beitritt zum Deutschen Turnverein 1936 folgte nach der Annexion des Sudentenlands 1938 die Mitgliedschaft in der Reiter-SA. Eine Meldung zur Wehrmacht des Maturanden bei Kriegsbeginn 1939 wurde zunächst nicht berücksichtigt. 1941 immatrikulierte er sich für Mathematik an der Deutschen Universität Prag, wurde jedoch zum Reichsarbeitsdienst in Ostpreußen eingezogen, wo er am Angriffskrieg gegen die Sowjetunion teilnahm. Nach dem Eintritt in die Wehrmacht 1941 wurde Fühmann zu einer Fernschreiberkompanie in Oberschlesien versetzt und von dort aus als Fernschreiber und -sprecher sowie Telegrafenbauer nach Kiew, Moskau, Poltawa, Charkow, Kriwoi Rog, Stalino und Dnepropetrowsk beordert. 1943 absolvierte Fühmann eine Spezialausbildung zum Code-Schreiber in Athen, besuchte dort gleichzeitig die Fronthochschule und, ab 1944, die Unteroffiziersschule an der Nordküste der Pelopónnes. Nach einer Phlegmone, die er in einem Lazarett in Karlsbad (Böhmen, heute Karlovy Vary, Tschechien) auskurierte, geriet er auf dem Weg aus seiner Heimatstadt Rochlitz zurück an die Front im Mai 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und war u. a. in Neftegorsk am Kaukasus, Noginsk bei Moskau, Rjasan und Ogre bei Riga – hier in antifaschistischen Umerziehungslagern – inhaftiert.

    Als Sozialist stalinistischer Prägung wurde Fühmann an Weihnachten 1949 in die DDR entlassen, wo Mutter und Schwester in Berlin-Ost lebten. Von 1950 bis 1958 war Fühmann hauptamtlicher Mitarbeiter in der Zentrale der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD) in Berlin-Ost (Mitglied seit 1949/50; Mitglied des Parteivorstands 1952–58; Austritt 1972). Hier fungierte er als persönlicher Referent des stellvertretenden NDPD-Vorsitzenden Vincenz Müller (1894–1961) und danach als Leiter des Arbeitsgebiets Kulturpolitik. Während dieser Zeit war er inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (Deckname „Salomon“), wurde jedoch wegen mangelnden Engagements 1959 von dieser Aufgabe entbunden. Seit 1953 gehörte er dem Vorstand des Deutschen Schriftstellerverbands (DSV) an.

    Fühmanns Karriere als Schriftsteller begann 1942 im Verlag Ellermann (Hamburg) mit einer ersten eigenständigen Veröffentlichung innerhalb des Debütantenheftes „Jugendliches Trio“. Weitere Gedichte erschienen in der Wochenzeitschrift „Das Reich“. Von 1958 bis zu seinem Tod lebte Fühmann als freier Schriftsteller in Märkisch Buchholz und Berlin. Erste literarische Anerkennung erhielt er für seine Kriegserzählungen, von denen die Novelle „Kameraden“ 1957 von der DEFA verfilmt wurde. 1959, die letzten veröffentlichten Gedichte erschienen in dem Band „Die Richtung der Märchen“ (1962), versiegte Fühmanns eigene lyrische Produktion; gleichzeitig intensivierte sich seine Nachdichtungstätigkeit, v. a. aus dem Ungarischen und Tschechischen. 1962 erschien Fühmanns Erzählzyklus „Das Judenauto“, in dem er seine „existentiellen Erfahrungen“ aus der Zeit von 1930/31 bis 1949 verarbeitete und thematisierte, wie Ideologie Realität überlagert, Feindbilder geschaffen werden und wozu das führen kann.

    Verteidigte Fühmann in den 1960er Jahren noch den Mauerbau, so zweifelte er vor dem Hintergrund des Alltags in der DDR und der von ihm als verlogen empfundenen Ideologie zunehmend an seiner eigenen Lebensführung, verließ jedoch den Staat nicht und hielt an einem grundsätzlichen Antifaschismus fest. Bestärkt wurden Fühmanns kritische Ansätze durch wiederholte Aufenthalte in Ungarn zwischen 1961 und 1980 und der ČSSR zwischen 1954 und 1973, v. a. durch das Erlebnis des „Prager Frühlings“ 1968. Im selben Jahr begab sich Fühmann in die Psychiatrische Universitätsklinik Rostock, um seine seit seiner Kriegsgefangenschaft bestehende Alkoholabhängigkeit zu bekämpfen.

    Diese politische wie persönliche Zäsur dokumentierte Fühmann in seinem Ungarn-Tagebuch „Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens“ (1973), das er als seinen „eigentlichen Eintritt in die Literatur“ bezeichnete. In der Folgezeit sah er es als Aufgabe seiner literarischen Arbeit an, sich im Prozess des Schreibens Klarheit über sich selbst zu verschaffen. Hierzu gehörte für Fühmann auch eine schonungslose Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit als Faschist, die ihn bereits in vorangegangenen Publikationen beschäftigt hatte und die in den Auschwitzpassagen von „Zweiundzwanzig Tage ...“ einen Höhepunkt erreichte.

    In den 1950er Jahren setzte Fühmanns Beschäftigung mit Märchen und Mythen ein, u. a. in dem Essay „Das mythische Element in der Literatur“ (1974). In dieser Zeit schuf er eine Reihe von Neuerzählungen antiker, mittelalterlicher und barocker Stoffe wie auch Kinderbücher (u. a. „Vom Moritz, der kein Schmutzkind mehr sein wollte“, 1959, und „Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen“, 1960) und verfasste Filmszenarien von Rang, u. a. „Simplicius Simplicissimus“ und „Der Nibelunge Not“ (beide gedruckt 1987). Seit 1968 befasste sich Fühmann zudem in Aufsätzen, Essays und einem Nachwort ein Jahrzehnt lang intensiv mit dem Werk E. T. A. Hoffmanns (1776–1822). Auch eine eingehende Beschäftigung mit den Werken von Novalis (1772–1801), Ludwig Tieck (1773–1853) und Jean Paul (1763–1825) ist anhand der Briefe Fühmanns und seiner Nachlassbibliothek in diesem Zeitraum nachweisbar. Um 1980 begann Fühmanns Beschäftigung mit der Traumlehre Sigmund Freuds (1856–1939), die zur Bearbeitung eigener Träume und der Befassung mit Randständigem führte, so etwa mit der aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängten Welt behinderter Menschen und der Unterstützung in der DDR unterdrückter junger Talente wie Uwe Kolbe (geb. 1957), Wolfgang Hilbig (1941–2007), Gert Neumann (geb. 1942) und Christa Moog (geb. 1952). Der Plan, eine Anthologie der in der DDR aus ideologischen Gründen nicht zum Zuge kommenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller im eigenen Land herauszugeben, erfüllte sich nicht. Fühmanns Popularisierung der Theorien Freuds führte dazu, dass dessen Werke nach 1982 in der DDR nachgedruckt wurden. Ein letztes großes Werk, das in der DDR wie in der Bundesrepublik eine breite Leserschaft erreichte, war Fühmanns unter verschiedenen Titeln erschienener Trakl-Essay „Vor Feuerschlünden. Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht“ (1982). Aus dem Nachlass erschien 1991, herausgegeben von Fühmanns langjähriger Lektorin Ingrid Prignitz (1936–2007), das Buchfragment „Im Berg. Bericht eines Scheiterns“, das als opus magnum geplant war.

    Politisch ging Fühmann zunehmend auf Distanz zum SED-Regime. 1976 zählte er zu den Erstunterzeichnern des Protestbriefs gegen die Zwangsausbürgerung Wolf Biermanns (geb. 1936). In dieser Zeit wurde ein Staatssicherheitsverfahren gegen ihn eröffnet, sein Wirkungsradius im öffentlichen Bereich massiv eingeschränkt und seine Lesungen teilweise verhindert. 1977 trat Fühmann von seiner Funktion als Vorstandsmitglied des DSV zurück. Anfang der 1980er Jahre engagierte er sich in der Friedensbewegung. Freundschaften verbanden ihn u. a. mit Ludvík Kundera (1920–2010), Gábor Hajnal (1912–1987), Paul Kárpáti (1933–2017), Ingrid Prignitz, Irmgard Pöche (1931–2013), Sarah Kirsch (1935–2013), Christa Wolf (1929–2011), Wieland Förster (geb. 1930), H.A.P Grieshaber (1909–1981) und Margarete Hannsmann (1921–2007).

    1999 wurde an der Berliner Staatsbibliothek der „Franz Fühmann Freundeskreis“ in Erweiterung wie Neuausrichtung eines gleichnamigen Vorgängers in Märkisch Buchholz gegründet. Er verfolgt das Ziel, Fühmanns Werk zu verbreiten und zu erschließen und firmiert nach einer Ausweitung wie Intensivierung seiner internationalen Tätigkeiten seit 2006 als „Internationaler Franz Fühmann Freundeskreis“.

  • Auszeichnungen

    1953–1977 Vorstandsmitglied im Deutschen Schriftstellerverband
    1955 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
    1956 Heinrich-Mann Preis I. Klasse
    1957 Nationalpreis III. Klasse
    1961–1984 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste, Berlin-Ost
    1961 Attila-József-Plakette des ungarischen PEN
    1962 Literaturpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds
    1963 Johannes-R.-Becher-Preis und -Medaille
    1964 Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds
    1970 Arbeitsverdienstorden der Ungarischen Volksrepublik in Silber
    1970 Barlach-Medaille
    1971 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille
    1972 Lion-Feuchtwanger-Preis
    1974 Nationalpreis der DDR II. Klasse
    1982 Preis der Bestenliste des SWF-Literaturmagazins
    1982 Geschwister-Scholl-Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e. V. und der Landeshauptstadt München
    • Quellen

      Nachlass:

      Franz Fühmann-Archiv, Akademie der Künste, Berlin. (P) (weiterführende Informationen)

      Historische Sammlungen der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin. (Arbeits- und Nachlassbibliothek)

    • Werke

      Die Fahrt nach Stalingrad. Eine Dichtung, 1953.

      Kameraden, 1955.

      Vom Moritz, der kein Schmutzkind mehr sein wollte, 1959. (Kinderbuch)

      Kabelkran und Blauer Peter, 1961.

      Die Richtung der Märchen, 1962. (Gedichte)

      Das Judenauto. Vierzehn Tage aus zwei Jahrzehnten, 1962, ungekürzte Ausg. 1979, Neuaufl. 2019.

      Böhmen am Meer, 1962.

      Ernst Barlach. Das schlimme Jahr, 1963.

      Der Jongleur im Kino oder die Insel der Träume, 1979.

      Das Nibelungenlied, 1971. (Neuerzählung)

      Zweiundzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens, 1973.

      Prometheus. Die Titanenschlacht. Nach Aischylos, Hesiod, Homer, Apollodorus und anderen Quellen. Illustrationen v. Nuria Quevedo, 1974.

      Erzählungen 1955–1975, 1977.

      Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel. Ein Spielbuch in Sachen Sprache; ein Sachbuch der Sprachspiele; ein Sprachbuch voll Spielsachen, 1978.

      Vor Feuerschlünden. Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht, 1982.

      Märchen auf Bestellung, 1990.

      Im Berg. Bericht eines Scheiterns. Texte und Dokumente aus dem Nachlaß, hg. v. Ingrid Prignitz, 1991.

      Werkausgabe:

      Bd. 1: Erfahrungen und Widersprüche. Versuche über Literatur, 1975.

      Bd. 2: Gedichte und Nachdichtungen, 1978.

      Bd. 3: Das Judenauto. Kabelkran und blauer Peter. Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens, 1979.

      Bd. 4: Irrfahrt und Heimkehr des Odysseus. Prometheus. Der Geliebte der Morgenröte und andere Erzählungen, 1980.

      Bd. 5: Reineke Fuchs. Märchen nach Shakespeare. Das Nibelungenlied. Märchen auf Bestellung, 1981.

      Bd. 6: Essays, Gespräche, Aufsätze 1964–1981, 1983.

      Bd. 7: Vor Feuerschlünden: Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht.  Anhang: Dichtungen und Briefe Georg Trakls. Hg. v. Franz Fühmann., 1984.

      Bd. 8: Simplicius Simplicissimus. Der Nibelunge Not und andere Arbeiten für den Film, hg. v. Ingrid Prignitz, 1987.

      Bd. 9: Unter den Paranyas. Traum-Erzählungen und -Notate, hg. v. Ingrid Prignitz, 1988.

      Briefe:

      Briefe 1950–1984. Eine Auswahl, hg. v. Hans-Jürgen Schmitt, 1994.

      Christa Wolf/Franz Fühmann, Monsieur – wir finden uns wieder. Briefe 1968–1984, 1995. (P)

      Briefe aus der Werkstatt des Nachdichters: 1961–1984 – Műfordítói műhelylevelek / Franz Fühmann. Mitgeteilt vom Adressaten Paul Kárpáti, 2008.

      Franz Fühmann/Wieland Förster. Nun lesen Sie mal schön! Briefwechsel 1968–1984, hg. v. Roland Berbig, 2016. (P).

      Die Briefe. Bd. 1: Briefwechsel mit Kurt Batt. Träumen und nicht verzweifeln, hg. v. Barbara Heinze/Jörg Petzel, 2016. (P)

      Die Briefe. Bd. 2: Briefwechsel mit Ingrid Prignitz ... hab ich Dich, wie der Fänger am Trapez., hg. v. Kirsten Thietz, 2016. (P)

      Die Briefe. Bd. 3: Briefwechsel mit Joachim Damm. Der grüngefleckte Teufel soll Dich holen, hg. v. Joachim Hamster Damm, 2018. (weitere vier Bände der Briefedition geplant)

      Bibliografie:

      Henk de Wild, Bibliographie der Sekundärliteratur zu Franz Fühmann, 2003.

      Uwe Buckendahl, Keine Auswahl: Werkverzeichnis Franz Fühmann, 2019. (Onlineressource)

      Verfilmte Werke:

      Betrogen bis zum jüngsten Tag, 1957, Regie: Kurt Jung-Alsen, nach der Novelle Kameraden.

      Die heute über 40 sind, 1960, Regie: Kurt Jung-Alsen, Drehbuch: Franz Fühmann.

      Der Schwur des Soldaten Pooley, 1962, Regie: Kurt Jung-Alsen, Drehbuch: Franz Fühmann.

      Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen, 1964, Regie: Rolf Losansky.

      Köpfchen Kamerad, 1965, Regie: Otto Holub, Drehbuch: Franz Fühmann.

      Der verlorene Engel, 1966, Regie: Ralf Kirsten nach der Novelle Das schlimme Jahr.

      Das Geheimnis des Ödipus, 1973/74, Regie: Kurt Jung-Alsen, Drehbuch: Franz Fühmann.

      Der Fall Ö., 1991, Regie: Rainer Simon, nach der Erzählung König Ödipus.

    • Literatur

      Monografien:

      Erich Loest, Bruder Franz. 3 Vorlesungen über Franz Fühmann, gehalten an der Universität Paderborn, 1985.

      Horst Simon (Hg.), Zwischen Erzählen und Schweigen. Ein Buch des Erinnerns und Gedenkens. Franz Fühmann zum 65., 1987. (W)

      Irmgard Wagner, Franz Fühmann. Nachdenken über Literatur, 1989.

      Uwe Wittstock, Franz Fühmann, 1988, erw. Neuausg. 2022. (P)

      Hans Richter, Franz Fühmann. Ein deutsches Dichterleben, 1992, erw. Neuausg. 2001.

      Eberhard Sauermann, Fühmanns Trakl-Essay – das Schicksal eines Buches. Zur Autorisation der Ausgaben in der DDR und der BRD, 1992.

      Barbara Heinze, Franz Fühmann. Es bleibt nichts anderes als das Werk. Ausstellungskatalog, 1993. (P)

      Dennis Tate, Franz Fühmann. Innovation and Authenticity. A Study of his Prose-Writing, 1995.

      Ihmku Kim, Franz Fühmann – Dichter des „Lebens“. Zum potentialgeschichtlichen Wandel in seinen Texten, 1996.

      Barbara Heinze (Hg.), Franz Fühmann. Eine Biographie in Bildern, Dokumenten und Briefen, 1998. (P)

      Brigitte Krüger/Margrid Bircken/Helmut John (Hg.), Jeder hat seinen Fühmann. Herkunft – Prägung – Habitus. Zugänge zu Poetologie und Werk Franz Fühmanns, 1998.

      Brigitte Krüger (Hg.), Dichter sein heißt aufs Ganze aus sein. Zugänge zur Poetologie und Werk Franz Fühmanns, 2003.

      Uwe Kolbe, Rübezahl in der Garage. Franz Fühmann in Märkisch Buchholz und Fürstenwalde 1958–1984, 2006.

      Gunnar Decker, Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns, 2009. (P)

      Stephan Krause, Topographien des Unvollendbaren. Franz Fühmanns intertextuelles Schreiben und das Bergwerk, 2009.

      Jürgen Krätzer (Gasthg.), Franz Fühmann (Text + Kritik 202/03), 2014. (P)

      Roland Berbig/Stephan Krause/Volker Scharnefsky (Hg.), Literarisches Bergwerk – Arbeitswelt und Bibliothek Franz Fühmanns, 2014.

      Peter Braun/Martin Straub (Hg.), Ins Innere. Annäherungen an Franz Fühmann, 2016.

      Paul Alfred Kleinert/Irina Mohr/Franziska Richter (Hg.), „Auf ’s Ganze aus sein“, 2017.

      Uwe Buckendahl, Franz Fühmann. „Das Judenauto“ – ein Zensurfall im DDR-Literaturbetrieb. Eine historisch-kritische Erkundung mit einer Synopse aller publizierten Textvarianten, 2017.

      Paul Alfred Kleinert, „Ersatz, nicht die Landschaft meines Herzens“. Ein „österreichischer Schriftsteller“ im Brandenburgischen – Franz Fühmann in Märkisch Buchholz, 2022.

      Paul Alfred Kleinert (Hg.), Filmwelten Franz Fühmanns, 2022. (P)

      Aufsätze und Artikel:

      Marcel Reich-Ranicki, Kamerad Fühmann, in: ders., Deutsche Literatur in West und Ost, 1963, S. 422–433.

      Hartmut Mechtel, Art. „Franz Fühmann“, in: Erik Simon/Olaf R. Spittel (Hg.), Die Science-fiction der DDR. Autoren und Werke. Ein Lexikon, 1988, S. 139–141.

      Fritz J. Raddatz, Volksgenosse, Genosse, Dissident. Ein Porträt Franz Fühmanns, in: Die Zeit, 48. Jg., Nr. 16 v. 10.4.1992.

      Arne Born, Fühmanns Offener Brief vom November 1977. Ein Postulat und seine Unterdrückung. Mit unveröffentlichten Schriftstücken, in: Berliner Hefte zur Geschichte des literarischen Lebens 3 (2000), S. 81–115.

      Christian Sachse, Der schwarze Stoff, aus dem die Wahrheit ist. Franz Fühmann auf der Suche nach seiner Wahrheit, in: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat Nr. 15 (2004), S. 58–72.

      Christian Schobeß, Technikgeschichten. Franz Fühmanns Doppelstrategie der Technik in seinem Erzählband „Saiäns-Fiktschen“, in: Walter Delabar/Frauke Schlieckau (Hg.), Bluescreen. Visionen, Träume, Albträume und Reflexionen des Phantastischen und Utopischen, 2010, S. 132–143.

      Christoph Schreiber, Soldat, Marxist, Kulturfunktionär. Die Metamorphosen des Franz Fühmann, in: Tilman Pohlmann (Hg.), Die LDPD und das sozialistische „Mehrparteiensystem“ in der DDR, 2020, S. 179–197.

      Hans-Jürgen Schmitt, Eremit in Märkisch-Buchholz, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.1.2022.

      Klaus Hanisch, Grundthema: Heimkehr, in: Prager Zeitung v. 15.1.2022.

      Gunnar Decker, Mit ernster Fantasie. Romantiker Franz Fühmann, der große Unbekannte der DDR-Literatur..., in: der Freitag 4 v. 27.1.2022.

      Klaus Bellin, Dort arbeite ich, wie ich arbeiten muss, in: Neues Deutschland v. 10. 2.2022.

      Wolfgang Brauer Über einen Menschenfreund im Kiefernwald, in: Das Blättchen 25, Nr. 4 v. 14.2.2022.

      Dokumentarfilme:

      Prometheus in Märkisch Buchholz. Dokumentarfilm, 1974, Regie: Albrecht Börner.

      Das Bergwerk. Franz Fühmann. Dokumentarfilm, 1998, Regie: Karlheinz Mund.

    • Onlineressourcen

    • Porträts

      Bronzebüste v. Wieland Förster (geb. 1930), 1969, Museum der Bildenden Künste, Leipzig (Erstguss), Kiskőrös (Ungarn) (Guss No. 2), Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Historische Sammlungen, Fühmann-Nachlassbibliothek (vormals Franz Fühmann Stadtteilbibliothek Berlin-Hohenschönhausen, Guss No. 3), Wieland Förster Stiftung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Guss No. 4), Nationalgalerie Prag (Guss No. 5), Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar (Guss No. 6), Privatbesitz, Döbern (Guss No. 7).

  • Autor/in

    Paul Alfred Kleinert (Berlin)

  • Zitierweise

    Kleinert, Paul Alfred, „Fühmann, Franz“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.01.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118536672.html#dbocontent.

    CC-BY-NC-SA