Lebensdaten
1890 bis 1979
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Tel Aviv
Beruf/Funktion
Zionist ; Agronom
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 143494333 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pinner, Ludwig
  • Pinner, L.

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Zitierweise

Pinner, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143494333.html [18.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Reinhold, Inh. d. Getreidegroßhandels „Reinhold Pinner & Co.“ in B.;
    M N. N.

  • Leben

    P.s Familie war seit mehreren Generationen assimiliert; der einzige religiöse Ritus, der gefeiert wurde, war die Bar-Mizwa. Bereits als Gymnasiast Zionist, beschloß P, sich in Palästina niederzulassen, um am Aufbau eines jüd. Staates mitzuarbeiten. 1910 besuchte er mit seinem Vater, der hoffte, daß der Sohn|den Getreidegroßhandel weiterführen werde, Palästina; zur Reisegruppe gehörte neben Theodor Zlocisti, Richard Lichtheim und Wilhelm Brünn auch der Nationalökonom Franz Oppenheimer. P. studierte Landwirtschaftslehre in Berlin, Halle und Freising-Weihenstephan und wurde der erste ausgebildete Agronom der noch jungen zionistischen Bewegung in Deutschland. Die definitive Auswanderung gelang P. erst 1921 nach seinem Militärdienst im 1. Weltkrieg. In Palästina wirkte er als Leiter mehrerer landwirtschaftlicher Versuchsstationen. 1922 wurde er Abteilungsleiter der auf der Basis des Mandatsvertrages für Palästina gegründeten „Jewish Agency for Palestine“, in der seit 1929 auch Nicht-Zionisten paritätisch vertreten waren, wodurch die mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgestattete Organisation faktisch zur inoffiziellen Regierung des Jischuw wurde.

    P. machte sich nicht nur als landwirtschaftlicher Fachmann für den Anbau von Getreide und Zitrusfrüchten einen Namen; er war auch einer der begabtesten und erfolgreichsten Organisatoren des sich im Aufbau befindlichen Handels- und Wirtschaftslebens des jüd. Palästina. Seine größten Verdienste bestehen indes in der Organisation des sog. Palästina-Transfers mitteleurop., vorwiegend deutschsprachiger Juden nach Palästina zwischen 1933 und 1940. P. entwickelte das Modell der „Mittelstandssiedlung“, mit dem ca. 75 000 Flüchtlinge angesiedelt und im jüd. Gemeinschaftswesen Palästinas integriert werden konnten.

  • Werke

    Wheat Culture in Palestine, 1930;
    Ansiedlung v. 675 Familien aus Dtld. in Einzelwirtschaften, Eine Enquête d. Central Bureau for the Settlement of German Jews der JA, 1938 (ungedr.);
    Die Siedlungen d. fünften Alija, in: Meilensteine, Vom Wege d. Kartells Jüd. Verbindungen in d. Zionist. Bewegung, 1972, S. 179-84;
    Die Bedeutung d. Einwanderung aus Dtld. f. d. jüd. Palästina, in: Haavara-Transfer nach Palästina u. Einwanderung dt. Juden 1933-1939, hg. v. L. P., W. Feilchenfeld u. D. Michaelis, 1972.

  • Literatur

    R. Lichtheim. Die Gesch. d. dt. Zionismus, 1954 (P);
    H. Tramer, in: Mitt.bl. d. Irgun Olej Merkas Europa (MB), Tel Aviv, Nr. 5 v. 30.1.1970, S. 4;
    K. Kanowitz, ebd., Nr. 24 v. 22.6.1979, S. 5;
    Who is who in Israel 1966–67, 1966;
    Y. Eloni, Zionismus in Dtld., Von d. Anfängen bis 1914, 1987, S. 422-25.

  • Autor/in

    Jörg Hackeschmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Hackeschmidt, Jörg, "Pinner, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 454 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143494333.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA