Lebensdaten
1882 bis 1968
Geburtsort
Neu-Ulm
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Museumsdirektor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 107533723 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pechmann, Hans Max August Günther Freiherr von
  • Pechmann, Günther Freiherr von
  • Pechmann, Hans Max August Günther Freiherr von
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Zitierweise

Pechmann, Günther Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd107533723.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1845–1925), bayer. Offz., S d. Otto (1817–94), Reg.- u. Kreisbaurat, u. d. Hulda Glaser (1817–49);
    M Anna (1857–1937), T d. August Frhr. v. Malchus (1833–98), württ. Kammerherr, u. d. Bertha Ganczstuck v. Hammersberg (1835–1909);
    Ur-Gvv Heinrich (s. 1);
    Ov Friedrich (1862–1919), bayer. Gen.lt.;
    München 1918 Alice (1882–1976, 1] Werner Hegemann, 1881–1936, Städteplaner. s. NDB VIII), Innenarchitektin, gestaltete Ausst. d. Neuen Slg. in M. 1926-29 u. Verkaufsausst. d. KPM, T d. Amtsger.rats Moritz Hesse ( 1935) u. d. Maria Pesch in Brandenburg/Havel;
    1 S Eckehart (* 1920), Dr. rer. nat., Dipl.-Chemiker, Patentanwalt in M., 1 T Sibylle (* 1922, 1] Rudolf Huber, 1895–1969, Farbenfabr. in M., 2] Otfried Schwarz, 1912–99, Dr. iur., Richter am Bundesfinanzhof).

  • Leben

    P. schlug zunächst die Offizierslaufbahn ein, ehe er 1903-07 Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in München und Freiburg (Br.) studierte. Auf Empfehlung Richard Riemerschmids (1868–1957) für die Ausstellungsvorbereitung „München 1908“ verpflichtet, war er für die Vermittlung des Kontakts zwischen Künstlern bzw. Kunsthandwerkern einerseits sowie der Industrie und den Käufern andererseits zuständig. Von|1909 bis August 1914 leitete er die staatlich anerkannte und geförderte „Vermittlungsstelle für angewandte Kunst“, deren Ziel die wirtschaftliche Förderung des bayer. Kunsthandwerks sowie einer qualitativ hochwertigen Industrieproduktion war. Gleichzeitig stand P. der Geschäftsstelle der „Vereinigung für angewandte Kunst“ vor, die später als „Münchner Bund e. V“ die bayer. Sektion des Deutschen Werkbundes bildete. 1914-18 nahm er am 1. Weltkrieg teil; danach schloß er das Studium mit einer Dissertation über „Die Qualitätsarbeit“ ab und war mehrere Jahre in der rhein. und mitteldeutschen Industrie tätig.

    Im Mai 1925 wurde P. mit der Leitung der neu eingerichteten „Abteilung für Gewerbekunst“ am Bayer. Nationalmuseum betraut, die 1926 als „Die Neue Sammlung“ selbständiges Museum für Angewandte Kunst wurde. Deren Bestände baute er, ausgehend von einer Vorbildersammlung des „Münchner Bundes e. V.“, als eine der ersten europ. Sammlungen modernen Kunstgewerbes aus der Zeit nach 1840 auf. Die mit sicherem Gespür erworbenen Exponate repräsentieren die maßgeblichen Strömungen des Designs ihrer Zeit. Dabei sollte die Sammlung nicht nur historisch dokumentieren, sondern zugleich künstlerisches Verständnis bei Erzeugern wie Verbrauchern fördern und der Heranbildung des gewerblichen Nachwuchses dienen. In engem Zusammenhang damit engagierte sich P. für die gewerblichen Fachschulen und für die Förderung künstlerischer Geschmacksbildung im Unterricht. Im Sinne des Werkbunds unterschied er zwischen der künstlerischen Bedeutung des handwerklich hergestellten Einzelstücks und dem auf Typisierung ausgerichteten industriell erzeugten Massenartikel. 1929 wechselte er als Direktor an die Staatliche Porzellanmanufaktur (KPM) Berlin. Auch hier setzte er den Grundsatz des Deutschen Werkbunds von der „Form ohne Ornament“ konsequent um: In Zusammenarbeit mit der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein ließ er mit Erfolg qualitätvolles Gebrauchsporzellan für die Serienproduktion entwickeln; damit gelang ihm auch die wirtschaftliche Sanierung der KPM. Auf Druck der Nationalsozialisten mußte P. 1938 seine Position bei der KPM aufgeben und zog sich bis Kriegsende auf das Familiengut Oberhof bei Tettnang (Württ.) zurück. 1946 wurde er erneut mit Wiederaufbau und Leitung der Neuen Sammlung sowie der künstlerischen Aufsicht über die bayer. Kunstgewerbeschulen betraut. Über seine Pensionierung 1952 hinaus war P. als Berater und Jurymitglied für Messen und Industrie-Ausstellungen tätig.|

  • Auszeichnungen

    Bayer. Mil.-Max-Joseph-Orden (1916); Prof.titel (1928); Gründungs- u. Vorstandsmitgl. d. Dt. Werkbunds; Vorstandsmitgl. d. Dt. Keram. Ges.; Vors. d. Arbeitskreises f. industrielle Formgebung im BDI; Mitgl. d. Rates f. Formentwicklung d. Bundesreg. (1952); Gr. BVK (1962); Ehrenmitgl. d. Ac. Internat. de la Céramique, Genf.

  • Werke

    Die Qualitätsarbeit, Ein Hdb. f. Industrielle, Kaufleute u. Gewerbepolitiker, 1924 (Diss. oec. publ. München 1920);
    Die Ausst. München 1908, Eine Denkschrift, erl. Text v. P., 1908;
    Bayer. Kunsthandwerk, in: Dt. Kunst XXVIII, Sept. 1925, S. 281 ff.;
    Bayer. Nat.mus., Abt. f. Gewerbekunst, 1926 (Kat. d. ersten Sonderausst. d. Neuen Slg.);
    Franz Anton Bustelli, Die ital. Komödie in Porzellan, Einf., 1959;
    Zweihundert J. Berliner Porzellan-Manufaktur, in: Keram. Zs. 15, 1963, Nr. 8, S. 493 ff.;
    Der Werkbundgedanke in München, in: Denk' ich an München, hg. v. H. Proebst u. K. Ude, 1966, S. 50 ff.;
    weitere Btrr. in Fachzss. wie Dt. Kunst u. Dekoration, Die Kunst, Moderne Bauformen. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: German. Nat.mus., Nürnberg.

  • Literatur

    R. v. Kramer u. O. v. Waidenfels, Der kgl. bayer. Mil.-Max-Joseph-Orden, 1966, S. 371 f.;
    Wend Fischer (Hg.), Zw. Kunst u. Ind., Der Dt. Werkbund, Ausst.kat. München 1975;
    L. Burckhardt (Hg.), Der Werkbund in Dtld., Österr. u. d. Schweiz, 1978;
    J. Campbell, Der Dt. Werkbund 1907-1934, 1981;
    75), Werkbund Bayern 1907-1982, 1982;
    M. Jarchow, Die Staatl. Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) 1918-1938, Diss. Hamburg 1984;
    dies., Berliner Porzellan im 20. Jh., 1988;
    H. Wichmann, Industrial design, Unikate, Serienerzeugnisse, Die Neue Slg., 1985;
    Der Dt. Werkbund 1907, 1947, 1987, Ausst.kat. Frankfurt/M. 1987;
    Katja Schneider, Burg Giebichenstein, Die Kunstgewerbeschule unter Leitung v. Paul Thiersch u. Gerhard Marcks 1915-1933, 1992;
    Rhdb. (P). - Eigene Archivstud. im Bayer. HStA München.

  • Autor/in

    Eva Chrambach
  • Empfohlene Zitierweise

    Chrambach, Eva, "Pechmann, Günther Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 153 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107533723.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA