Lebensdaten
1859 bis 1948
Geburtsort
Memmingen
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 116071745 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pechmann, Wilhelm Franz Alois Freiherr von
  • Pechmann, Wilhelm Freiherr von
  • Pechmann, Wilhelm Franz Alois Freiherr von
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Zitierweise

Pechmann, Wilhelm Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116071745.html [22.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adalbert (1822–86), Oberlandesger.rat, S d. Alois (1776–1854), bayer. Bez.bauinsp., u. d. Franziska Gärtner (1786–1864);
    M Ida (1838–1913), T d. Johann Wilhelm Petersen (1782–1863), bayer. Landkommissar zu Landau, u. d. Julie Fliessen ( 1839);
    Ov Heinrich (1826–1905), Maler, Dir. d. Neuen Pinakothek zu M.;
    Om Julius Petersen|(1835-1909), Reichsger.rat;
    B Heinrich (1865–1921), Dr. med., emigrierte in d. USA;
    München 1887 Emma (1867–1945), T d. Ludwig Frhr. v. Feilitzsch (1832–1920) u. d. Therese v. Sundahl (1837–1922);
    1 S, 2 T;
    Vt Julius Petersen (1878–1941), Germanist (s. NDB 20).

  • Leben

    P., der die Lateinschule in Memmingen und das Realgymnasium in Augsburg besucht hatte, wurde 1877 als Stipendiat in das Maximilianeum in München aufgenommen. Er studierte zunächst Altphilologie und wechselte ab dem 4. Semester zum Jurastudium. 1885 legte er die zweite juristische Prüfung ab. Im folgenden Jahr trat er als Rechtskonsulent in die Bayer. Handelsbank ein. Seit 1898 war er dienstältestes Mitglied der Direktion, bis 1937 Erster Direktor, was dem heutigen Vorstandsvorsitzenden entspricht, und anschließend bis 1939 Aufsichtsratsvorsitzender. Die Bank nahm unter P.s Leitung einen erheblichen Aufschwung. Zusammen mit seinem Onkel Julius Petersen kommentierte er das Aktiengesetz von 1884, verfaßte 1897 einen Kommentar zum neuen Depotgesetz und wirkte maßgeblich bei der Schaffung des Hypothekenbankgesetzes mit, das am 1.1.1900 in Kraft trat und bis heute gilt. 1923 gelang es P. als Beauftragtem der deutschen Bankenkommission, die Reichsregierung von ihrem Vorhaben abzubringen, sämtliche Wertpapiere mit der Währungsreform entschädigungslos verfallen zu lassen; es wurde die Aufwertung mit bis zu 20% festgelegt.

    Die eigentliche Mitte im Leben P.s bildete sein Wirken in der ev. Kirche. 1892 trat er dem Johanniterorden als Ehrenritter bei (1896 Rechtsritter, 1898 Werkmeister d. bayer. Genossenschaft, 1924 Ehrenkommendator). Er war Gründungsmitglied des CVJM in München, seit 1901 Mitglied der bayer. Generalsynode und 1910 sowie 1913 Präsident der Steuer-Synode. Nach dem 1. Weltkrieg unterzog er sich der Aufgabe, die kirchliche Verfassung in Bayern der neuen politischen Situation entsprechend zu gestalten. 1920-22 war er der erste gewählte Präsident der bayer. Landessynode, 1924-30 Präsident des deutschen Ev. Kirchentages (Bethel 1924, Königsberg 1927, Nürnberg 1930) und wirkte auch international in verschiedenen kirchlichen Gremien mit. Zusammen mit dem ihm freundschaftlich verbundenen schwed. Bischof Nathan Söderblom (1866–1931) erstrebte er die Vereinigung der beiden großen Konfessionen (Una sancta). 1933/34 wandte er sich vehement gegen Versuche der Vereinnahmung der Kirche durch den Staat und ihre Umgestaltung zu einer Reichskirche. Da seine Forderung nach einer offiziellen Verlautbarung gegen die Judenverfolgung ohne Erfolg blieb, erklärte er im April 1934 den Austritt aus der ev. Kirche und schloß sich der Bekennenden Kirche in Bayern an. Als Hauptgegner des Nationalsozialismus erachtete P. die kath. Kirche, von deren Widerstand er tief beeindruckt war und der er im Mai 1946 beitrat. – D. theol. (Erlangen 1913); Gedenkveranstaltung „Aufstand d. Gewissens“ d. Ev.-Luth. Kirche in Bayern (1998).

  • Werke

    Weitere W Autobiogr. in Geistiges u. künstler. München in Selbstbiogrr., hg. v. W. Züls, 1913;
    Landeskirche – Kirchenbund – Allg. ev.-luth. Konferenz, in: Jb. f. d. ev.-luth. Landeskirche Bayerns 1919/20, S. 15-27;
    Ev. Christentum in luth. Ausprägung, in: G. Schenkel (Hg.), Protestantismus d. Gegenwart, 1926;
    Widerstand u. Solidarität der Christen in Dtld. 1933-1945, Eine Dok. z. Kirchenkampf aus d. Papieren d. D. W. Frhr. v. P., hg. v. F. W. Kantzenbach, 1971. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Bayer. Staatsbibl. München; Landeskirchl. Archiv Nürnberg.

  • Literatur

    FS d. Bayer. Handelsbank z. Goldenen Dienstjubiläum, 1936;
    K. Scholder, Die Kirchen u. d. Dritte Reich, 1977/85;
    Rhdb. (P);
    C. Vollnhals, in: Biogr. Lex. z. Weimarer Rep., hg. v. W. Benz u. H. Graml, 1988;
    D. Schumann, Bayerns Unternehmer in Ges. u. Staat, 1834–1914, 1992.

  • Autor

    Adalbert Freiherr von Pechmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Pechmann, Adalbert Freiherr von, "Pechmann, Wilhelm Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 152 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116071745.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA