Lebensdaten
1841 bis 1913
Geburtsort
Gotha
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Professor der Geologie in Leipzig
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 101320566 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Credner, Hermann Georg
  • Credner, Herm.
  • Credner, Karl H.
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Zitierweise

Credner, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd101320566.html [10.12.2016].

CC0

Credner, Karl Hermann Georg

Geologe, * 1.10.1841 Gotha, 22.7.1913 Leipzig. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Heinr. (1809–76), Geologe am Oberbergamt Halle, verdient um die Geologie Thüringens, des Harzes u. Nordwestdeutschlands, bes. um die geognostische Karte des Thüringer Waldes (s. ADB XLVII), S des Joh. Christ. (s. Genealogie 1); M Anna (1816–1900), T des Geh. Kammerrats Vey zu Gotha; Ov Karl s. (1); N Wilh. s. (3); Halle 1872 Marie (1854–1931), T des Adolf Riebeck (1821–83), Begr. der Riebeckschen Montanwerke in Halle, u. der Marie Renke; 6 T, u. a. Hedwig ( Felix Berber, 1930, Geiger, s. NDB II).

  • Leben

    C. studierte in Clausthal, Breslau und Göttingen Geologie und Paläontologie. Nach Promotion in Göttingen bereiste er weite Gebiete Nord-Amerikas. Er besuchte die Erzvorkommen der südlichen atlantischen Staaten, die Kupfer- und Erzregionen am Oberen See. In Leipzig habilitierte sich C. 1869 bei C. F. Naumann und wurde 1870 außerordentlicher, 1895 ordentlicher Professor der Geologie und Paläontologie auf dem neu errichteten Lehrstuhle. 1872 wurde er Direktor der Königlich Sächsischen Geologischen Landesanstalt.

    Unter den Schriften C.s wurden am bekanntesten seine „Elemente der Geologie“. Dies|knapp gefaßte, Diskussion gegenteiliger Meinungen vermeidende Lehrbuch wirkte bahnbrechend und ist auch im Ausland sehr verbreitet und anerkannt worden. C. bearbeitete mustergültig die Stegocephalen und Saurier aus dem Rotliegenden des Döhlener Beckens bei Dresden und beschäftigte sich mit Glazialfragen (zuerst als Anhänger der Drifttheorie Lyells, später als Verfechter der Torellschen Vorstellungen von Inlandeis) und mit der Bildung des Lößes, dessen äolischen Ursprung er zunächst verkannte. Er beschrieb die mannigfaltigen Gesteine des sächsischen Granulit-Gebirges, wobei er das Granulit-Gebirge als Lakkolith aus der oberen Devonzeit ansah, der von mehreren Kontaktzonen umgeben sei. C. registrierte auch die seit 1875 in Sachsen vorkommenden Erdbeben, die er als tektonisch erkannte, und gründete die Erdbeben-Warte in Leipzig.

    Von bedeutsamem Einfluß auf die gesamte deutsche geologische Kartographie wurde C.s Tätigkeit in der sächsischen Landesuntersuchung. Es gelang seiner Tatkraft, in 27 Jahren 127 Einzelblätter und Erläuterungen der geologischen Spezialkarte herstellen zu lassen (von denen viele inzwischen in Neuaufnahmen erschienen). Ferner veranlaßte er den Druck einer Übersichtskarte von Sachsen im Maßstab 1: 250 000 und einer solchen im Maßstab 1: 500 000, beides Blätter von hervorragender Darstellungs- und Farbenkunst. - Dr. honoris causa der Universität Cambridge, Ehrenmitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften, darunter der Kaiserlichen Mineralogischen Gesellschaft in Petersburg. Nach ihm wurde der C.-Schacht bei Ober-Röblingen, ein Mangankupfererz Crednerit, - ein Gletscher des Riesenvulkans Kilimandjaro C.-Gletscher, die großartige Moränenlandschaft an der Jan-Mayen-Bucht Spitzbergens C.-Moräne, ein Gebirgszug der Insel Neu-Pommern H. C.-Gruppe getauft. Zum 70. Geburtstage wurde die H. C.-Stiftung zur Förderung der Geologie errichtet.

  • Werke

    Weitere W Beschreibung v. Mineralvorkommen in Nordamerika, 1866/67; Die Gliederung d. eozoischen Formationsgruppe Nordamerikas, 1869: Die vorsilurischen Gebilde d. Oberen Halbinsel v. Michigan in Nordamerika, 1869; Geognosie u. Mineralreichtum d. Alleghany-Systems, 1871; Elemente d. Geologie, 1872, 111912; Über Lößablagerungen an d. Zschopau u. Freiberger Mulde usw., 1876; Der rote Gneis d. sächs. Erzgebirges, s. Verbandverhältnisse u. genetischen Beziehungen zu d. archäischen Schichtenreihe, 1877; Das Oligozän d. Leipziger Kreises …, 1878; Über Gletscherschliffe auf Porphyrkuppen …, 1879; Über Glazialerscheinungen in Sachsen …, 1880; Die Stegocephalen a. d. Rotliegenden d. Plauenschen Grundes, 10 T., 1881-93; Das sächs. Granulitgebirge u. s. Umgebung (mit Karte), 1889; Über d. erzgebirg. Gneisformation u. d. sächs. Granulitformation, 1903; Die Genesis d. sächs. Granulitgebirges, 1907; Geolog. Übersichtskarte d. Kgr Sachsens i. M. 1: 250 000, 1908.

  • Literatur

    Wahnschaffe, Zum Gedächtnis H. C.s, in: Zs. d. dt. Geolog. Ges. 65, 1913, Mon.Berr., S. 470-83 (W, P); T. Rinne, in: Berr. d. Sächs. Ges. d. Wiss., math. phys. Kl. 65, 1913 (W); F. Etzold, in: Zbl. f. Mineral., Jg. 1914, S. 577-92 (W); K. Andrae, Aus d. Gesch. d. dt. Geol. Ges., in: Zs. d. dt. Geol. Ges. 106, 1948; S. 10; Lambrecht-Quenstedt.

  • Portraits

    Marmorbüste v. Seffner (Geolog. Institut d. Univ. Leipzig).

  • Autor

    Erich Krenkel
  • Empfohlene Zitierweise

    Krenkel, Erich, "Credner, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 404 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd101320566.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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