Lebensdaten
1779 – 1822
Geburtsort
Otterndorf bei Cuxhaven
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
klassischer Philologe ; Übersetzer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 100689590 | OGND | VIAF: 69281446
Namensvarianten
  • Voß, Johann Heinrich
  • Voß, Heinrich
  • Voß, Johann Heinrich
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Orte

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Zitierweise

Voß, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100689590.html [22.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (s. 1; W);
    M Ernestine Boie (s. 2);
    B Abraham (s. Gen. 1; W);
    – ledig.

  • Biographie

    V. wuchs ab 1782 in Eutin auf, besuchte dort die von seinem Vater geleitete Lateinschule und ging 1799 nach Halle/Saale, wo er anfangs Theologie, dann Philologie studierte. 1801 setzte er sein Studium in Jena fort, wohin ihm seine Eltern 1802 folgten. 1804 wurde er auf Vermittlung Goethes Lehrer am Gymnasium in Weimar und wechselte 1806 als Professor für klassische Philologie an die Univ. Heidelberg, wohin seine Eltern ein Jahr zuvor übergesiedelt waren, und lebte bis zu seinem Tod im elterlichen Haus.

    Bedeutung erlangte V. v. a. als Shakespeare-Übersetzer: Waren die auf Anregung Goethes und in engem Kontakt mit Schiller entstandenen Übersetzungen des „Othello“ und „König Lear“ (1806) noch stark am klassizistischen Übersetzungsstil A. W. Schlegels und Schillers orientiert, folgte V. später immer stärker den Übersetzungsprinzipien seines Vaters, die am Ideal der möglichst genauen Nachbildung des jeweiligen Originals ausgerichtet waren. Dies gilt z. T. schon für die zusammen mit dem Bruder Abraham übertragenen 7 „Schauspiele“ Shakespeares (3 Bde., 1810–15), vollständig dann für die offen gegen Schlegel gerichtete Gesamtübersetzung der Shakespeareschen Dramen, an der außer Abraham auch der Vater Johann Heinrich mitarbeitete (9 Bde., 1818–29).

    In den Heidelberger Jahren war V. u. a. als Redakteur und Rezensent für Cottas „Morgenblatt“ tätig und unterhielt enge persönliche Kontakte zu Jean Paul (1763–1825) und dem Romantikerkreis um Christian Truchseß v. Wetzhausen (1755–1826). Im Streit seines Vaters mit den Heidelberger Romantikern stand V. jedoch stets auf der Seite des Vaters.

  • Werke

    Weitere W Briefe, hg. v. Abraham Voß, 3 Bde., 1833–38 (P);
    Specimen emendationem in Pindari carmina, 1810;
    Curarum Aeschylearum specimen, 1812;
    Notae in Theocritum, 1813;
    Übers.: Äschylus, z. T. vollendet v. Johann Heinrich Voß, 1826 (P);
    Teilnachlässe: Univ.bibl. Dresden;
    Univ.- u. Landesbibl. Jena;
    Schleswig-Holstein. Landesbibl. Kiel.

  • Literatur

    |ADB 40;
    H. G. Gräf, H. V. d. J. u. sein Verhältnis zu Goethe u. Schiller, in: Goethe-Jb. 17, 1896, S. 75–104;
    D. W. Schumann, H. V., Zw. Aufklärung u. Romantik, Mit unveröff. Briefen, in: Jb. d. Wiener Goethe-Ver. 1980 / 81, S. 215–73 (P);
    L. Drewing, Die Shakespeare-Übers. v. Johann Heinrich V. u. seinen Söhnen, 1999;
    F. Baudach, Von d. Freiheit eines Unmündigen, Ein ungedr. Brief v. H. V., in: Voss. Nachrr. 2, 1995, S. 5–18;
    M. Grieger, Die Byron-Nachdichtungen v. H. V., ebd. 8, 2005, S. 15–24;
    Goedeke 17 (W, L);
    Kosch, Lit.-Lex.³ (W, L);
    Drüll, Heidelberger Gelehrtenlex. I.

  • Porträts

    |Ölgem. v. F. Gareis, 1800 (Frankfurt/M., Goethe-Mus.), danach: Stich v. C. Barth, 1826, Abb. in: Äschylus, 1826 u. Briefe, Bd. 1, 1833, Frontispiz;
    Aquarell-Miniatur v. Reineck (?), um 1800 (verschollen, Photogr. in d. Klassik Stiftung Weimar).

  • Autor/in

    Frank Baudach
  • Zitierweise

    Baudach, Frank, "Voß, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie (), S. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100689590.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA