Lebensdaten
1819 bis 1883
Geburtsort
Ehingen
Sterbeort
Gars/Inn
Beruf/Funktion
Redemptorist ; katholischer Theologe ; Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116816449 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmöger, Carl Erhard
  • Schmöger, Karl
  • Schmöger, Carl Erhard
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Zitierweise

Schmöger, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116816449.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst, Chordir. in E., S d. Lehrers N. N. aus Rißtissen;
    M Elisabeth Buohler.

  • Leben

    S. besuchte das Gymnasium in Ehingen, studierte 1837-41 als Zögling des Wilhelmstifts Theologie in Tübingen und trat anschließend in das Rottenburger Priesterseminar ein. Nach seiner Priesterweihe war er u. a. Hofmeister bei den Grafen von Rechberg, seit 1846 Stadtpfarrer in Weißenstein. 1850 trat er in Altötting in die Kongregation der Redemptoristen ein, wo er an der Ordenshochschule als Lektor der Dogmatik, Exegese und biblischen Hermeneutik tätig war und eine Reform der Volksmission durchführte. Seit 1859 engster Berater der Provinzobern, wurde er 1865 Rektor des Klosters in Gars/Inn und 1868 Provinzial der Oberdt. Ordensprovinz mit Sitz ebendort. Als Oberer führte er ein Regiment, das auch als „Gewissenstyrannei“ bezeichnet wurde.

    S., der sich schon als Pfarrer für die Caritas-Bewegung engagiert hatte und im Sinne eines integralistischen Katholizismus kirchenpolitisch und publizistisch tätig war, war zeit seines Lebens führend in der extrem-ultramontanen Richtung, so als geheimer Drahtzieher in der „Donzdorfer Fakultät“, einer Art Anti-Fakultät zur kath.-theol. Tübinger Fakultät, als Informant der Kurie und – teilweise in engem Kontakt zu dem neuscholastischen Theologen Constantin v. Schäzler (1827–80) – als Denunziant dt. Theologen (Johann Bapt. v. Hirscher [1788–1865], Johannes Kuhn [1806–87]) in Rom. Auf seine Initiative hin kam es 1873 zum postumen Inquisitionsprozeß gegen Johann Michael Sailer (1751–1832). Mit dem dt. Katholikenführer Karl Fürst zu Löwenstein (1834–1921) war er freundschaftlich verbunden.

    S. publizierte mehrere Schriften zur „mystischen Theologie“. Hervorzuheben sind seine erbaulich umstilisierten Veröffentlichungen eines Teils der von Clemens Brentano (1778–1842) aufgezeichneten Schauungen der stigmatisierten Anna Katharina Emmerick (1774–1824) in Dülmen, die bis heute zahlreiche Neuauflagen erfuhren und in mehrere Sprachen übersetzt wurden, sowie eine Biographie der 2004 seliggesprochenen Nonne. S. selbst stand in engem Kontakt zu der stigmatisierten Maria v. Mörl (1812–68) in Kaltern und war Seelenführer der stigmatisierten Altöttinger Seherin Louise Beck (1822–79), die als Medium einer himmlischen „höheren Leitung“ der Oberdt. Redemptoristenprovinz sowie hohen geistlichen Würdenträgern (Friedrich Windischmann, Karl August v. Reisach, Ignatius v. Senestrey) Weisungen erteilte.

  • Werke

    Das Leben unseres Herrn u. Heilandes Jesu Christi, Nach d. Gesichten d. gottseligen Anna Katharina Emmerich aufgeschrieben v. Clemens Brentano, 3 Bde., 1858-60;
    Das Leben d. gottseligen Anna Katharina Emmerich, 2 Bde., 1867–70, 21872;
    Himml. Manna f. heilsbegierige Seelen, Aus d. Offenbarungen d. hl. Birgitta gesammelt, 1883.

  • Literatur

    ADB 32;
    U. Klarmann, C. E. S. aus d. Congregation d. allerheiligsten Erlösers, 1883 (P);
    P. Siebertz, Karl Fürst zu Löwenstein, 1924, S. 20, 120;
    A. Hagen, Gestalten aus d. schwäb. Katholizismus, II, 1950, S. 96-132 (P);
    J. Adam, Clemens Brentanos Emmerick-Erlebnis, 1956;
    W. Frühwald, Das Spätwerk Clemens Brentanos (1815–1842), 1977;
    F. Kästner, C. E. S., Redemptorist (1819–1883), 1983;
    O. Weiß, Die Redemptoristen in Bayern, 1983 (W, L);
    E. Garhammer, Die Reg. d. Ebf. Karl August Gf. v. Reisach, in: G. Schwaiger (Hg.), Das Ebm. München u. Freising im 19. u. 20. Jh., 1989, S. 75-124;
    K. Hausberger, Gesch. d. Bm. Regensburg, II, 1989, S. 179-85;
    H. Wolf, Ketzer oder Kirchenlehrer?, Der Tübinger Theol. Johannes v. Kuhn (1806–1887), 1992;
    ders., Im Zeichen d. „Donzdorfer Fak“. in: Hohenstaufen – Helfenstein, Hist. Jb. f. d. Kr. Göppingen 3, 1993, S. 96-116;
    ders., Johann Michael Sailer, Das postume Inquisitionsverfahren, 2002;
    A. Landersdorfer, Gregor v. Scherr, 1995, S. 366-74;
    N. Priesching, Maria v. Mörl, 2004 (P);
    BBKL (W, L).

  • Portraits

    Zeichnung v. M. Schmalzl (Gars/Inn, Redemptoristenkloster).

  • Autor/in

    Otto Weiß
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiß, Otto, "Schmöger, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 256-257 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116816449.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Schmöger: Karl Erhard S., Redemtorist, geboren am 24. Februar 1819 zu Ehingen an der Donau in Württemberg, am 14. August 1883 zu Gars in Oberbaiern. Nachdem er seine Gymnasialstudien in seiner Vaterstadt absolvirt hatte, studirte er zu Tübingen Theologie und wurde am 29. August 1842 zum Priester geweiht. Er wurde dann Hülfsgeistlicher zu Mergentheim, darauf Hofmeister bei dem Grafen Rechberg und 1846 Pfarrer zu Weißenstein. Im Juli 1850 trat er in das Noviziat der Redemtoristen in Altötting und legte am 7. Juni 1851 die Gelübde ab. Er wurde im Orden vorzugsweise als Lehrer der Theologie und Philosophie verwendet, 1865 Rector des Ordenshauses zu Gars, 1868 Provinzial der oberdeutschen Provinz. Als die Redemtoristen auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. Juli 1872 vom deutschen Reiche ausgeschlossen wurden, sprachen die bairischen Bischöfe in einem Schreiben vom 27. September 1873 S. ihren Dank für die von der Congregation geleisteten Dienste aus. Die bairische Regierung gestattete, daß einzelne Redemtoristen auch ferner in der Seelsorge verwendet werden dürften, wenn sie förmlich aus dem Orden austräten. S. lehnte dieses aber im November 1873 ab. Er blieb jedoch in Gars, wo er bisher als Provinzial residirt hatte, bis er nach längerem Leiden an der Herzwassersucht starb. — Aus den ihm von dem Abt Haneberg, dem spätern Bischof von Speyer, übergebenen Aufzeichnungen Clemens Brentano's gab S. 1858 bis 1860 in drei Bänden heraus: „Das Leben Jesu nach den Gesichten der sel. Anna Catharina Emmerich“ (eine 2. Auflage erschien 1879—80, ein Auszug 1864, in 3. Auflage 1879), ferner „Das arme Leben und bittere Leiden Jesu und seiner Mutter Maria nebst den Geheimnissen des Alten Bundes“, 1881, und „Das Leben der gottsel. A. C. Emmerich“ in 2 Bänden, 1867, 1870 (2. Auflage 1873; ein Auszug erschien 1885 und wurde auch in das Französische und Italienische übersetzt). Außerdem hat S. einige ascetische Werke Liguori's übersetzt und einige andere ascetische Schriften herausgegeben.

    • Literatur

      Karl Erhard Schmöger aus der Congregation des allerheiligsten Erlösers. Ein Lebensbild. 1883. — H. Rolfus, Kirchengeschichtliches II, 308, 309 (1882).

  • Autor/in

    Reusch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Reusch, Heinrich, "Schmöger, Karl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 32 (1891), S. 52 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116816449.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA