Lebensdaten
1723 bis 1796
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Staatsmann ; Diplomat
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 130126446 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rosenberg, Franz Xaver Wolf Fürst von
  • Orsini und Rosenberg, Franz Xaver Wolf Fürst von
  • Rosenberg, Franz Xaver Wolf Fürst von
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Zitierweise

Orsini und Rosenberg, Franz Xaver Wolf Fürst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130126446.html [05.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wolf Sigmund Gf. ( um 1739), Landeshptm., Burggf. v. Kärnten, S d. Joseph Paris Gf. (1651–85, s. Einl.);
    M Maria Eleonora Gfn. Hohenfeld;
    Ur-Gvm Ernst Rüdiger Gf. v. Starhemberg (1638–1701), kaiserl. FZM, nach d. Verteidigung Wiens 1683 FM. Geh. u. Konferenzrat, 1691 Präs. d. Hofkriegsrats (s. ADB 35); ledig.

  • Leben

    Nach einem juristischen Studium in Wien begann O. seine diplomatische Karriere an der österr. Gesandtschaft in London, wurde 1748 nach Mailand versetzt, wo er unter dem Gouverneur Ferdinand Gf. Harrach (1708–78) mit den problematischen inneren Verhältnissen eines ital. Gebiets unter österr. Herrschaft vertraut wurde. 1750-57 war O. österr. Gesandter in Kopenhagen, 1757-65 in Madrid. Hier führte er die Verhandlungen über die Eheschließung von Erzhzg. Leopold (1747–92) mit der span. Infantin Maria Louisa, die sich schwierig gestalteten, weil der span. Hof auf der Einrichtung einer Sekundogenitur für Leopold bestand. O. begleitete die Braut zur Hochzeit am 18.8.1765 nach Innsbruck. Nach dem Tod des Kaisers am Abend desselben Tages übernahm Leopold die Regierung im Ghzgt. Toskana. Auf ausdrücklichen Wunsch Leopolds sandte Maria Theresia O. als Berater mit nach Florenz. Vor seiner Abreise gab sie ihm eine detaillierte Instruktion, in der sie ihn verpflichtete, ihr laufend über die Verhältnisse in der Toskana zu berichten. Nach dem Tod des ersten toskan. Ministers Franz Gf. Thurn-Valsassina (9.2.1766) übernahm O. dessen Amt als Obersthofmeister und dirigierender Chef bei den ghzgl. Staats-, Kriegs- u. Finanzkanzleien. Der als überaus liebenswürdig und entgegenkommend geschilderte O. meisterte die heikle Aufgabe, gleichermaßen das Vertrauen der ebenso herrschsüchtigen wie gegen ihre Kinder mißtrauischen Kaiserin wie das des nach Selbständigkeit strebenden Großherzogs zu gewinnen. Als Minister Leopolds setzte er eine grundlegende Reform der desolaten toskan. Verwaltung durch, so daß dieses Land binnen weniger Jahre zu einem der bestorganisierten Reformstaaten des aufgeklärten Absolutismus wurde. Gemeinsam mit Pompeo Neri entwarf O. ein weit gespanntes Reformprogramm, das zur Grundlage des Regierungssystems Leopolds wurde. Maria Theresia setzte O. auch ein, als in Parma-Piacenza 1769 das Temperament der Erzhzgn. Maria Amalia (1746–1804), Gemahlin des Hzg. Ferdinand II., zu erheblichen politischen Schwierigkeiten führte. Nach drei Jahren gab O. 1772 auf eigenen Wunsch den Posten in Florenz auf und kehrte nach Wien zurück.

    Im Auftrag Maria Theresias begleitete er bis 1775 Erzhzg. Maximilian, den späteren Kurfürst-Erzbischof von Köln, auf seiner Kavalierstour durch Europa. 1777 wurde O. von Joseph II. zum Obersthofmeister und Konferenzminister ernannt. Er genoß zwar das Vertrauen des Kaisers, konnte aber nur selten seinen mäßigenden Einfluß in der von vorschnellen Entscheidungen geprägten Reformpolitik des Kaisers durchsetzen.

    Nach dem Regierungsantritt berief Leopold II. O. in mehrere Kommissionen, die sich mit den Reformen Josephs II. befaßten. Bei der Krönung in Frankfurt erhob Leopold II. O. in den Reichsfürstenstand mit der Verfügung, daß dieser auf seinen Vetter und dessen Nachkommen übergehen sollte. Franz II. bestätigte O. in seinem Amt als Staats- und Konferenzminister und Oberstkämmerer.|

  • Auszeichnungen

    Goldenes Vließ (1764).

  • Quellen

    Qu Berr. d. diplomat. Vertreter d. Wiener Hofes aus Spanien in d. Reg.zeit Karls III. (1759–1788), Bd. 1, Die Berr. des Gf. Rosenberg 1759-1761, hg. v. H. Juretschke, bearb. u. erl. v. H. O. Kleinmann, 1970.

  • Literatur

    A. Wandruszka, Leopold II., 2 Bde., 1964;
    Wurzbach 27;
    Dipl. Vertr. II-III.

  • Portraits

    Kupf. v. C. Vinazer.

  • Autor/in

    Karl Otmar Freiherr von Aretin
  • Empfohlene Zitierweise

    Aretin, Karl Otmar Freiherr von, "Orsini und Rosenberg, Franz Xaver Wolf Fürst von" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 596 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130126446.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA