Lebensdaten
1772 bis 1828
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Bankier ; Gründer des Bankhauses in Köln ; preußischer Oberhofagent
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 137691866 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oppenheim, Salomon Hertz
  • Oppenheim, Salomon Hertz junior
  • Oppenheim, Salomon Hertz

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Zitierweise

Oppenheim, Salomon, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd137691866.html [25.09.2016].

CC0

Oppenheim, Salomon junior Freiherr von

Bankier, * 19.6.1772 Bonn, 9.11.1828 Mainz. (israelitisch)

  • Genealogie

    V Herz Salomon (1750–1832), Handelsmann in B., S d. Salomon Hertz (1694–1757 od. 1758, s. Einl.) u. d. Brendele Abraham Halevy (um 1720–80); M Helene Seligmann (1752–93), T d. Elijahr Salman; 1792 Therese Stein (Deigen Levi) (1775–1842), T d. Kaufm. Levi Isaac in Dülmen; 6 S, u. a. Simon (1803–80, österr. Frhr. 1867, Henriette, 1812–85, T d. Bankiers Isidor Obermayer), Bankier in Köln, Abraham (1804–78, s. 2), Dagobert (David) (1809–89, seit 1839 ev.), Ass. iur., 1841-43 Mitgründer u. -hg. d. Rhein. Ztg., 1854-81 Präs. d. Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsges., 1867-80 Präs. d. Köln-Mindener Eisenbahnges., 1866-89 Stadtverordneter in Köln, 1874-89 Vors. d. Köln. Kunstver., Arnold (1813–84), Alexander (1814–1903), beide Mitinh. d. Bankhauses Gebr. Oppenheim u. Co., Amsterdam, 6 T, u. a. Helene (1798–1891, Bénoit Fould, 1792–1858, Mitinh. d. Bankhauses B. L. Fould & Fould-Oppenheim, Paris, B d. Achille Fould, 1800–67, bis 1819 Kompagnon, 1850-67 franz. Finanzmin.), Bertha (Betty) (1802–72, Heinrich David Hertz, 1797–1863, Kaufm. in Hamburg), Eva (Eveline) (1805–86, seit 1831 ev., Ferdinand v. Kusserow, 1792–1855, 1844 preuß. Adel, preuß. Gen.-Lt., Mil.topograph, s. ADB 51; Priesdorff VI, S. 309-11); E Eduard (1831–1909, seit 1859 ev.), Bankier, Gründer v. Gestüt u. Rennstall Schlenderhan, Albert (1834–1912, seit 1858 kath.), Bankier, Kunstsammler, Emma (1837–1928, Felix Frhr. v. Kaskel, 1833–94, Bankier in Dresden, Mitgründer d. Dresdner Bank, s. NDB XI*), Heinrich v. Kusserow (1836–1900), Jurist, Kolonialpol., Dipl. (s. NDB 13; Gen. 2), Ottilie v. Kusserow (1840–1919, Adolph v. Hansemann, 1827–1903, preuß. Adel 1872, Bankier, s. NDB VII), Heinrich Hertz (1857–94), Physiker (s. NDB VIII); Ur-E Max (s. 3), Simon Alfred (1864–1932), Bankier, Emmy (1869–1957, Maximilian Gf. zu Arco-Valley, 1849–1911, s. NDB I*); Gustav Hertz (1887–1975), Physiker, Nobelpreisträger, Urur-E Waldemar (1894–1952), Bankier, Friedrich Carl (1900–78), Bankier, Ururur-E Alfred (* 1934), Bankier.

  • Leben

    Der Familienüberlieferung zufolge begann O. bereits 1789 im Alter von 17 Jahren mit dem Handel auf eigene Rechnung. Er gewann seinen kapitalkräftigen und erfahrenen Verwandten Samuel Wolff, den Vetter seines Vaters, als stillen Teilhaber und stärkte seine Kapitalbasis zudem durch die Heirat mit einer wohlhabenden Kaufmannstochter. Nach der Besetzung des Rheinlands durch franz. Truppen 1794 und der anschließenden Flucht des kurfürstlichen Hofes entschloß sich O. 1798, sein Geschäft nach Köln zu verlegen. Er gehörte damit zu den Wiederbegründern der jüd. Gemeinde, nachdem die Stadt 424 Jahre lang die Ansiedlung von Juden untersagt hatte. In Köln konnte O. seine wirtschaftliche Position rasch ausbauen. Das Geschäft bestand aus der typischen Kombination von Geldgeschäft und Warenhandel; hinzu kamen das lukrative Recht auf Einzug einer Judensteuer im Auftrag der franz. Obrigkeit sowie die allerdings eher zurückhaltende Teilnahme am Immobiliengeschäft. O.s Einstufung von 1808 als „Banquier et Négociant Notable“ zeigt bereits das wachsende Gewicht des Geldgeschäfts; 1810 wird er als der zweitgrößte Kölner Bankier nach Abraham Schaaffhausen genannt und ist höchstbesteuertes Mitglied der jüd. Gemeinde. 1816 firmierte das Bankhaus zum ersten Mal unter dem bis heute gültigen Namen „Sal. Oppenheim jr. & Cie.“ 1818 erhielten O. und das Berliner Bankhaus Mendelssohn den Auftrag, den Transfer der von Frankreich an Preußen zu zahlenden Kriegsentschädigung zu organisieren. In Anerkennung seiner Leistungen wurde O. dafür 1822 vom preuß. König der Titel „Kgl. Preuß. Oberhofagent“ verliehen. Im gleichen Jahr wurde er als erster Jude zum Mitglied der Kölner Handelskammer gewählt. Neue geschäftliche Dimensionen eröffneten sich O. um 1820 mit dem Einstieg ins Gründergeschäft, während sich sein Zeitgenosse Meyer Amschel Rothschild ganz|auf den Staatskredit konzentrierte. O. investierte vor allem in die aufkommende Dampfschiffahrt auf dem Rhein – z. B. die Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrtsgesellschaft, die spätere „Köln-Düsseldorfer“ – sowie in Transportversicherungen. O. gehört zu den bedeutenden Gründerfiguren der deutschen Bankgeschichte. Noch in der Zeit der absolutistischen Hoffinanz wurzelnd, vollzog er als einer der ersten deutschen Bankiers den Übergang zur modernen Unternehmensfinanzierung.

  • Literatur

    s. Fam.art.; A. Müller, Die Gesch. d. Juden in Köln v. d. Wiederzulassung 1798 bis um 1850, 1984; H. Schnee, Die Hoffinanz u. d. moderne Staat, VI, 1967; G. Teichmann, Die Fam. O. als Kunstsammler 1800-1850, in: Lust u. Verlust, Kölner Sammler zw. Trikolore u. Preußenadler, hg. v. H. Kier u. F. G. Zehnder, 1995, S. 225-36.

  • Portraits

    Zwei Ölgem. v. J. Weber, 1854 (postum), Abb. in: Stürmer u. a. (s. L z. Fam.art.) u. in: Sal. Oppenheim jr. & Cie., Gesch. e. Bank u. e. Fam., hg. v. Sal. Oppenheim jr. & Cie., 31998.

  • Autor

    Gabriele Teichmann
  • Empfohlene Zitierweise

    , "Oppenheim, Salomon" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 560 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd137691866.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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