Lebensdaten
1913 bis 1994
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kameramann
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 138248052 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nischwitz, Theodor
  • Nischwitz, Theo

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Nischwitz, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138248052.html [19.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (Ps. Lisson) (1867–1933), aus Gebweiler (Elsaß), Regisseur, Schausp., Produzent, S d. Charles, Tapissier;
    M Frieda Glohr (* 1895);
    1) Gertrud Hinz, Cutterin, 2) N. N., 3) Katharina Spoliansky;
    K Babette, Cutterin, Susanne, Regieassistentin.

  • Leben

    Nach Abschluß der Mittleren Reife absolvierte N. 1930/31 eine Lehre im Kopierwerk der Afifa in Berlin-Tempelhof und in der Trickabteilung der Ufa in Babelsberg. Er spezialisierte sich als Kameramann auf Trickaufnahmen. Seit 1931 war er für die optischen Spezialeffekte zahlreicher Spielfilme der Ufa und Terra verantwortlich, so u. a. für eine – einen Zoom vorwegempfindende – schnelle Kamerafahrt in Gustav Machatys „Ekstase“ (1932), die elektrischen Tricks in Karl Hartls „Gold“ (1933/34), die Überblendungen in Willi Forsts „Maskerade“ (1934) oder die Blitze in Reinhold Schünzels „Amphitryon“ (1935). N. perfektionierte – oft in Zusammenarbeit mit den Kameraleuten Guido Seeber und Gerhard Huttula – den technischen Standard der Tricks und wirkte innovativ bei der Erfindung neuer optisch-technischer Effekte. Neben seiner Arbeit für die Spielfilmproduktion arbeitete N. auch an Industriefilmen mit. 1939 wurde er als Kriegsberichterstatter eingesetzt; seit 1943 besuchte er die Kriegsschule in Potsdam. Er realisierte Tricks, die auf dem Prinzip der Rückprojektion beruhten, für die propagandistischen Fliegerfilme „Stukas“ (1941) und „Besatzung Dora“ (1942/43) des Regisseurs Karl Ritter sowie für „Münchhausen“ (1942/43), den Jubiläumsfilm der Ufa von Josef v. Baky, die Effekte „Schnelläufer“ und „Ferngewehr“.

    Seit 1948 arbeitete N. als Spezialist für Trickaufnahmen bei der Münchener Bavaria; 1949 übernahm er die Leitung der Trickabteilung. Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln erreichte N. für die Spezialaufnahmen größtmögliche Wirkung, so etwa 1959 mit seinen Schiffsmodell-Aufnahmen für „Nacht fiel über Gotenhafen“ (Regie: Frank Wysbar) oder 1960 mit den Gespensteraufnahmen für Kurt Hoffmanns „Das Spukschloß im Spessart“, bei denen er durchscheinende Overlay-Kopierungen (Doppelbelichtungen) verwendete. Seit Mitte der 60er Jahre setzte N. seine tricktechnische Erfahrung auch für das Fernsehen ein. Wirkungsvoll waren seine Modellaufnahmen und Travelling-Matte-Tricks (Wandermasken) für die TV-Serie „Raumpatrouille“ (1966, zusammen mit K. L. Ruppel; Regie: Michael Braun, Theo Metzger). In den 70er Jahren verwendete N. häufig sog. Aufprojektions-Techniken; zunehmend erfand er auch Tricks für internationale Produktionen. Für „Das Boot“ (1980/81) von Wolfgang Petersen zeichnete er für die Sequenzen des U-Boots im Sturm verantwortlich.

  • Werke

    Weitere W u. a. Bomben auf Monte Carlo, 1931 (Regie: Hanns Schwarz;
    auch franz.);
    Der Kongreß tanzt, 1931 (Regie: E. Charell;
    auch franz. u. engl.);
    F. P. 1 antwortet nicht, 1931 (Regie: K. Hartl;
    auch franz. u. engl.);
    Flüchtlinge, 1933 (Regie: G. Ucikky;
    auch franz.);
    Liebe, Tod u. Teufel, 1934 (Regie: H. Hilpert, R. Steinbicker;
    auch franz.);
    Das Stahltier, 1934 (Regie: W. Zielke);
    Mazurka, 1935 (Regie: W. Forst);
    Stadt Anatol, 1936 (Regie: V. Tourjansky;
    auch franz.);
    Bai paré, 1940 (Regie: K. Ritter);
    Der Herr vom andern Stern, 1948 (Regie: H. Hilpert);
    Der Apfel ist ab, 1948 (Regie: H. Käutner);
    Nachtwache, 1949 (Regie: H. Braun);
    Königskinder, 1949 (Regie: H. Käutner);
    Das doppelte Lottchen, 1950 (Regie: J. v. Baky);
    Herbstgedanken, 1950 (Regie: P. Pewas);
    Verzauberte Bergwelt, 1950 (Regie: W. Becker;
    Kamera, mit H. Schneeberger);
    Nachts auf d. Straßen, 1951 (Regie: R. Jugert);
    Sauerbruch – Das war mein Leben, 1953/54 (Regie: R. Hansen);
    Stählerne Adern, 1956 (Regie: H. Niebeling);
    Die Nackte u. d. Satan, 1959 (Regie: V. Trivas);
    Ein Mann geht durch d. Wand, 1959 (Regie: L. Vajda);
    Das Wunder d. Malachias, 1960/61 (Regie: B. Wikki);
    Ludwig – Requiem f. e. jungfräul. König, 1972 (Regie: H. J. Syberberg);
    Karl May, 1974 (Regie: H. J. Syberberg;
    Spezialeffekte, mit H. Wiesenberger);
    Der amerik. Freund/L'ami américain, 1976/77 (Regie: W. Wenders);
    Hitler – Ein Film aus Dtld., 1977 (Regie: H. J. Syberberg);
    Fedora (Fedora),|1977/78 (Regie: B. Wilder);
    Avalanche Express (Lawinenexpress), 1978 (Regie: M. Robson);
    Berlin Alexanderplatz, 1979/80 (Regie: R. W. Fassbinder;
    TV);
    Der Zauberberg/La montagne magique/La montagna incantata, 1981 (Regie: H. W. Geissendörfer;
    auch TV-Fassung);
    Night Crossing (Mit dem Wind nach Westen), 1981/82 (Regie: D. Mann);
    Der Flug zum Mond, 1983/84 (Regie: M. Serafini;
    TV);
    Das Gespinst, 1983/84 (Regie: I. Hoffmann;
    TV);
    Das Rätsel d. Sandbank, 1984/85 (Regie: R. Boldt;
    TV);
    Otto – Der Film, 1985 (Regie: X. Schwarzenberger, Otto Waalkes).

  • Literatur

    Special Effects, hg. v. Rolf Giesen, 1985, S. 27-51;
    CineGraph (W-Verz.).

  • Autor/in

    Wolfgang Jacobsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Jacobsen, Wolfgang, "Nischwitz, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 286 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138248052.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA