Lebensdaten
1791 bis 1847
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Parma
Beruf/Funktion
Kaiserin der Franzosen ; Herzogin von Parma ; Erzherzogin von Österreich
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118577891 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Marie Louise von Österreich
  • Marie Luise
  • Maria Luise
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Marie Louise, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118577891.html [28.07.2016].

CC0

Marie Louise, Erzherzogin von Österreich

Kaiserin der Franzosen, Herzogin von Parma (Maria Luigia), * 12.12.1791 Wien, 17.12.1847 Parma, Wien, Kapuzinergruft. (katholisch)

  • Genealogie

    V Kaiser Franz II. (seit 1804 Kaiser Franz I. v. Österreich, 1835, s. NDB V); M Maria Theresia (1772–1807), T d. Kg. Ferdinand IV. v. Neapel (als Kg. beider Sizilien Ferdinand I., 1751–1825) u. d. Maria Karolina Erzhzgn. v. Österreich ( 1814, s. NDB 16); Ov Erzhzg. Ferdinand (III.) ( 1824), Ghzg. v. Toskana (s. NDB V), Karl ( 1847), kaiserl. GFM (s. NDB XI), Johann ( 1859), Reichsverweser 1848/49 (s. NDB X); B Kaiser Ferdinand I. ( 1875, s. NDB V); Schw Leopoldine ( 1826), Kaiserin v. Brasilien (s. NDB 14), Karoline ( 1832, Kg. Friedrich August II. v. Sachsen, 1854, s. NDB V); - 1) Paris 1810 Napoleon I. (1769–1821), Kaiser der Franzosen, 2) (morganat.) Parma 1821 Adam Adalbert Gf. v. Neipperg (1775–1829), Obersthofmeister, Min. u. Gen. in Parma (s. ADB 23), 3) Parma 1834 Charles-René Gf. Bombelles (1784–1856), Obersthofmeister u. Min. in Parma; 1 S aus 1) Napoleon (1811–32), Kg. v. Rom, Hzg. v. Reichstadt, 1 S, 1 T aus 2), u. a. Wilhelm Albrecht Gf., seit 1864 Fürst v. Montenuovo (1819–95), österr. Gen. (s. ÖBL); N Kaiser Franz Joseph I. ( 1916. s. NDB V); E Alfred Fürst v. Montenuovo (1854–1927), 1. Obersthofmeister (s. ÖBL).

  • Leben

    Als der 40jährige Napoleon 1810 um die 18jährige Erzherzogin warb, erhoffte er sich den in seiner ersten Ehe ausgebliebenen Kindersegen sowie durch Einheirat in ein angestammtes Herrscherhaus eine Festigung des eigenen Legitimitätsanspruchs. Kaiser Franz I. erblickte in der „österr. Heirat“ eine gewisse Friedensgarantie, nachdem der Korse Österreich viermal besiegt hatte und zweimal in Wien eingezogen war. Als Kind haßte und fürchtete M. Napoleon, vor dem die kaiserl. Familie zweimal hatte fliehen müssen. Dem hochverehrten Vater zuliebe, der zeitlebens den stärksten Einfluß auf seine Tochter ausübte, fügte sie sich jedoch der Staatsraison. Aber das Unerwartete trat ein: Napoleon erwies sich als aufmerksamer und zärtlicher Ehemann. Als sich im März 1811 mit dem „König von Rom“ der ersehnte Thronerbe einstellte, schien das Glück des franz. Kaiserpaares vollkommen. Als dann der Stern des Korsen zu sinken begann, stand die Kaiserin zunächst treu zu ihm und fungierte zu Zeiten seiner Abwesenheit von Paris sogar als Regentin. Napoleons Sturz zwang die Habsburgerin dann in eine tragische Rolle. Von Metternich an der Wiedervereinigung mit ihrem Gatten gehindert, kehrte sie 1814 mit ihrem Sohn nach Österreich zurück. Durch einen Beschluß des Wiener Kongresses wurde ihr das Herzogtum Parma, Piacenza und Guastalla übertragen, das sie seit 1816 regierte.

    Napoleon war auf Elba im Exil, als die verunsicherte, vereinsamte M. ein Liebesverhältnis mit General Adam Adalbert Graf Neipperg, ihrem späteren Obersthofmeister und Minister in Parma, einging. Als sie Neipperg nach Napoleons Tod 1821 in aller Heimlichkeit morganatisch heiratete, hatte sie ihm bereits zwei Kinder geboren. Nach seinem Tod 1834 ging sie eine Vernunftehe mit dem Grafen Charles-René Bombelles ein, der seiner Gemahlin ebenfalls als tüchtiger Ratgeber in Parma zur Seite stand. Unter dem Regime der Regentin „Maria Luigia“ veränderte sich Parma zu seinem Vorteil. M. ordnete die Finanzen, entfaltete eine rege Bautätigkeit und förderte das kulturelle Leben des Herzogtums. Mit dem berühmten Teatro Regio errichtete sie eines der schönsten klassizistischen Theater Italiens. Wiederholt reiste die Herzogin nach Wien, um ihren Sohn zu besuchen, der, zum Österreicher erzogen, eine militärische Karriere anstrebte. Seinen Vater hat er zeit seines Lebens glühend verehrt. Über seine Mutter urteilte er, obwohl er sie sehr liebte, sie sei nicht die Frau gewesen, die sein Vater verdient habe. M. hat Napoleons welthistorische Bedeutung nie wirklich erfaßt. Ein Opfer der Politik der Großmächte, hat sie jedoch in Parma, wo sie als „buona duchessa“ fortlebt, bewiesen, was zu leisten sie fähig war.

  • Werke

    Nachgelassene Korr., Auktionskat. 63 (Karl & Faber) München 1958.

  • Literatur

    AÖG 64; J. A. v. Helfert, M. L., Erzhzgn. v. Österreich, Kaiserin d. Franzosen, 1873 (P); E. v. Wertheimer, Die Heirat d. Erzhzgn. M. L. mit Napoleon I., 1882 (P); E. Gachot, M. L. intime, 1911; J. de Bourgoing, M. L. v. Österreich, Kaiserin d. Franzosen,|Hzgn. v. Parma, 1949 (P); M. L. u. Napoleon, 1813–15, Die unveröff. Briefe d. Kaiserin mit d. Briefen Napoleons, hrsg. v. C. F. Palmstierna, 1960; I. Schiel, M. L., Eine Habsburgerin f. Napoleon, 1983 (P); dies., Maria Luigia, Una donna che seppe amare e che seppe governare, 1984 (P); G. Lefebvre, Napoleon, 1989. – Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Gem. v. F. Gérard, P. P. S. Gérard (Wien, Kunsthist. Mus.), J.-F. Franque, G. Rouget, A. Menjaud u. G. B. Borghesi (Parma, Galleria Nazionale), Lith. v. J. Kriehuber, Miniatur v. J.-B. Isabey, alle abgeb. b. I. Schiel, 1983 (s. L); Medaillen auf d. Hochzeit M.s mit Napoleon v. Manfredini, Andrien u. Jouannin (1810), auf d. Geburt d. Kg. v. Rom v. Andrien (1811) u. auf d. Ernennung M.s zur Regentin (1814).

  • Autor

    Irmgard Schiel
  • Empfohlene Zitierweise

    Schiel, Irmgard, "Marie Louise" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 185 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118577891.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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