Lebensdaten
1865 bis 1942
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Theresienstadt
Beruf/Funktion
Theaterwissenschaftler ; Literaturhistoriker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 119098687 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Herrmann, Max
  • Hermann, Max
  • Herrmann-Schlesinger, Max
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Herrmann, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119098687.html [11.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Louis (1836–1915), Schriftsteller u. Bühnenautor, beliebter Possen- u. Lustspielautor u. Dramaturg am Berliner Wallnertheater 1890-92 u. am Friedrich-Wilhelmstädt. Theater 1892-94 (s. Brümmer, W; Kosch, Lit.-Lex.), S d. Kaufm. Joseph in Schwerin u. d. Berta Landsberg;
    M Pauline zum Bruch;
    Berlin 1898 Dr. Helene Schlesinger ( ermordet 1942 Lager Theresienstadt).

  • Leben

    H. studierte in Berlin Germanistik (Promotion 1889) und habilitierte sich dort 1891. Er wurde an der Berliner Universität 1919 zum außerordentlich, 1930 zum ordentlichen Professor für deutsche Philologie ernannt. Innerhalb der Literaturwissenschaft erstreckten sich seine Vorlesungen von germanistischen Themen (Gotisch bis Mittelhochdeutsch) bis zu Lessing, Kleist, Goethe. Ein großes Verdienst H.s ist die Schaffung der „Bibliothek deutscher Privat- und Manuskriptdrucke“, die mit etwa 20 000 Exemplaren der Staatsbibliothek in Berlin eingeordnet wurde. H. war der Begründer der Theaterwissenschaft in Berlin. Seine erste Vorlesung zur Theaterwissenschaft hielt er im Sommersemester 1900 über die „Geschichte des Theaters in Deutschland“. Schon 1919 geplant, ist von ihm 1923 das „Theaterwissenschaftliche Institut“ an der Berliner Universität eröffnet worden. Ihm war die Verselbständigung der Theaterwissenschaft im Universitätsbetrieb wichtigstes Ziel, sie sollte von der Literaturgeschichte völlig losgelöst werden und ihre eigene Methodik finden. Die grundsätzliche Formulierung dieser Ziele und den Weg ihrer praktischen Verwirklichung zeigte er vor allem in seinen „Forschungen zur deutschen Theatergeschichte des Mittelalters und der Renaissance“ (1914), die A. Köster, völlig ergebnislos, angegriffen hat. Die Universität hat ihm in den Bemühungen für die Theaterwissenschaft viele Schwierigkeiten bereitet. – 1933 wurde H., weil Jude, emeritiert, dann 1942 nach Theresienstadt gebracht. – Er war ein strenger, aber auch gütiger, ganz wissenschaftsbesessener akademischer Lehrer.|

  • Auszeichnungen

    Schriftleiter d. Ges. f. dt. Erziehungs- u. Schulgesch., 1911–25;
    Vorsitzender d. Ges. f. Dt. Lit., 1916–36;
    Vorsitzender d. Ges. f. Theatergesch., 1919–34.

  • Werke

    Weitere W u. a. Albr. v. Eyb u. d. Frühzeit d. dt. Humanismus in Nürnberg, 1893;
    Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, Entstehungs- u. Bühnengesch., Nebst e. krit. Ausg. d. Spiels u. ungedr. Versen Goethes, 1900;
    Die Bühne d. Hans Sachs, Ein offener Brief an A. Köster, 1923;
    Noch einmal: Die Bühne d. Hans Sachs, 1924;
    Forschungen z. dt. Theatergesch. d. MA u. d. Renaissance, 2 T., 1955, Vorwort, Kürzungen u. Anm. v. H. Schiemann;
    Die Entstehung d. berufsmäßigen Schauspielkunst im Altertum u. in d. Neuzeit, hrsg. u. mit e. Nachwort versehen v. R. Mövius, 1962. – Hrsg.: Dt. Schrr. d. Albr. v. Eyb, 2 Bde., 1890;
    Lat. Literaturdenkmäler d. 15. u. 16. Jh., H. 9 ff., 1891 ff.;
    Jberr. f. neuere dt. Lit.gesch., Bd. 1 ff., 1892 ff.;
    Zs. f. Gesch. d. Erziehung u. d. Unterrichtes, Jg. 1 ff., 1911 ff.;
    Neues Archiv f. Theatergesch. 1, 1929, 2, 1930.

  • Literatur

    Verz. d. Übungen, die Prof. Dr. M. H. am Theaterwiss. Inst. d. Univ. Berlin seit … 1923 abgehalten hat, 1933 (Privatdr.);
    Die theatergeschichtl. u. dramaturg. Schrr. aus d. Berliner theaterwiss. Schule M. H.s (1898-1933), Eine Bibliogr., zus.gest. v. B. Th. Satori-Neumann, 1935 (Privatdr.);
    Festgabe d. Ges. f. Dt. Lit. z. 70. Geb.tag ihres Vorsitzenden M. H., 1935 (Privatdr.);
    Die Schrr. aus d. Berliner lit.wiss. Schule M. H.s (1895-1936), Eine Bibliogr., hrsg. f. d. Ges. f. Dt. Lit., 1936 (PriDatdr.);
    - A. Köster, in: DLZ 44, 1923, Sp. 18-20 (zu H.s „Offenem Brief“);
    ders., Die Bühne d. Hans Sachs, in: DVjS 1, 1923, S. 557-81;
    K. Drescher, in: DLZ 46, 1925, Sp. 307-18 (zum Streit H.-Köster);
    H. Michel, Theaterwiss., in: Die Scene 15, 1925, H. 4, S. 67;
    G. Witkowski, Hat es e. Nürnberger Meistersingerbühne gegeben?, in: DVjS 11, 1933, S. 251-61;
    M. Dessoir, Buch d. Erinnerung, 1946;
    M. Corssen, Zum Gedächtnis v. M. H., in: Die Sammlung 2, 1946/47, S. 126-28;
    A. Kutscher, Grundriß d. Theaterwiss., 1949;
    H. Knudsen, Theaterwiss., Werden u. Wertung e. Univ.disziplin, 1950, S. 59-69;
    ders., in: Maske u. Kothurn 1, 1955, S. 167-70;
    ders., Begründung u. Entwicklung d. Theaterwiss. an d. Friedrich-Wilhelms-Univ., in: Studium Berolinense, 1960, S. 739-54;
    M. Weichert, Zikrōnōt [Erinnerungen], Tel Aviv 1960 (hebr., P);
    Enc. dello Spettacolo VI, Rom 1959.

  • Autor/in

    Hans Knudsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Knudsen, Hans, "Herrmann, Max" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 690-691 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119098687.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA