Lebensdaten
1799 bis 1878
Geburtsort
Schönlinde (Böhmen)
Sterbeort
Schloß Libotschan (Böhmen)
Beruf/Funktion
Textilfabrikant
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137900368 | OGND | VIAF: 86068767
Namensvarianten
  • Münzberg, Johann
  • Münzberg, Johann

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Zitierweise

Münzberg, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137900368.html [14.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Gottfried Lorenz (1758–1824), Textilfabr. in Sch.;
    M N. N.;
    B Josef (1794–1867), Textilfabr.; – 1) Theresia Pfeiffer, 2) Eleonore Pohl, 3) Elisabeth Lutz; mindestens 3 S u. 3 T, u. a. Julius ( 1899), Hermann ( 1902), Textilfabrikanten, führten d. väterl. Betriebe fort, Anna ( Dr. iur. Franz Klier, 1819–84, Politiker, 1867-84 Reichsratsabg., s. ÖBL; Biographisches Lexikon Böhmen), Johanna ( Franz Pfeiffer, 1832–97, Politiker, 1879-85 Reichsratsabg., s. ÖBL; Biographisches Lexikon Böhmen), Hedwig (* 1850, Adolf Rr. v. Obentraut, 1833–1909, Verw.beamter u. Politiker, 1877-85 Reichsratsabg., s. ÖBL; Biographisches Lexikon Böhmen).

  • Leben

    M. erlernte das Weberhandwerk, arbeitete in der 1786 gegründeten väterlichen Kattundruck-, Zwirn- und Leinwandfabrik und dann als Geselle und selbständiger Kaufmann in Rumburg und Georgswalde. Gemeinsam mit seinem Bruder Josef errichtete er 1828 die Baumwollspinnerei Theresienau in Altstadt bei Tetschen. Diese Fabrik war der Ausgangspunkt einer durch M. aufgebauten bedeutenden Firmengruppe. Weitere Gründungen waren die Baumwollspinnereien Eleonorenhöhe in Bensen sowie Elisenthal in Höflitz bei Poltzen. 1856 erwarb M. die Streichgarnspinnerei seines Bruders im Eulauer Schloß bei Bodenbach und reorganisierte sie als Baumwollspinnerei, 1876 erweiterte er sein Unternehmen durch den Erwerb der Baumwollspinnerei von F. W. Seele in Bodenbach und verfügte hiernach über 60 000 Spindeln. Damit waren die „Textilwerke Johann Münzberg & Co.“ des „Spinnerkönigs“ M. das führende Unternehmen der Branche in Böhmen.

    M. wandte sich auch anderen Industrien zu. Auf seinem Gut in Libotschan richtete er eine Brauerei ein und beteiligte sich am Bau einer Zuckerfabrik in Saaz. Er widmete sich zudem öffentlichen Angelegenheiten, setzte sich für die Errichtung der 1855 eröffneten Elbe-Kettenbrücke in Tetschen, den Bau der Böhmischen Nordbahn und die Gründung von Schulen und einer Sparkasse in Tetschen ein. M.s Söhne und Enkel führten die Textilfabriken weiter, doch wurden die meisten davon in der Zwischenkriegszeit unrentabel, mußten stillgelegt werden oder wurden von tschech. Firmen übernommen. Der Betrieb in Bensen-Eleonorenhain blieb bis 1945 im Besitz der Familie.|

  • Auszeichnungen

    Franz-Joseph-Orden.

  • Literatur

    A. Eckstein, Industrielle, I, 1884;
    J. Slokar, Gesch. d. österr. Industrie u. ihrer Förderung unter Franz I., 1914;
    G. Sehring, Chronik d. Gemeinde Altstadt b. Tetschen, 1969;
    A. Herr, Heimatkreis Tetschen-Bodenbach, 1977;
    Bohemia v. 2.9.1878;
    Prager Tagbl. v. 3.9.1878;
    Teplitzer Ztg. v. 4.9.1878;
    ÖBL;
    Biographisches Lexikon Böhmen.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Empfohlene Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Münzberg, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 551 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137900368.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA