Dates of Life
1861 bis 1941
Place of birth
Königsberg (Preußen)
Place of death
Marburg/Lahn
Occupation
Mathematiker ; Professor der Mathematik
Religious Denomination
lutherisch
Authority Data
GND: 118800337 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Hensel, Kurt Jakob Wilhelm Sebastian
  • Hensel, Kurt
  • Hensel, Kurt Jakob Wilhelm Sebastian
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Relations

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Citation

Hensel, Kurt, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118800337.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Sebastian (1830–98), Gutsbes. in Groß-Barthen/Ostpr., dann Dir. d. Berliner Baubank u. d. Kaiserhof-Ges., Vf. v. „Die Fam. Mendelssohn 1729-1847“, S d. Wilhelm (s. 4);
    M Julie (1836–1901), T d. Jac. Ludw. v. Adelson (1798–1861), Kaufm. u. Bankier, russ. Staatsrat u. Gen.konsul in K., u. d. Fanny Löwenstamm;
    Groß-Tante-v Louise (s. 2);
    B Paul (s. 3);
    Schw Fanny ( Bernh. Römer, 1852–91, Bildhauer, s. ThB), Cécile ( Frdr. Leo, 1851–1914, Prof. d. klass. Philol. in Göttingen, s. DBJ I, Tl. 1914, W, L);
    - Berlin 1887 Gertrud (1866–1952), T d. Albert Hahn ( 1898), Großindustrieller (s. NDB VII);
    1 S, 4 T, u. a. Albert (1895–1933), Prof. d. Rechte in K., Ruth (⚭|Franz Haymann, 1947, Prof. d. Rechte, s. NDB VIII), Charlotte ( Werner Bergengruen, 1964, Schriftsteller);
    N Ulrich Leo (1890–1964), Bibl.rat, Prof. f. ital. u. span. Sprache in Toronto, Kurt Hahn (* 1886), Pädagoge, Ilse Römer ( Fritz Weege, * 1880, Prof. d. Archäol.), Eva Römer (* 1889), Malerin, Erika Leo ( Walther Brecht, 1950, Germanist, s. NDB II).

  • Life

    Nach elterlichem Privatunterricht empfing H. entscheidende Anregungen durch K. H. Schellbach am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin. Er studierte Mathematik in Bonn und Berlin. Zu seinen Lehrern zählten Lipschitz, Weierstraß, Borchardt, Kirchhoff und Helmholtz, vor allem aber Kronecker, bei dem er 1884 promovierte und 1886 seine Habilitationsschrift einreichte. Nach Kroneckers Tode gab H. dessen Werke (5 Bände, 1895–1930) und Vorlesungen (2 Bände, 1901/03) heraus. Seit 1901 entfaltete er als Ordinarius in Marburg eine äußerst fruchtbare Tätigkeit. Hier entstanden seine Monographien über algebraische Zahlen und Zahlentheorie. 1901-36 war H. Herausgeber des „Journals für reine und angewandte Mathematik“. Seit 1930 im Ruhestand, hielt er noch regelmäßig Vorlesungen.

    H.s Werk nahm seinen Ausgang von Kroneckers Begründung der arithmetischen Theorie der algebraischen Zahlkörper. Die Kronecker-Henselsche Methode lieferte gleichzeitig einen Aufbau der Arithmetik der algebraischen Funktionskörper. Diese stellte H. gemeinsam mit Landsberg in der „Theorie der algebraischen Funktionen einer Variablen und der Abelschen Integrale“ (1902) systematisch dar. Etwa 1899 führte ihn dann die Weierstraßsche Methode der Potenzreihenentwicklung bei algebraischen Funktionen zur Konzeption eines Analogons in der Theorie der algebraischen Zahlen: zur Schöpfung der p-adischen Zahlen. Diese sind als H.s bedeutendste, überaus folgenreiche Entdeckung anzusehen. Sie ist umso höher einzuschätzen, als das begriffliche Fundament hierzu noch keineswegs gegeben war; vielmehr regte sie umgekehrt in entscheidendem Maße die Entwicklung der dazu benötigten „abstrakten Algebra“ an. H. baute in der „Theorie der algebraischen Zahlen“ (1907) seine Ideen systematischer aus und entwickelte sie in der „Zahlentheorie“ (1912) in lehrbuchartiger Form. Diese enthält darüber hinaus zwei wesentliche Ergänzungen: eine Anwendung auf die quadratischen Formen und die Einführung der p-adischen Analysis. Die p-adische Methodik führte unter den Händen seiner Schüler (unter anderem H. Hasse) bei den quadratischen Formen und in der Algebrentheorie zu großen Erfolgen, während sich in der p-adischen Analysis noch heute ein weites Forschungsfeld öffnet. In einer Reihe weiterer Arbeiten erzielte H. selbst eine Fülle schönster zahlentheoretischer Ergebnisse. Noch zu seinen Lebzeiten erfuhr sein anfangs wenig beachtetes Werk die volle Anerkennung der mathematischen Fachwelt.|

  • Awards

    Dr. h. c. (Oslo 1931).

  • Works

    Weitere W u. a. Arithmet. Unterss. üb. d. gemeinsamen außerwesentl. Discriminantenteiler e. Gattung, in: Journal f. reine u. angew. Math. 113, 1894, S. 128-60;
    Neue Grundlagen d. Arithmetik, ebd. 127, 1904, S. 51-84;
    Über e. neue Begründung d. Theorie d. algebra. Zahlen, ebd. 128, 1904, S.1-32;
    Die multiplikative Darst. d. algebra. Zahlen f. d. Bereich e. beliebigen Primteilers, ebd. 146, 1916, S. 189-215;
    Unters. d. Zahlen e. algebra. Körpers f. e. beliebige Primteilerpotenz als Modul, ebd. 147, 1917, S. 1-15;
    Über d. Zusammenhang zw. d. Kongruenzgruppen e. algebra. Körpers f. alle Potenzen e. Primteilers als Modul, ebd. 177, 1937, S. 82-93;
    Über d. Entwicklung d. algebra. Zahlen in Potenzreihen, in: Math. Ann. 55, 1901, S. 301-36;
    Über d. Normenreste u. Nichtreste in d. allgemeinsten relativ Abelschen Zahlkörpern, ebd. 85, 1922, S. 1-10;
    Über d. Normenreste u. Nichtreste e. relativ zyklischen Körpers v. Primzahlgrad l nach e. Primteiler 픩 v. l, ebd. 90, 1923, S. 262-78 (mit H. Hasse);
    Eine neue Theorie d. algebra. Zahlen, in: Math. Zs. 2, 1918, S. 433-52.

  • Literature

    O. Perron, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1944/48, 1948, S. 234-36;
    H. Hasse, in: Journal f. reine u. angew. Math. 187, 1950 (W-Verz., P);
    Pogg. IV-VII a;
    Rhdb. (P).

  • Author

    Helmut Hasse
  • Citation

    Hasse, Helmut, "Hensel, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 559 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118800337.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA