Lebensdaten
1824 bis 1898
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Großindustrieller
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137437552 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hahn, Albert

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Zitierweise

Hahn, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137437552.html [28.05.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Meyer Elcan, dann Martin (1785–1854), Goldschmied in Neiße, Paris u. Barmen, dann Kaufm. in Kassel u. Breslau, S d. Marcus Elcanan (1755–1808), Lederhändler u. Fuhrenmakler in Glogau, u. d. Gitel Abraham;
    M Johanna (1792–1829), T d. Hirsch Hünern gen. Jungmann u. d. Reche Gotheiner;
    Berlin 1854 Therese (1831–1912), T d. Isaac Samuel Rosenthal (1800–60), Baumwollenfabr. in Berlin, u. d. Fanny Wallach (T d. Dav. Moses, dann Dietr. Mor. W., Kaufm. in Berlin);
    4 S, 3 T, u. a. Oskar (s. 2).

  • Leben

    H. trat mit 14 Jahren in das Geschäft seines Vaters ein, machte sich aber früh selbständig und eröffnete in Breslau eine eigene Kolonialwarenhandlung. Zusammen mit Ferdinand Hein gründete er 1851 in Berlin ein Geschäft für Lumpenhandel, in das ein Jahr später auch Heins Schwager Huldschinsky eintrat. Das junge Unternehmen errichtete 1862 eine Kunst(Reiß-)wollfabrik und gliederte dieser später eine Spinnerei und eine Weberei an. Zugleich übernahm die Firma Albert Hahn & Co. die deutsche Vertretung des englischen Röhrenwerks J. & A. Stewarts, Glasgow. Auch dieses Geschäft entwickelte sich günstig, so daß sich die Inhaber schon 1867 entschlossen, in Gleiwitz ein eigenes Röhrenwalzwerk zu bauen. Als sich die Teilhaber 1873 trennten, fiel Huldschinsky das Röhrenwalzwerk, H. die Kunstwollfabrik zu. Noch im gleichen Jahr errichtete H. jedoch ein neues Röhrenwerk in Düsseldorf-Oberbilk. Das Unternehmen firmierte zunächst weiter unter dem Namen des Inhabers, bis es 1879 geteilt wurde in die Firmen A. H., zu der die Kunstwollfabrik gehörte, und A. H., Röhrenwalzwerk. 1878 nahm H. seinen Mitarbeiter Heinrich Eisner (1850–1918) als Teilhaber in das Röhrengeschäft, das sich ständig vergrößerte und namentlich im Ausland ausdehnte. Eine Filiale des Unternehmens entstand 1881 in Moskau, ein neues Röhrenwalzwerk, dem später Stahlwerke und ausgedehnte Walzwerksanlagen angegliedert wurden, 1885 in Oderberg (Oesterreichisch Schlesien). Gemeinsam mit französischen Geschäftsfreunden gründete H. 1889 die „Russische Gesellschaft für Röhrenfabrikation“ mit dem Verwaltungssitz in Petersburg und einem Röhrenwerk in Jekaterinoslaw (Dnjepropetrowsk). In Duisburg-Großenbaum errichtete er 1889 ein Stahl- und Walzwerk zur Versorgung des Röhrenwerks Oberbilk mit Röhrenstreifen (Strips). Später wurde das Röhrenwerk selbst nach Großenbaum verlegt. 1896 wandelte H. das deutsche Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. H. gehört nicht zu den „ganz großen“ Industriellen seiner Zeit. – Ein patriarchalischer Zug durchwehte die Werke und Büros seines Unternehmens; jedem einzelnen Mitarbeiter galt seine persönliche Sorge. Viele Jahre war H. Handelsrichter. An dem Ausbau der Sozialversicherung hatte er hervorragenden Anteil. Als beratendes Mitglied gehörte er dem Reichsversicherungsamt an. In der Norddeutschen Textil-Berufsgenossenschaft führte er den Vorsitz.|

  • Auszeichnungen

    GKR (1889).

  • Literatur

    ADB 49;
    Voss. Ztg., 1888, Nr. 468;
    Börsen-Curier v. 1898, Nr. 69;
    Stahl u. Eisen 38, 1918, S. 1052;
    A. Stüwer, Die Entwicklung d. Eisenindustrie in Düsseldorf, 1925;
    Festschr. f. C. R. Poensgen, 1932.

  • Autor/in

    Heinrich Koch
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch, Heinrich, "Hahn, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 500 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137437552.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hahn: Albert H., Geheimer Commerzienrath und Großindustrieller, Sohn eines Kaufmanns Martin H. in Breslau, des Bruders des bekannten Mathematikers E. M. Hahn, wurde am 18. December 1824 geboren. Von kleinen Anfängen in Breslau und Berlin, wohin er Ostern 1851 übersiedelte, schwang er sich durch rastlose Thätigkeit und kaufmännische Intelligenz empor. Er begründete und leitete eine Kunstwollfabrik, eine der ersten in Deutschland, so erfolgreich, daß diese deutsche Industrie mit der von England wetteifern und die entsprechende englische Waare fast entbehrlich machen konnte. Jener Fabrik schloß sich später eine Spinnerei und Weberei an. Ferner begründete er ein Röhrenwalzwerk, welches einen solchen Aufschwung nahm, daß er noch gleiche Fabrikbetriebe in Charlottenburg, Düsseldorf, Gerstenbaum, Oderberg in Oester.-Schlesien und Zweiggeschäfte in Wien und Moskau errichtete. Lange Zeit war er Vorsitzender der Norddeutschen Textil-Berufsgenossenschaft, ferner der Finanzcommission der städtischen höheren Webeschule in Berlin, sowie Beirath des Reichs-Versicherungsamtes, öfters auch Schiedsrichter in kaufmännischen Streitfragen. Sein hoher Wohlthätigkeitssinn bethätigte sich u. a. in der Unterstützung von mancherlei Unternehmungen, z. B. des Breslauer Kunstgewerbemuseums, zu dem er den ersten Grundstein legte, und in humanen Stiftungen für die zahlreichen Beamten und Arbeiter seiner Fabriken. Es war ihm noch vergönnt, am 1. October 1888 den 50. Jahrestag seines Eintritts in das kaufmännische Leben zu feiern, und 1889 wurden seine Verdienste um die deutsche Industrie durch Verleihung des Titels "Geheimer Commerzienrath" anerkannt. Er erlag längerem Leiden am 10. Februar 1898 in Berlin.

    • Literatur

      Vgl. Voss. Ztg. v. 3. Oct. 1888, Nr. 468 und Börsencourier 1898, Nr. 69.

  • Autor/in

    H. Hahn.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hahn, H., "Hahn, Albert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 49 (1904), S. 704-705 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137437552.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA