Lebensdaten
1612 bis 1684
Geburtsort
Frankfurt/Oder
Sterbeort
Cölln bei Berlin
Beruf/Funktion
Postdirektor ; Begründer der brandenburgischen Post
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136672191 | OGND | VIAF: 80977299
Namensvarianten
  • Matthiass, Michael
  • Matthias, Michael
  • Matthiass, Michael

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Matthias, Michael, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136672191.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. seit Anfang d. 16. Jh. in Brandenburg nachweisbaren Fam. gingen zahlr. Bürgermeister u. hohe Beamte hervor. Zu nennen sind Christian, Bgm. zu Berlin, sowie dessen Söhne Christian ( 1549), Bgm. zu Brandenburg, Erasmus, Bgm. zu Güstrow, u. Georg. Bgm. z. Berlin. - V Michael ( 1631), Geh. Rat, Vizekanzler, S d. Geh. Kammerrats u. Berliner Bgm. Thomas ( 1576, s. ADB 20) u. d. Ursula Meienburg;
    M Martha, T d. Oberstwachtmeisters u. Stadtkommandanten Joachim Steinbrecher ( 1625) in Berlin;
    Ov Daniel (1571–1619), Geh. Rat, Vizekanzler in Berlin (s. ADB 20);
    Tante-v Magdalena ( Joachim Hübner, 1614. dän. GR, Gesandter);
    B Joh. Friedrich, Erster Postinsp. in Brandenburg (s. ADB 20);
    1658 Ursula, T d. Konsistorialrats Reinhardt in Berlin;
    6 K, u. a. Joh.|Friedrich (* 1666), Hofrentmeister u. Dir. d. Salzwesens, Joh. Thomas, braunschweig. GR, großbrit. Drost zu Lüneburg.

  • Leben

    M. trat 1630 als Anwärter in die kurfürstl. Kammerkanzlei ein. 1639 wurde er zum Geh. Kammerkanzleischreiber ernannt, 1642 rückte er zum Registrator der Geh. Hofkanzlei auf, die den Kurfürsten auf Reisen begleitete. Seit dieser Zeit finden sich von M. entworfene Schriftstücke, die postalische Angelegenheiten betreffen. Von besonderer Bedeutung für ihn wurde eine Begebenheit im Jahre 1646, als der schwed. Postmeister Jacob Becker aus Riga eine Reitpost von Riga über Königsberg, Pillau, Danzig, Stettin nach Hamburg einrichten wollte, die die Briefe des Kurfürsten und seiner Regierung frei befördern sollte. Die bereits ausgefertigte Konzession kam in die Hände M.s, der Bedenken gegen den Durchzug schwed. Postillione durch die Festung Pillau vorbrachte, die zum Schutz vor einer möglichen schwed. Landung zuvor verstärkt worden war. Der Einwand wurde vom Kurfürsten berücksichtigt und die Konzession nicht erteilt. Fortan trat der 1647 zum „Post-Kommissarius“ ernannte M. immer mehr als Berater des Kurfürsten in Postangelegenheiten hervor. Nach der Gründung der Staatspost (1649) wurde er mit deren Auf- und Ausbau betraut, eine Aufgabe, die er mit geringen Mitteln hervorragend löste. Durch die Einrichtung zusätzlicher Stationen verkürzte er die Beförderungszeiten vor allem auf den langen Strecken in aufsehenerregender Weise. Von Kleve nach Königsberg benötigte die Post nur noch 10 Tage. Danzig, Hamburg und Leipzig wurden einbezogen und brachten bedeutende Einkünfte. Ende 1653 übertrug der Kurfürst M. das Amt des Hofrentmeisters; dieser war damit Finanzminister Brandenburgs geworden. Ein Jahr später empfing er den Titel „Postdirektor“, und 1655 wurde er Amtskammerrat. Ihm unterstand eine selbständige Postverwaltung, deren Autonomie er auch gegen Versuche des Reichsgeneralpostmeisters Gf. Lamoral v. Taxis zur Übernahme der ertragsstarken brandenburg. Post erfolgreich verteidigte. – M., der auch das Salzwesen leitete und die Hofstaatskasse verwaltete, erwarb sich große Verdienste durch den Bau des Müllroser Kanals, der Oder und Elbe verbindet und den Hamburger Handel mit Schlesien erleichterte.

  • Literatur

    ADB 20;
    H. Stephan, Gesch. d. preuß. Post, 1859. C. Brecht, Die Fam. Matthias, in: Vermischte Schrr. im Anschluß an d. Berlinische Chronik u. an d. UB, Bd. 1, Tafel 4, 1888;
    A. Gallitsch, in: Archiv f. Post u. Telegraphie, 1934, S. 189-92 (L);
    W. Ortmann, M. M., in: Archiv f. d. Post- u. Fernmeldewesen, 1. Jg., 1949, S. 175-78.

  • Autor/in

    Albert Gallitsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Gallitsch, Albert, "Matthias, Michael" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 412 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136672191.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA