Lebensdaten
1683 bis 1754
Geburtsort
Linz
Sterbeort
Lissabon
Beruf/Funktion
Königin von Portugal ; Erzherzogin von Österreich
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119360691 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maria Anna von Österreich
  • Maria Anna
  • Maria Anna von Österreich
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Zitierweise

Maria Anna, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119360691.html [17.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Hause Habsburg;
    V Kaiser Leopold I. ( 1705, s. NDB 14);
    M Eleonore (1655–1720), T d. Hzg. Philipp Wilhelm v. Pfalz-Neuburg (1615–90), seit 1680 Kf. v. d. Pfalz, u. d. Elisabeth Amalie v. Hessen-Darmstadt (1635–1709);
    B Kaiser Joseph I. ( 1711, s. NDB X), Kaiser Karl VI. ( 1740, s. NDB XI);
    Schw Maria Elisabeth ( 1741), Statthalterin d. Niederlande (s. NDB 16);
    Halb-Schw Kfn. Maria Antonia v. Bayern ( 1692, s. NDB 16);
    1708 Kg. Johann V. v. Portugal (1689–1750), S d. Kg. Peter II. v. Portugal (1648–1706) u. d. Marie Sofie v. d. Pfalz (1666–99);
    5 S (2 früh †), 1 T, u. a. Kg. Joseph I. v. Portugal (1714–77, 1732 Maria Anna Victoria v. Spanien, 1718–81), Kg. Peter III. v. Portugal (1717-|86, 1760 Maria v. Portugal, 1734–1816), Maria Barbara (1711–58, 1729 Kg. Ferdinand VI. v. Spanien, 1713–59).

  • Leben

    Auf der Flucht der Eltern vor den Türken wurde M. in Linz kurz nach der Befreiung Wiens geboren und wuchs in einer Zeit barocker Prunkentfaltung auf. Hochmusikalisch wie ihr Vater Leopold I., erhielt sie eine solide musikalische Ausbildung und wirkte bei den barocken Opernaufführungen des Wiener Hofes als Sängerin und Tänzerin mit. Sie lernte wie ihre Geschwister gründlich Latein, Italienisch, Französisch und Spanisch.

    Drei Jahre nach dem Tod des Vaters wurde M. mit König Johann V., dem „Großmütigen“, von Portugal verheiratet und in Lissabon mit einem dreitägigen öffentlichen Fest empfangen. Johanns Regierungszeit war durch einen fast fünfzigjährigen Frieden und – dank der brasilian. Gold- und Diamantensendungen – durch absolutistische Prachtentfaltung gekennzeichnet. Die Königin teilte die kostspieligen Vorlieben des Königs für repräsentative Bauten – wie den „portugies. Escorial“, den Klosterpalast zu Mafra (nach dem Plan des Regensburger Architekten Friedrich Ludwig) – sowie für prunkvolle Feste. Nach Wiener Vorbild berief sie ital. Operntruppen nach Lissabon und förderte das Musikleben.

    Nachdem Johann V. 1742 einen Schlaganfall erlitten hatte, führte M. bis zum Tod des Königs 1750 die Regierung. Hatte sich dank ihrer künstlerischen Interessen ihr Einfluß auf das kulturelle Leben bisher befruchtend ausgewirkt, so wurde nun ihr Mangel an politischem Gespür offenkundig. Es begannen Jahre des wirtschaftlichen Niedergangs und staatlichen Verfalls. Eine Wende trat erst 1750 mit dem Regierungsantritt ihres Sohnes Joseph I. und der Berufung des späteren Marquis de Pombal ein, der zuvor Gesandter in Wien gewesen war und nun einschneidende Reformen durchführte. Das große Erdbeben von 1755, dem zahlreiche von M. geförderte Bauten zum Opfer fielen, hat die Königin nicht mehr erlebt.

  • Literatur

    J. Ritter, Leben u. Tugenden Mariae Annae, Kgn. in Portugal u. Algarbien, 1757;
    F. da Fonseca Benevides, Rainhas de Portugal II, 1879, S. 137-59 (P);
    B. Hamann (Hrsg.), Die Habsburger, 1988 (P);
    Wurzbach VII.

  • Autor/in

    Brigitte Hamann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hamann, Brigitte, "Maria Anna" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 194 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119360691.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA