Lebensdaten
1862 bis 1915
Geburtsort
Bamberg
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Zoologe ; Anatom
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118662449 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Boveri, Theodor Heinrich
  • Boveri, Theodor
  • Boveri, Theodor Heinrich
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Zitierweise

Boveri, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118662449.html [22.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Walter s. (1);
    1897 Marcella Imelda O'Grady aus Boston (USA);
    1 T Antonie Margarete (Margret) (1900–75),Professorin der Biologie, Schriftstellerin, Journalistin.

  • Leben

    B. studierte als Stipendiat des Maximilianeums in München zuerst Geschichte, sehr bald Naturwissenschaften und Medizin. Er arbeitete im Laboratorium von C. v. Kupffer und promovierte 1885 mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntnis der Nervenfaser“ (Abhandlungen d. Bayerischen Akademie d. Wissenschaften, Klasse II, Band 15, Abteilung 2, 1885); bei R. Hertwig habilitierte er sich 1887 für Zoologie und vergleichende Anatomie. In seiner Habilitationsschrift sind die ersten ausführlichen Veröffentlichungen über seine Zellenstudien bei Ascaris megalocephala und Ascaris lumbricoides vereinigt. Ab 1891 war er Assistent am Zoologischen Institut der Universität München und wurde als Nachfolger K. Sempers 1893 Professor in Würzburg. Seine zytologischen Untersuchungen am Seeigelei führten B. häufig zu A. Dohrn an die Zoologische Station in Neapel. Er war u. a. Mitglied der Akademien in München, Berlin, Kopenhagen, Petersburg, Philadelphia und New York, sowie Dr. med. h. c. der Universität Marburg.

    B. war einer der bedeutendsten Biologen, der Schöpfer der experimentellen Zellforschung. Als Morphologe lieferte er wesentliche Beiträge zum Problem der Chromosomen als Vererbungsträger. Das Gesetz von der Zellkonstanz der Chromosomen sowie die Theorie der Chromosomenindividualität - heute ein Grundpfeiler der Vererbungslehre - wurden von ihm begründet. Ferner stellte er die Theorie der qualitativen Verschiedenheit der Chromosomen und die der qualitativen Verschiedenheit im einzelnen Chromosom auf. Entgegen unserer heutigen Erkenntnis sprach er dem Plasma eine Bedeutung für die Vererbung ab. Besonders hervorzuheben ist, daß B. die Entstehung maligner Tumoren auf Grund atypischer Chromosomenverhältnisse erklärte. Weiterhin beschäftigte er sich mit der Physiologie der Kern- und Zellteilung und mit Fragen der Geschlechtsbestimmung. Verschiedene seiner Untersuchungen waren|dem Problem der Befruchtung gewidmet. Hierbei konnte er, unabhängig von van Beneden, nachweisen, daß das Centrosom bei der Befruchtung vom Sperma in das Ei hineingebracht wird. Wir verdanken B. auch die Entdeckung des Excretionsorganes des Amphioxus lanceolatus (Lanzettfischchen). Schließlich ist noch seine theoretische Betrachtung über die Bedeutung der Sehzellen des Amphioxus lanceolatus für die Phylogenie des Wirbeltierauges zu erwähnen.

  • Werke

    Weitere W Zellen-Stud. I-VI, 1887–1907;
    Problem d. Befruchtung, 1902.

  • Literatur

    F. Baltzer, in: Die Naturwiss., 1916, S. 69;
    ders., in: Fränkische Lebensbilder II, S. 40-56 (W, L);
    R. Hertwig, in: Münchener Med. Wschr., 1916;
    ders., in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1916, S. 118-35;
    H. Nachtsheim, in: Naturwiss. Wschr., NF 15, 1916 (vollst. Bibliogr., P);
    H. Spemann, in: Archiv f. Entwicklungsmechanik 42, 1916, S. 243-60;
    Verhh. d. phys.-med. Ges. Würzburg 44, 1917, S. 160-65;
    O. Kuhn, Th. B., Ein Pionier d. modernen Biol., in: Fränk. Bll., Beil. z. fränk. Tag, Bamberg 4, 1952, Nr. 20, S. 77-80;
    DBJ I (Totenliste 1915, W, L);
    Fischer I, 1932;
    J. W. Harms, in: Hdwb. d. Naturwiss., 21933, S. 188 (W).

  • Portraits

    in: K. Escherich, Leben u. Forschen, 1949, Tafel IV.

  • Autor/in

    Walter Rühm
  • Empfohlene Zitierweise

    Rühm, Walter, "Boveri, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 493-494 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118662449.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA