Lebensdaten
1881 bis 1968
Geburtsort
Thorn (Westpreußen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Kommunalpolitiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 133571416 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lohmeyer, Hans
  • Lohmeyer, Hans Albert

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Lohmeyer, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133571416.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albert, aus westfäl. Fam., Dachdeckermeister, dann Dachpappenfabr. in Th.;
    M Ottilie Schmidtgall (1851–1934);
    B Paul ( 1944), 1937-38 Präs. d. Oberpostdirektion in Kassel, 1938-44 in Frankfurt/M.;
    - 1) (⚮) Leonore Hantel, 2) Gerda Müller (1894–1951), Schauspielerin;
    1 S, 1 T aus 1).

  • Leben

    L. studierte 1900-03 Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg/Br., Leipzig, Berlin und Breslau (Dr. iur. 1904). Nach dem Referendarexamen 1903 kam er an die Amtsgerichte Briesen und Thorn und an das Kammergericht in Berlin. Hier war er nach dem Assessorexamen 1907 auch als Rechtsanwalt tätig. 1914 wurde er Magistratsassessor und 1916 Stadtrat und Stadtsyndikus von Schöneberg. Mit Oberbürgermeister Alexander Dominicus gehörte er im Nov. 1918 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Demokratischen Partei in Schöneberg, aus der er 1925 austrat.

    L. war 1919-33 Oberbürgermeister der Stadt Königsberg i. Pr., wo es galt, die wirtschaftlichen Folgen der Trennung Ostpreußens und seiner Provinzhauptstadt vom Deutschen Reich seit 1919 überwinden zu helfen. Ähnlich wie Karl Goerdeler, der während L.s Amtszeit 1920-30 Bürgermeister in Königsberg war, vertrat L. wirtschaftspolitisch einen sozial orientierten Liberalismus mit starker Abneigung gegen staatliche Eingriffe. Er sorgte für eine sparsame städtische Finanzpolitik und gründete die Stadtbank, zu der fortan auch die Stadthauptkasse gehörte. Die Städt. Betriebe verwandelte L. in eine GmbH, deren Anteile der Stadt gehörten, und ließ sie als Wirtschaftsbetriebe leiten. Er führte den Vorsitz des Aufsichtsrats der Königsberg-Cranzer-Eisenbahngesellschaft. An der Gründung der Deutschen Ostmesse zur Stärkung der ostpreuß. Wirtschaft, des Flughafens 1920 und des Ostmarkenrundfunks (später Radio Königsberg) hatte er großen Anteil. 1921-32 war L. Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats und zugleich Stellvertretender Bevollmächtigter Ostpreußens zum Reichsrat, außerdem Vorsitzender des Ostpreuß. Städtetags und des kommunalen Spar- und Giroverbands für die Ostmark. L. suchte die kommunale Selbstverwaltung frei von Parteipolitik zu halten im Sinne einer modernen Weiterentwicklung der Ideen der Steinschen Preuß. Städteordnung durch den Königsberger Job., Gottfried Frey. Seine Schrift „Zentralismus oder Selbstverwaltung“ (1928) spiegelt diese Gedanken wider, auch im Blick auf die Reichsreformdiskussion. – L. verlor sein Amt im März 1933. Seitdem wohnte er in Berlin und beschäftigte sich mit kommunalwissenschaftlichen und zeitgeschichtlichen Fragen (Die Politik des Zweiten Reiches, 1870–1918, 2 Bde., 1939). Obwohl er von der NSDAP überwacht wurde, blieb er mit Goerdeler in Verbindung. 1951 war er Mitgründer und bis 1963 Vorsitzender des Vereins für Kommunalwissenschaften, 1962 Mitgründer und Mitherausgeber des „Archivs für Kommunalwissenschaften“ in Berlin. – Dr. rer. pol. h. c. (Königsberg 1924), Dr. oec. E. h. (Handelshochschule Königsberg), Senator d. Dt. Ak. München; Gr. Bundesverdienstkreuz (1963).

  • Werke

    Weitere W Die Entwicklung Berlins zum Stadtstaat, in: Jb. d. Ver. f. d. Gesch. Berlins, 1955;
    Rückblick auf meine Amtszeit, in: Jb. d. Albertus-Univ. zu Königsberg/Pr. 7, 1957, S. 250-85;
    Meine Königsberger Jahre, in: Ein Blick zurück, 1961.

  • Literatur

    Jb. d. Albertus-Univ. zu Königsberg/Pr. 19, 1969, S. 333;
    Altpr. Biogr. III;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Relief v. R. Scheibe (Berlin, Ernst-Reuter-Haus).

  • Autor/in

    Ludwig Luckemeyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Luckemeyer, Ludwig /+, "Lohmeyer, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 133 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133571416.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA