Dates of Life
1881 – 1968
Place of birth
Thorn (Westpreußen)
Place of death
Berlin
Occupation
Kommunalpolitiker ; Jurist ; Politiker
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 133571416 | OGND | VIAF: 50419862
Alternate Names
  • Lohmeyer, Hans
  • Lohmeyer, Hans Albert

Quellen(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Lohmeyer, Hans, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133571416.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Albert, aus westfäl. Fam., Dachdeckermeister, dann Dachpappenfabr. in Th.;
    M Ottilie Schmidtgall (1851–1934);
    B Paul ( 1944), 1937-38 Präs. d. Oberpostdirektion in Kassel, 1938-44 in Frankfurt/M.;
    - 1) (⚮) Leonore Hantel, 2) Gerda Müller (1894–1951), Schauspielerin;
    1 S, 1 T aus 1).

  • Biographical Presentation

    L. studierte 1900-03 Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg/Br., Leipzig, Berlin und Breslau (Dr. iur. 1904). Nach dem Referendarexamen 1903 kam er an die Amtsgerichte Briesen und Thorn und an das Kammergericht in Berlin. Hier war er nach dem Assessorexamen 1907 auch als Rechtsanwalt tätig. 1914 wurde er Magistratsassessor und 1916 Stadtrat und Stadtsyndikus von Schöneberg. Mit Oberbürgermeister Alexander Dominicus gehörte er im Nov. 1918 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Demokratischen Partei in Schöneberg, aus der er 1925 austrat.

    L. war 1919-33 Oberbürgermeister der Stadt Königsberg i. Pr., wo es galt, die wirtschaftlichen Folgen der Trennung Ostpreußens und seiner Provinzhauptstadt vom Deutschen Reich seit 1919 überwinden zu helfen. Ähnlich wie Karl Goerdeler, der während L.s Amtszeit 1920-30 Bürgermeister in Königsberg war, vertrat L. wirtschaftspolitisch einen sozial orientierten Liberalismus mit starker Abneigung gegen staatliche Eingriffe. Er sorgte für eine sparsame städtische Finanzpolitik und gründete die Stadtbank, zu der fortan auch die Stadthauptkasse gehörte. Die Städt. Betriebe verwandelte L. in eine GmbH, deren Anteile der Stadt gehörten, und ließ sie als Wirtschaftsbetriebe leiten. Er führte den Vorsitz des Aufsichtsrats der Königsberg-Cranzer-Eisenbahngesellschaft. An der Gründung der Deutschen Ostmesse zur Stärkung der ostpreuß. Wirtschaft, des Flughafens 1920 und des Ostmarkenrundfunks (später Radio Königsberg) hatte er großen Anteil. 1921-32 war L. Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats und zugleich Stellvertretender Bevollmächtigter Ostpreußens zum Reichsrat, außerdem Vorsitzender des Ostpreuß. Städtetags und des kommunalen Spar- und Giroverbands für die Ostmark. L. suchte die kommunale Selbstverwaltung frei von Parteipolitik zu halten im Sinne einer modernen Weiterentwicklung der Ideen der Steinschen Preuß. Städteordnung durch den Königsberger Joh. Gottfried Frey. Seine Schrift „Zentralismus oder Selbstverwaltung“ (1928) spiegelt diese Gedanken wider, auch im Blick auf die Reichsreformdiskussion. – L. verlor sein Amt im März 1933. Seitdem wohnte er in Berlin und beschäftigte sich mit kommunalwissenschaftlichen und zeitgeschichtlichen Fragen (Die Politik des Zweiten Reiches, 1870–1918, 2 Bde., 1939). Obwohl er von der NSDAP überwacht wurde, blieb er mit Goerdeler in Verbindung. 1951 war er Mitgründer und bis 1963 Vorsitzender des Vereins für Kommunalwissenschaften, 1962 Mitgründer und Mitherausgeber des „Archivs für Kommunalwissenschaften“ in Berlin.|

  • Awards

    Dr. rer. pol. h. c. (Königsberg 1924), Dr. oec. E. h. (Handelshochschule Königsberg), Senator d. Dt. Ak. München;
    Gr. Bundesverdienstkreuz (1963).

  • Works

    Weitere W Die Entwicklung Berlins zum Stadtstaat, in: Jb. d. Ver. f. d. Gesch. Berlins, 1955;
    Rückblick auf meine Amtszeit, in: Jb. d. Albertus-Univ. zu Königsberg/Pr. 7, 1957, S. 250-85;
    Meine Königsberger Jahre, in: Ein Blick zurück, 1961.

  • Literature

    Jb. d. Albertus-Univ. zu Königsberg/Pr. 19, 1969, S. 333;
    Altpr. Biogr. III;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Relief v. R. Scheibe (Berlin, Ernst-Reuter-Haus).

  • Author

    Ludwig Luckemeyer
  • Citation

    Luckemeyer, Ludwig /+, "Lohmeyer, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 133 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133571416.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA