Lebensdaten
1850 bis 1921
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Musikschriftsteller ; Musikkritiker ; Dichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11603498X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Deutlich, Jeremias (Pseudonym)
  • Deutlich, Jeremias
  • Kahlbeck, Max
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Zitierweise

Kalbeck, Max, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11603498X.html [29.09.2016].

CC0

Kalbeck, Max (Pseudonym Jeremias Deutlich)

Musikschriftsteller und -kritiker, * 4.1.1850 Breslau, 4.5.1921 Wien. (katholisch)

  • Genealogie

    V Eduard, Oberpostkommissar in B.; M Florentine, T d. Uhrmachers Schade in B.; Ur-Gvm N. N. Checinski, Dom-Uhrmacher in B.; Groß-Om Ferdinand Schade, Uhrmacher u. Erfinder in B.; Schwager Martin Kirschner ( 1912), Oberbgm v. Berlin (s. NDB XI); - Breslau 1881|Julie, T d. Leopold Freund, Buchdruckereibes. u. Ztg.hrsg. in B.; 1 S, 1 T, u. a. Paul (1884–1949), Regisseur, Schriftsteller (s. ÖBL); E Florian (* 1920), Chefdramaturg d. Österr. Fernsehens.

  • Leben

    K. begann nach dem Mittelschulbesuch ein Jura-Studium an der Universität Breslau, wechselte jedoch zur Philosophie über, ohne abzuschließen. Er wandte sich vielmehr, seit 1872 in München ansässig, dem Musikstudium an der Münchner Musikschule zu und begann 1875 seine Berufslaufbahn als Direktionsassistent am Schles. Museum zu Breslau. Nachdem er schon 1870 als von K. von Holtei geförderter Lyriker an die Öffentlichkeit getreten und als Musikkritiker und Feuilletonist der Schles. Zeitung (Breslau) seit 1875 mit der Tages-Schriftstellerei in Kontakt gekommen war, wandte er sich 1880 endgültig dem Journalistenberuf zu, indem er durch Vermittlung von E. Hanslick in die Redaktion der Wiener Allgemeinen Zeitung eintrat. In der Folge wurde er Musikkritiker der Neuen Freien Presse (1883), des Neuen Wiener Tagblattes (1886) und der Wiener Montags-Revue (1890). Als solcher hat er in seinen Rezensionen die Geisteshaltung des bürgerlichen Liberalismus vertreten und vehement gegen die Repräsentanten der „Neudeutschen Schule“, insbesondere gegen Richard Wagner, Anton Bruckner und Hugo Wolf Stellung genommen, Brahms und dessen Kreis dagegen ebenso lebhaft wie einseitig gefördert. Von dieser Position aus ist auch sein literarisches Hauptwerk, eine 4bändige (6teilige) Monographie über Brahms, zu verstehen, der es trotz ihrem Wert als Materialsammlung an der notwendigen Objektivität in der Quellen-Auswertung und -Interpretation fehlt. Weitere Arbeiten dieser Art haben den Dichtern  Johann Christian Günther,  Daniel Spitzer,  Paul Heyse und  Gottfried Keller gegolten. K., der Teile seiner kritischen Referate auch in Buchform erscheinen ließ, hat sich auch als (nicht sehr erfolgreicher) Bühnenschriftsteller betätigt und übersetzte zahlreiche Opernlibretti aus dem Englischen, Französischen (zum Beispiel Orphée von Chr. W. Gluck; Das Mädchen von Navarra, und Werther von J. Massenet), Russischen (Pique Dame von P. I. Tschaikovsky), Tschechischen (zum Beispiel Die verkaufte Braut, Dalibor, und Das Geheimnis von B. Smetana) und Italienischen (zum Beispiel André Chénier von U. Giordano; Freund Fritz von P. Mascagni; Don Giovanni von W. A. Mozart; Tosca von G. Puccini; Othello von G. Verdi; Susannes Geheimnis von E. Wolf-Ferrari) ins Deutsche. Auch zu Mozarts Bastien und Bastienne sowie zu dessen La finta giardiniera schrieb er neue Dichtungen. Seiner Herausgebertätigkeit ist die Anthologie „Ein deutsches Dichterbuch“ (1875), die Faksimile-Ausgabe von drei Brahms-Liedern und die Edition des Briefwechsels von Johannes Brahms mit Heinrich und Elisabeth von Herzogenberg sowie mit Peter Joseph und Fritz Simrock, Josef V. Widmann, und anderen, zu danken.

  • Werke

    Opern- bzw. Operettenbücher u. a. f. Joh. Strauß, Jakuba, 1895 (mit G. Davis);  E. Poldini, Decius d. Flötenspieler, 1899;  P. Caro, Die Hochzeit zu Ulfosa, 1900;  F. Léhar, Tatjana, 1906 (mit F. Falzari). -  Dichtungen: Aus Natur u. Leben, 1870;  Wintergrün, Eine Blumensprache in Versen, 1872;  Neue Dichtungen, 1873;  Nächte, 1878;  Zur Dämmerzeit, 1881;  Aus alter u. neuer Zeit, 1890;  Schrr.: Richard Wagners Nibelungen, 1876;  Das Bühnenfestspiel zu Bayreuth, 1877;  Neue Btrr. z. Biogr. d. Dichters Johann Christian Günther, 1879;  Richard Wagners Parsifal, Krit. Studie, 1882;  Gereimtes u. Ungereimtes, 1885;  Wiener Opernabende, 1885;  Humoresken u. Phantasien, 1896;  Opernabende, 1898;  Johannes Brahms I-IV/2, 1904-14, 21908-21;  Capriccio, Skizzen u. Bilder, 1905;  Gottfried Keller u. Paul Heyse im Briefwechsel, 1918.

  • Literatur

    R. Batka, Eine Brahmsbiogr., in: Musikal. Wbl. 36, 1905;  A. Würz, in: Zs. f. Musik 111, 1950;  Kosch, Theater-Lex.ÖBL (W, L)Riemann (W)MGG Suppl.

  • Autor

    Othmar Wessely
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Othmar, "Kalbeck, Max" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 46-47 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11603498X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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