Lebensdaten
1816 bis 1910
Geburtsort
Terenten (Tirol)
Beruf/Funktion
Fürstbischof von Brixen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129114138 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aichner, Simon

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Zitierweise

Aichner, Simon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129114138.html [26.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aichner entstammt einer erbgesessenen Landhandwerkerfamilie bzw. einem ebensolchen Kleinbauerngeschlecht;
    V Georg Aichner, Schmied am Bach in Terenten;
    Gvv Josef Aichner, Schmied im Dorf, ebenda;
    Gvm Johann Mayramgraben, Kleinpirgstallerbauer, ebenda; Aichner war das älteste von elf Geschwistern.

  • Leben

    Nach Besuch des Gymnasiums in Bozen (1828–1834) und des Lyzeums in Innsbruck (1834–1836) trat A. in das Priesterseminar zu Brixen ein, wo insbesondere der spätere Fürstbischof Vinzenz Gasser auf ihn wirkte. 1840-51 in der Seelsorge tätig, wurde A. 1852 Studienpräfekt und Supplent für Kirchenrecht, 1854 Professor, 1857 Spiritual, 1861 Leiter des Seminars und übte bis 1882 maßgeblichen Einfluß auf die Ausbildung des Klerus der großen Tiroler Diözese, auch in politischer Hinsicht. A. wurde 1882 Weihbischof und Generalvikar für Vorarlberg und nach dem frühen Tode des gemäßigten Fürstbischofs Johann von Leys 1884 dessen Nachfolger. Trotz seiner hohen Jahre wie schon im Priesterseminar auf allen Gebieten ein zielbewußter und rastloser Arbeiter, verstand es A., durch häufige Visitationsreisen, eine Diözesansynode und Hirtenbriefe Klerus und Volk straffer zu binden, förderte in konservativem Sinne (Neuromanik und Neugotik) geistliche Kunst und Musik und versuchte nicht zuletzt, auch die politische Führungstellung des Klerus zu erhalten. Hier scheiterte er und zwar nicht so sehr an der immer rascher fortschreitenden Verkehrsentwicklung, welche Menschen anderer Art ins Land brachte, als infolge des Aufkommens und Sieges einer neuen Bewegung in den eigenen Reihen, welche sich unter Betonung des sozialen und nationalen Elements mehr den breiten Schichten zuwandte und, zum Unterschiede vom altkonservativen Stock der katholischen Partei, dem A. angehörte, sich christlich-sozial nannte. 1898 kam es endgültig zur Spaltung. - Da die neue Bewegung - so wie die Wiener Christlichsozialen unter Dr. Karl Lueger - bei Papst Leo XIII. Anerkennung fand und Wiedervereinigungsversuche im katholischen Lager, an denen A. beteiligt war, scheiterten, nahm A. - auch mit Rücksicht auf sein Alter - den Abschied (1904, Titularerzbischof von Theodosiopolis). - A. ist Verfasser eines knappen, aber gründlichen Kirchenrechtshandbuches, das, vor allem für den Diözesanklerus bestimmt, den kirchlichen gegenüber dem staatlichen Standpunkt betont. 1865 wurde er Ehrendoktor der theologischen Fakultät in Wien.

  • Werke

    Weitere W Compendium iuris ecclesiastici, 1862. 121915 (zuletzt besorgt v. Th. Friedle); Verz. bei A. Sparber (s. L.)

  • Literatur

    A. Sparber, Aus dem Leben u. Wirken d. Fürstbischofs Dr. S. A., in: Veröffgg. d. Mus. Ferdinandeum 31, 1951, S. 635-63, = Schlernschrr. 93 (L, P);
    LThK.

  • Portraits

    Ölgem. v. F. Moll (Brixen, Hofburg).

  • Autor/in

    Franz Huter
  • Empfohlene Zitierweise

    Huter, Franz, "Aichner, Simon" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 117 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129114138.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA