Lebensdaten
1520 bis 1588
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13717893X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aichholtz, Johann Emmerich
  • Aicholz, Johann Emmerich
  • Aichholtz, Johann Emmerich

Orte

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Zitierweise

Aicholz, Johann Emmerich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13717893X.html [22.06.2018].

CC0

  • Genealogie

    1) 1557 Ursula ( 1560), 2) 1561 Katharina ( 1566), 3) Anna Unverzagt; aus 2) S Hans, T Katharina.

  • Leben

    A. studierte seit 1536 an der Wiener Universität, ging 1543 nach Wittenberg, wo er 1547 Magister wurde und zur neuen Glaubenslehre übertrat. 1550 kurz in Wien, ging er als Erzieher auf Reisen nach Frankreich und Italien; seit 1555 in Padua, erwarb er dort den Doktor der Medizin und der Philosophie. 1557 ließ sich A. als Arzt in Wien nieder, wo er bald eine Professur erhielt und den Anatomie-Unterricht übernahm. Als im Oktober 1558 die Pest auszubrechen drohte, wurde A. als damals jüngstes Glied der Fakultät zum Magister sanitatis mit 200 Gulden Jahresgehalt vorgeschlagen; im Dezember 1560 wurde er zur Behandlung des Palatins Graf Thomas Nadasdy davon für drei Monate beurlaubt. A. war seit 1559 fünfmal Dekan und 1574 Rektor. 1581 wurde er, als guter Praktiker bekannt, zu Kaiser Rudolf II. nach Prag gerufen. Angeblich mit Paul Fabricius legte er einen botanischen Garten an, in dem der berühmte niederländische Botaniker Carl Clusius, der mit ihm befreundet war und in Wien (1573–87) in seinem Hause wohnte, viele seltene Pflanzen zum ersten Mal sah. A. vermachte dem Rat zu Nürnberg 10000 Goldgulden, deren Zinsen (400 Gulden) an zwei Medizinstudenten sechs Jahre lang für Reisen ausgezahlt werden sollten.

  • Werke

    Consilium in Hydrope monstroso.

  • Literatur

    J. v. Aschbach, Gesch. d. Wiener Univ. III, 1888, S. 119 ff. u. ö., Nachträge zu III, 1898, S. 1-26;
    L. Senfelder, Paul de Sorbait, in: Wiener klin. Rdsch., Nr. 21-30, Wien 1906;
    ders., Gesch. d. Wiener Stadtphysikates. in: Mitt. d. K. u. K. Arch. f. Nieder-Österr., Wien 1908;
    L. Schönbauer, Das medizin. Wien, Wien 21947, S. 80;
    Jöcher, 1750;
    BLÄ I, 1929.

  • Autor/in

    Karl Schadelbauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schadelbauer, Karl, "Aicholz, Johann Emmerich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 117-118 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13717893X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA