Lebensdaten
1875 bis 1939
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Jesuit ; Psychologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119019655 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lindworsky, Johannes
  • Lindworsky, Giovanni
  • Lindworsky, J.
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Lindworsky, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119019655.html [21.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Anton (1836–86), Kutscher, aus Winkeldiz Kr. Saaz (Böhmen);
    M Elisabeth Meßer ( 1906) aus Hofheim (Taunus).

  • Leben

    L. besuchte das Kaiser-Friedrich-Gymnasium in Frankfurt und trat 1897 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach philosophischen und theologischen Studien in Valkenburg (Holland) und an den Universitäten Bonn und München wurde er 1909 zum Priester geweiht und 1915 auf Grund der Arbeit „Gestaltungsweisen des syllogistischen Denkens“ zum Dr. phil. promoviert. Mit der Schrift „Der Wille“ (1919) habilitierte er sich 1920 in Köln, wo er 1922 einen Lehrauftrag für experimentelle Psychologie erhielt und 1923 eine ao. Professur antrat. Seit 1928 war er o. Professor der Psychologie an der Deutschen Karls-Univ. Prag. Als Schüler von Joseph Fröbes und Oswald Külpe fühlte er sich der von letzterem ausgehenden psychologischen Schule nahe, weil sie Verbindung mit den von der aristotelischen Philosophie herkommenden Forschern gewonnen habe. L. steht in der Tradition einer introspektionistischen Bewußtseinspsychologie, die sich die Beschreibung und Erklärung der dem Erleben zugrundeliegenden seelischen Elemente und deren Zusammenhangs zum Ziel gesetzt hat. In den Beziehungen zwischen Paaren von Empfindungselementen sieht er Grundverhältnisse der Wahrnehmung und des Denkens. Er steht damit im Gegensatz zu der besonders im 2. Jahrzehnt des 20. Jh. entwickelten Gestaltpsychologie, die im Ganzen einer psychischen Erscheinung eine Qualität sah, die sich nicht schon aus der Zusammensetzung ihrer Teilelemente erklärt.

    L. bestreitet zwar nicht die Existenz „übersummativer“ Ganzheitseigenschaften, hält|aber für die Erforschung des Erlebens die Methode der „Elementaranalyse“ für erforderlich. Von der gestaltpsychologischen Schulrichtung, die am Prinzip der psychophysischen Isomorphie festhält, unterscheidet ihn auch seine Überzeugung vom strikten Dualismus von Leib und Seele. Die Seele ist für ihn eine einfache, unteilbare, geistige und von der Materie gänzlich verschiedene Substanz. Neben seinen denkpsychologischen Arbeiten hat L. vor allem Beiträge zur Willenspsychologie geliefert. Hier nahm er unter anderem Stellung gegen Narziß Achs einflußreiches Konzept der „determinierenden Tendenz“. Es sind dies von der Übernahme einer Aufgabe herrührende Handlungstendenzen oder „Einstellungen“, die im Unbewußten wirken. L. hält die älteren Konzepte der Assoziation und Perseveration zur Erklärung der von Ach als Beleg angeführten Phänomene für ausreichend; das Wollen erfolgt nur im Hinblick auf den Sinn der Aufgabe (Bezugsvorstellung), und dieser bedeutet für das Subjekt einen Wert, der bejaht wird. Scheinbar unbewußte Determinierung ist so als Automatisierung ehemals bewußter Vorgänge zu verstehen. Seine willenspsychologischen Erkenntnisse suchte L. für Fragen der praktischen Pädagogik und Lebensführung nutzbar zu machen. Er sah es für die Erziehung zur Willensstärke als Hauptaufgabe an, den Schülern Motive im Sinne von Werten bereitzustellen, da er die Existenz einer eigenständigen Willenskraft ablehnte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Das schlußfolgernde Denken, 1916;
    Der Wille, 1919, 31923;
    Experimentelle Psychol., 1921, 51932 (span., ital., engl., poln., fläm. Überss.);
    Umrißskizze zu e. theoret. Psychol., 1922, 21923;
    Willensschule, 1923, 51953 (span., engl., fläm. Überss.);
    Methoden d. Denkforschung, 1925;
    Theoret. Psychol. im Umriß, 1926, 41932 (engl., span., portugies. Überss.);
    Erfolgreiche Erziehung, 1933;
    Das Seelenleben d. Menschen, 1934;
    Psychol. d. Aszese, 1935 (W-Verz.);
    Dein Erfolgssystem, junger Mann! 1937;
    Des werktätigen Katholiken Lebenskunst, 1938.

  • Literatur

    J. Geyser, Lehrb. d. allg. Psychol. II, 31920;
    W. Metzger, Psychol., 51975;
    Kürschner, Gel.-Kal., 1935 (W);
    Wi. 1935;
    Kosch, Kath. Dtld. (P);
    LThK;
    L. Koch, Jesuiten-Lex., 1934;
    Ziegenfuß;
    Lex. d. Päd. III, 1954.

  • Autor/in

    Hans Eirich
  • Empfohlene Zitierweise

    Eirich, Hans, "Lindworsky, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 619-620 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119019655.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA