Lebensdaten
1841 bis 1925
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Seehof bei Lunz (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Jurist ; Mäzen
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 143256769 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kupelwieser, Karl
  • Cupelwieser, Carl

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Zitierweise

Kupelwieser, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143256769.html [12.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Leopold (s. 1);
    B Franz (s. 2), Paul (s. 4);
    - Wien 1869 Bertha (1848–1908), T d. Hermann Wittgenstein, Großkaufm. u. Großindustrieller in W., u. d. Fanny Christina Figdor; Schwager Karl Wittgenstein (1847–1913), Eisenindustr.;
    1 S, 2 T, u. a. Hans (1879–1939), Zoologe (s. ÖBL);
    N d. Ehefrau Ludwig Wittgenstein ( 1951), Philosoph.

  • Leben

    K. besuchte das Piaristengymnasium in Wien und studierte trotz seines ausgeprägten Interesses für Naturwissenschaften Jus an der Univ. Wien. Nach der Promotion zum Dr. jur. (1866) war er als Advokat tätig. Durch seinen Schwager Karl Wittgenstein veranlaßt, wandte er sich der Verwaltung großer Unternehmen zu und trat in dessen Aktienkonsortium (Teplitzer Walzwerk, Böhm. Montangesellschaft & Prager Eisenindustrie-Gesellschaft) als juristischer Beirat ein. 1871 baute K. in Pörtschach am Wörthersee (Kärnten) eine Villa, wo sich im Sommer um den jungen Johannes Brahms ein Kreis bildete. K. war damit auch der Entdecker des Erholungsortes Pörtschach. 1891 kaufte er das Gut Kyrnberg b. St. Pölten und 1897 das Gut Seehof-Hirschtal am Lunzer See in Niederösterreich. Letzteres baute er zu einem Mustergut aus, legte Straßen an, errichtete ein Elektrizitäts- und ein Sägewerk, eine Molkerei mit Dampfbetrieb und eine Fischzuchtanstalt. K. führte seine Wohlhabenheit weniger auf eigene Verdienste als vielmehr auf gewisse Glücksfälle und die Mitwirkung seines Schwagers Karl Wittgenstein sowie seines Bruders Paul zurück. Er fühlte sich daher verpflichtet, einen Teil seiner Einkünfte für gemeinnützige und Wohltätigkeitszwecke zu verwenden. Großzügige Widmungen erhielten das „Haus der Barmherzigkeit“ in Wien und ein Taubstummen-Blindeninstitut in Wien-Hütteldorf. K. ließ in Scheibbs in Niederösterreich ein musterhaft eingerichtetes Spital errichten und eine landwirtschaftliche Schule für Gebirgswirtschaft in Pyhra b. St. Pölten, die 1914 dem Land Niederösterreich übergeben wurde.

    K. erkannte früh die zunehmende Bedeutung der Hydrobiologie. 1906 gründete er die „Biologische Station“ in Lunz, die erste hydrobiologische Forschungsstelle im ostalpinen Raum. Dieses Institut wurde später von der Akademie der Wissenschaften in Wien und von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin übernommen. K. beschäftigte sich auch mit der Radiumforschung. 1910 errichtete er in Zusammenarbeit mit der Wiener Akademie ein „Institut für Radiumforschung“.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Wien); Ehrenmitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien.

  • Literatur

    . R. Wettstein, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 76, 1926, S. 175-79;
    ders., in: NÖB V, 1928 (P);
    Kosch, Kath. Dtld. II;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Rudolf Kropf
  • Empfohlene Zitierweise

    Kropf, Rudolf, "Kupelwieser, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 314 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143256769.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA