Lebensdaten
1870 bis 1946
Geburtsort
Elberfeld
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
evangelischer Kirchenhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118564269 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Köhler, Walter
  • Koehler, W.
  • Koehler, Walter
  • mehr

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Zitierweise

Köhler, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118564269.html [21.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Louis Ferdinand, Versicherungsdir., S d. Bankdir. Adrian u. d. Auguste Köhler;
    M Therese, T d. Fabr. Heinrich Schaefer u. d. Sophie Wellenkamp;
    1899 Elisabeth, T d. Majors Georg v. Niethammer;
    2 T.

  • Leben

    K. wurde 1895 mit einer Dissertation über Luthers Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“ im Spiegel der Kultur- und Zeitgeschichte promoviert, wurde 1900 Privatdozent und 1904 außerordentlicher Professor in Gießen, 1909 ordentlicher Professor der Kirchen- und Dogmengeschichte in Zürich und 1929 in Heidelberg. Sein vielseitiges und fruchtbares Schaffen hatte vor allem zwei Schwerpunkte: die Reformation in Zürich und Wittenberg. In Zürich hat er als Mitherausgeber der kritischen Edition der sämtlichen Werke Zwinglis im „Corpus Reformatorum“ (Bände 3-12), als Redaktor der „Zwingliana“, als Verfasser von 3 größeren Monographien über Zwingli (1920, 1923, 1943), sowie eines 2bändigen Werkes „Zürcher Ehegericht und Genfer Konsistorium“ (1932/42) den Eckstein zur Geschichte der Weltwirkung und Weltbedeutung Zwinglis gelegt (Muralt), wobei er die Eigenart Zwinglis in der Synthese von Christentum und Antike beziehungsweise Humanismus sah. Mit Wittenberg verbinden ihn neben der Dissertation unter anderem die Mitarbeit an der Weimarer Ausgabe (WA X/I), Arbeiten über „Luther und die Kirchengeschichte“ (1900), „Luther und die Lüge“ (1912), „Martin Luther und die deutsche Reformation“ (1916, 21917), „Wie Luther den Deutschen das Leben Jesu erzählt“ (1917, 21934), „Luther und das Luthertum in ihrer weltgeschichtlichen Auswirkung“ (1933). Dazu schlug K. aber auch den Bogen zwischen Zürich und Wittenberg in dem 2bändigen Standardwerk „Zwingli und Luther. Ihr Streit über das Abendmahl nach seinen politischen und religiösen Beziehungen“ (1924/53). Von diesem Zentrum aus hat K. indes auch durch Einzelschriften, Zeitschriftenaufsätze und Beiträge in Sammelschriften, Artikel in Nachschlagwerken, in Editionen, Übersetzungen, Bibliographien und Rezensionen ungezählte weitere Beiträge zur Geschichte der Reformation (zum Beispiel Acontius, Erasmus, Brenz, „radikale Reformation“ und Bauernkrieg) einerseits, zur gesamten Kirchengeschichte (Schwergewichte auf Katholizismus des 16., 19. und 20. Jahrhunderts, Hessen, Philosophie der Kirchengeschichte) anderseits verfaßt. In diesem Schrifttum erweist sich K. als Humanist: er repräsentiert den Typus des deutschen Gelehrten, der zuverlässig die kritische Methode und die Gestaltungskraft des großen Historikers beherrscht und sie mit dem Eros des Theologen verbindet. Er ist geistig zunächst von Erasmus, Luther und Zwingli, dann aber auch von der deutschen Philosophie des 18./19. Jahrhunderts (Leibniz, Hegel, Schleiermacher), im besonderen von seinen Lehrern Harnack und Troeltsch geprägt. Davon zeugen weiter seine 2bändige „Dogmengeschichte als Geschichte des christlichen Selbstbewußtseins“ (1938/51) und die 1941 erschienene Arbeit über Troeltsch.

  • Literatur

    Festgabe f. W. K., 1940 (Bibliogr.);
    L. v. Muralt, in: Zwingliana 8, 1946;
    E. Roth, in: Zs. f. KG 63, 1950/51, S. 222-38;
    F. Hartung, in: HZ 169, 1949, S. 447.

  • Autor/in

    Fritz Büsser
  • Empfohlene Zitierweise

    Büsser, Fritz, "Köhler, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 312 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118564269.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA