Lebensdaten
1881 - 1963
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Oerlinghausen (Lippe)
Beruf/Funktion
Hydrogeologe ; Geologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139548823 | OGND | VIAF: 101276387
Namensvarianten
  • Koehne, Werner
  • Koehne, W.
  • Koehne, Werner Wilhelm
  • mehr

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Zitierweise

Koehne, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139548823.html [07.12.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1848–1918), Dr., Gymnasialprof. in Berlin, Botaniker (s. L), S d. Wilhelm (1820–93), Gutsbes. in Sasterhausen (Schlesien), Mitgl. d. Abgeordnetenhauses, u. d. Bertha Prömmel;
    M Conradine Prömmel;
    Ur-Gvv Wilhelm (1789–1860),|Geh. Archivrat in Berlin;
    Groß-Ov Bernhard (1817–86), Gal.dir. d. Ermitage in St. Petersburg, Numismatiker, Kunsthistoriker (s. ADB 51);
    Ov Wilhelm (* 1846), Baurat d. Heeresbauverwaltung;
    - 1909 Johanna (1885–1963), T d. Adolf Buff (1838–1901), Prinzenerzieher am engl. Hof, später Stadtarchivar in Augsburg (S d. Physikers Heinrich B., 1878, s. NDB III).

  • Leben

    Nach dem Studium der Naturwissenschaften an den Universitäten Berlin, Freiburg im Breisgau und Göttingen sowie der Bergakademie Berlin (1901–04) war K. Assistent am geologisch-mineralogischen Institut der Universität Erlangen und wurde dort zum Dr. phil. promoviert. 1906 trat er in die Preußische Geologische Landesanstalt in Berlin ein, 1908 in die Geognostische Abteilung des Oberbergamts in München, wo er sich der geologisch-agronomischen Kartierung, Bergbaufragen und speziell der Bodenkunde sowie der Erforschung der Grundwasserverhältnisse der oberbayerischen Hochfläche widmete. 1916 wurde K. in das Ministerium für Öffentliche Arbeiten in Berlin berufen und gleichzeitig der Landesanstalt für Gewässerkunde für das Referat Hydrogeologie und Grundwasserkunde zugewiesen. Im Rahmen der in diese Zeit fallenden planmäßigen Erforschung der Beziehungen von Niederschlag, Abfluß und Verdunstung fand er hier unter Leitung der damals bedeutendsten deutschen Gewässerkundler H. Keller und W. Soldan ein ideales Betätigungsfeld. Er spezialisierte sich auf die Grundwasserkunde, die noch nach zwei Richtungen tendierte, zu den Ingenieurwissenschaften und zur Geologie, und entwickelte sie in zielbewußter Arbeit als neues Fachgebiet. Er betrieb die Grundwasserkunde in erster Linie als eine empirische Wissenschaft, die sich auf der Sammlung möglichst umfangreicher Unterlagen aufbaute. Ein wichtiges Ziel war für ihn die Ermittlung der unterirdischen Abflußspende teils aus Abflußmessungen, teils aus den Betriebserfahrungen der Wasserwerke, ein weiteres Ziel die Bearbeitung grundwasserkundlicher Unterlagen für eine planmäßige Wasserwirtschaft. Besonderes Augenmerk richtete er auf die Einrichtung von Grundwassermeßstellen (von Fall zu Fall örtliche Grundwassernetze sowie systematische weiterreichende Grundwasserdienste, zum Beispiel Landesgrundwasserdienste), regelmäßige exakte Beobachtungen und Messungen, auf die Meßgeräte sowie die bildliche Darstellung und Auswertung der Beobachtungsergebnisse. Die Normung der Fachausdrücke und die Begriffsbestimmungen der Hydrologie gehen weitgehend auf K. zurück. Durch vielseitige gutachtliche Tätigkeit in der Landesanstalt für Gewässerkunde konnte er praktische Erfahrungen sammeln. Es gelang ihm, die Bedeutung des unterirdischen Wassers im gesamten Wasserhaushalt des Festlandes zu erkennen und herauszuarbeiten. 1924 wurde er zum Wissenschaftlichen Mitglied und Professor ernannt, 1925 zum Oberregierungs- und -baurat.

    K.s Arbeiten erstreckten sich auch auf die vielseitigen Belange der praktischen Wasserwirtschaft, wie Wasserversorgung, Kanalbau Regulierung und Kanalisierung von Flüssen, Wasserfragen im Bergbau, Landeskultur, Schadensausgleich bei einschneidenden Grundwasserstandsveränderungen sowie auf Quellen und Heilquellen. Ihre Krönung fand K.s Lebensarbeit durch das Lehrbuch „Grundwasserkunde“ (1928, ²1948), das erste seiner Art in Deutschland. K.s Bedeutung als Altmeister der neuzeitlichen Grundwasserkunde in Deutschland entsprach der von O. E. Meinzer in den USA, mit dem er in regelmäßigem wissenschaftlichem Austausch stand.

    Nach der Auflösung der Preußischen Landesanstalt für Gewässerkunde (1945) war für K. keine Arbeitsstelle mehr vorhanden. Mühsam mußte er sich in den ersten Nachkriegsjahren mit kleinen gutachtlichen Arbeiten durchkämpfen. 1948 wurde er von der Forschungsanstalt für Gewässerkunde in Windelsbleiche zum auswärtigen Mitarbeiter ernannt. 1949 siedelte er von Berlin in die Bundesrepublik über, wo ihm größere Gutachtenaufträge die volle Wiederaufnahme seiner wissenschaftlichen und praktischen Arbeiten ermöglichten. Sein Lehrbuch und weitere grundwasserkundliche Veröffentlichungen blieben richtungsweisend in einer Zeit, in der die Bedeutung der Grundwasserkunde für die Wasserwirtschaft enorm angewachsen war.|

  • Auszeichnungen

    Bunsen-Pettenkofer-Ehrentafel d. Dt. Ver. d. Gas- u. Wasserfachleute (1958).

  • Werke

    u. a. Sigillarienstämme, Unterscheidungsmerkmale, Arten, Geolog. Verbreitung, bes. mit Rücksicht auf d. preuß. Steinkohlenreviere, Diss. Erlangen 1904 (= Abhh. d. Kgl. Preuß. Geolog. Landesanstalt 43, 1904);
    Geolog. Gesch. d. Fränk. Alb, in: Festschr. z. XVI. Dt. Geographentag in Nürnberg, 1907, S. 79 ff.;
    Bodenkartierung u. geolog.-agronom. Karten, 1912;
    Geolog. Karte d. Kgr. Bayern 1: 25 000, Bl. Gauting, Pasing, Dachau, Ampfing, Mühldorf, 1915;
    Das Grundwasser in d. südbayer. Hochfläche, 1916;
    Das Grundwasser u. s. wirtsch. Bedeutung, 1922, S. 67 ff.;
    Einige method. Fragen d. Grundwasserkde., in: Zs. d. Dt. Geolog. Ges. 77, 1925, S. 75 ff.;
    Die zahlenmäßige Ermittlung d. Wasserführung v. Grundwasserströmen, ebd. 85, 1933, S. 4 ff.;
    Ungewöhnl. Steigen d. Grundwassers u. Überschwemmungen in Senken ohne sichtbaren Abfluß (mit W. Friedrich), 1933;
    Richtlinien f. d. Erforschung d. Grundwasserverhältnisse (mit J. Denner), in: VI. Balt. Hydrolog. Konferenz, Dtld., Ber. 6 a, 1938;
    Grundwasserkde., ²1948 (W);
    Notwendige gewässerkundl. Gesichtspunkte b. d. Wasserversorgung, in: Das Gas- u. Wasserfach 4, 1951, S. 25 ff.;
    Das erste nach gewässerkundl. Gesichtspunkten bemessene Wasserwerk (Magdeburg), in: Gedenkschr. z. 50j. Wiederkehr d. Gründung d. Preuß. Bundesanstalt f. Gewässerkde., 1952;
    Die Ermittlung d. Wasserführung v. Grundwasserströmen u. ihre Bedeutung f. d. Betrieb v. Wasserwerken, 3 T., 1953-55.

  • Literatur

    J. Denner, in: Dt. Wasserwirtsch., H. 7, 1952;
    ders., in: Bohrtechnik u. Brunnenbau, H. 1, 1952;
    ders., in: Mitt. d. Bundesanstalt f. Gewässerkde., Nr. 85, 1957;
    Dt. Gewässerkundl. Mitt. 6, 1962, S. 22;
    H. Schmidt, in: Wasser u. Boden, H. 5, 1963. - Zu V Emil:
    Berr. d. Dt. Botan. Ges. 36, 1918, S. (82) -(89).

  • Portraits

    im Bes. d. Vf.

  • Autor/in

    Julius Denner
  • Empfohlene Zitierweise

    Denner, Julius, "Koehne, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 312-314 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139548823.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA