Lebensdaten
1907 bis 1975
Geburtsort
Chrzanow (Galizien)
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Dichterin ; Schriftstellerin
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118776592 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Engel, Mascha (geborene)
  • Vinaver, Mascha (verheiratete)
  • Kaléko, Mascha
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Zitierweise

Kaléko, Mascha, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118776592.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Fischel Engel (1884–1956), Kaufm.;
    M Shoshana Offen (1883–1975) aus Österreich;
    1) Berlin ca. 1926 Saul Kaléko, Dozent f. Hebräisch, Vf. hebrä. Lehrbücher, 2) ca. 1937 Chemjo Vinaver (1900–73), Dirigent, Komp., Hrsg. d. „Anthology of Jewish Music“ (1955) (s. Enc. Jud.); S aus 2) Steven Vinaver (1938–68), begabter Dramatiker u. Regisseur.

  • Leben

    K. kam als Kind nach Berlin, wo sie die Höhere Schule besuchte, dann jedoch einer Bürotätigkeit bei der Jüdischen Gemeinde nachgehen mußte. Ihr Vater wurde als russischen Staatsangehöriger während des 1. Weltkriegs interniert. K.s erste Gedichte erschienen 1930 in der Vossischen Zeitung, deren Feuilletonchef Monty Jacobs sie stark förderte. Gleichzeitig veröffentlichte sie im Berliner Tageblatt und in zahlreichen Zeitschriften Gedichte. 1933 und 1934 erschienen ihre ersten Bücher, „Das lyrische Stenogrammheft“ und „Kleines Lesebuch für Große“, zwei Gedichtsammlungen, die kurz darauf den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zum Opfer fielen. K. emigrierte 1938 mit ihrer Familie in die USA und lebte im New Yorker Stadtteil Greenwich Village. Ihre Exilerfahrungen spiegeln sich in den 1946 veröffentlichten „Versen für Zeitgenossen“ (21958) wider. 1960 zog sie mit ihrem Mann nach Jerusalem, wo sie bis zu ihrem Tod eine Wohnung behielt. Dennoch hat sie nach ihrem erzwungenen Abschied von Berlin nie wieder eine Heimat gefunden. In der Erkenntnis: „Das wird nie wieder, wie es war“, konnte sie sich auch nicht zur Rückkehr nach Deutschland entschließen.

    K.s Gedichte sicherten ihr von Anfang an eine große und begeisterte Lesergemeinde (die Neuauflage des „Lyrischen Stenogrammhefts“ erreichte 1974 das 100. Tausend). Ihre Themen sind die Arbeitswelt des kleinen Mannes in der Großstadt, die soziale Ungerechtigkeit wie das kleine Glück im Leben der Angestellten, Ladenmädchen und niederen Beamten. Sie trugen ihr die Neigung ihrer Leser ein, die sich darin wiedererkannten. Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Walther Mehring waren ihre Vorbilder und Anreger, aber K. hatte ihren durchaus eigenen Ton gefunden. Daraus ergab sich „eine Stimmung voll Jugend und zugleich voll Ernüchterung, eine verfrühte Enttäuschtheit und heimliche Verzweiflung liegt im Kampf mit starken Instinkten der Jugend …“ (Hermann Hesse). K.s Gedichte im Berliner Dialekt über das „Milljöh“ gehören zum Besten ihrer Artikel Im Exil gewann sie eine neue Dimension. Die Gedichtgruppe „Die ‚Tausend Jahre'“ aus den „Versen für Zeitgenossen“ beurteilen mit scharfem Blick und deutlich satirischem Witz die neue Umwelt und die Mit-Emigranten. Jetzt wird mehr denn je Heine das bewußt nachgelebte Vorbild. Nachdem K. die USA verlassen hatte, entstanden neben Kinderbüchern und neuen Gedichten zahlreiche Epigramme mit Lebensregeln wie die Sammlung „Hat alles seine zwei Schattenseiten“ (1973).

  • Werke

    Weitere W u. a. Verse in Dur u. Moll, 1967;
    Das himmelgraue Poesie Album d. M. K., 1968.

  • Literatur

    Herm. Hesse;
    Neue dt. Bücher, Lit.berr. f. Bonniers Litterära Magasin 1935–36, hrsg. v. B. Zeller, 1965, S. 75 f.;
    H. Krüger, in: Neue Rdsch. 86, 1975, S. 743-46.

  • Autor/in

    Sigrid Bauschinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauschinger, Sigrid, "Kaléko, Mascha" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 55 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118776592.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA