Lebensdaten
1876 bis 1942
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Münster (Westfalen)
Beruf/Funktion
Professor der Philosophin Münster ; Pädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11601203X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kabitz, Willy
  • Kabitz, Cuno Ewald Willy
  • Kabitz, Wilhelm
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Zitierweise

Kabitz, Willy, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11601203X.html [11.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1837–1904), Kaufm. in B., S d. Kaufm. Gustav Adolf in Barth/Ostsee u. d. Maria Christina Lübbe;
    M Ida (1839–1901), T d. Pastors Otto Friedrich Witte in Liepe auf Usedom u. d. Wilhelmine Schliemann; entfernter Verwandter Heinr. Schliemann ( 1890), Altertumsforscher;
    - Berlin 1908 Charlotte Christina Maria (1881–1971), T d. Friedrich Paulsen (1846–1908), Prof. d. Philos. u. Päd. in B. (s. L), u. d. Emilie Ferchel;
    2 S (1 ⚔), 1 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur (Gymnasium zum Grauen Kloster, Berlin 1895) studierte K. an der Univ. Berlin Philosophie, Geschichte und Deutsche Philologie. Seine wichtigsten akademischen Lehrer waren W. Dilthey. C. Stumpf, H. v. Treitschke, E. Schmidt und vor allem F. Paulsen, mit dem er später als Schwiegersohn auch familiär verbunden war. 1901 wurde er auf Grund seiner Dissertation „Studien zur Entwicklungsgeschichte der Fichteschen Wissenschaftslehre aus der Kantischen Philosophie“ (1902, Nachdr. 1968) zum Dr. phil. promoviert. Wie der Philosophie Fichtes galt sein Interesse schon früh in besonderem Maße auch dem Lebenswerk von Leibniz. Daher beauftragte ihn nach der Promotion die Preuß. Akademie der Wissenschaften mit vorbereitenden Arbeiten für die ihr 1901 (zusammen mit der Académie des Sciences morales et physiques und der Académie des Sciences, beide Paris) übertragene, nach 1918 von der Preuß. Akademie allein betriebene Herausgabe der großen Leibniz-Ausgabe. Seitdem ist K. der Leibniz-Forschung lebenslang treu geblieben. Die erste Frucht dieser Studien war die Erstellung (mit Paul Ritter, A. Rivaud u. J. Sire) eines „Kritischen Katalogs der Leibniz-Handschriften“ (1908), wofür ihm und P. Ritter von der Akademie ein ursprünglich für eine andere Leibniz-Untersuchung ausgesetzter Preis (5 000 Mark) als Ehrengabe verliehen wurde. 1909 erhielt er ein Stipendium aus Mitteln der „Stiftung für Auslandsreisen deutscher|Gelehrter“, so daß er 1910 eine Weltreise über England-Nordamerika-Japan-China-Indien machen konnte, die er vor allem zum Studium des Bildungs- und Schulwesens in den USA benutzte. Schon lange vorher, noch in Hannover, hatte K. mit der Habilitation an der dortigen Technischen Hochschule (1905) auch den ersten Schritt zu einer Universitätslaufbahn getan. An der Univ. Breslau habilitierte er sich 1908 ein zweites Mal mit der, Friedrich Paulsen gewidmeten, Schrift „Die Philosophie des jungen Leibniz – Untersuchungen zur Entwicklungsgeschichte seines Systems“ (1909) und erhielt dort 1914 seine Ernennung zum apl. Professor. Zum 1.1.1915 wurde K. dann als ao. Professor an die Univ. Münster berufen. 1921, nach Wehrdienst bis 1918, zum o. Professor ernannt, hat er hier bis zu seinem Tode Philosophie und Pädagogik gelehrt. Als Direktor des Seminars für Philosophie der Geisteswissenschaften wandte K. – wie ehedem sein Lehrer Paulsen – sein Interesse zunehmend pädagogischen, insbesondere schulpädagogischen Problemen zu, die in seiner Vorlesungstätigkeit einen immer breiteren Raum einnahmen. Zugleich ging seine engagierte Mitarbeit an der Leibniz-Ausgabe – („Gottfried Wilhelm Leibniz – Sämtliche Schriften und Briefe“, hrsg. von der Deutschen [vormals Preuß.] Akademie der Wissenschaften in Berlin, bis 1974 14 Bde.) – ständig weiter. Gemeinsam mit P. Ritter und Erich Hochstetter gab er 1923 den Band I/1 (Reihe „Allgemeiner, politischer und historischer Briefwechsel“) sowie 1926 den Band II/l (Reihe „Philosophischer Briefwechsel“) heraus. Seine Hauptarbeit aber galt der Reihe VI („Philosophische Schriften“), von der er den Band VI/1 selbst herausbringen konnte (1930), während seine umfänglichen Vorbereitungen für die Bände VI/2 und VI/3 erst 1966 bzw. 1974 (in Vorbereitung) von den späteren Bearbeitern Erich Hochstetter (1888–1968) und Heinr. Schepers zu Ende geführt wurden.

  • Werke

    Weitere W Aufsätze und Besprechungen in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss.;
    Preuß. Jbb.;
    Dt. Lit. Ztg.;
    Zs. f. Gesch. d. Erziehung u. d. Unterrichts;
    Säemann;
    Btrr. in: Velhagen u. Klasings Päd. Lex., hrsg. v. H. Schwartz, 4 Bde., 1928-31. -
    Hrsg.: F. Paulsen, Pädagogik, 1911;
    Kuno Fischer, Gottfried Wilhelm Leibniz - Leben, Werke, Lehre (= K. Fischer, Gesch. d. neueren Philos. III), 51920;
    Systemat. u. hist. Schrr. f. Philos. u. Päd., 1928 ff.

  • Literatur

    Würdigung d. Leibniz-Vorarbb. in: G. W. Leibniz, Sämtl. Werke VI/2, 1966, Einl.;
    Ziegenfuß I;
    Rhbd. (P);
    Wi. 1935;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1935. - Zu F. Paulsen:
    BJ 13.

  • Autor/in

    Heinrich Döpp-Vorwald
  • Empfohlene Zitierweise

    Döpp-Vorwald, Heinrich, "Kabitz, Willy" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 716 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11601203X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA