Dates of Life
1880 – 1957
Place of birth
Berlin
Place of death
Oxford
Occupation
Archäologe
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 117048178 | OGND | VIAF: 69056063
Alternate Names
  • Jacobsthal, Paul
  • Jacobsthal, Paul Ferdinand
  • Jakobsthal, Paul
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

Inbound Links to this Person

Additional Occurrences (NDB/ADB)

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Jacobsthal, Paul, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117048178.html [22.02.2024].

CC0

  • Genealogy

    B Ernst (s. 1);
    - 1915 Auguste (1889–1964), T d. Theodor Bräunig, Pfarrer d. franz.-ref. Gem. in Potsdam; kinderlos.

  • Biographical Presentation

    J. studierte Archäologie in Berlin, Göttingen und Bonn, wo er 1906 auf Grund der Dissertation „Der Blitz in der oriental. und griech. Kunst“ zum Dr. phil. promoviert wurde. Von Georg Loeschcke, den er immer als seinen Lehrer verehrte, hat er die Weite des Blicks, der über die mittelmeerische Antike hinausgeht und der verbunden ist mit der Schärfe der Einzelbeobachtung auch unscheinbarer Objekte, übernommen. Noch während seiner Stipendiatenzeit hat J. zusammen mit Wilamowitz die Berliner Akademie-Abhandlung „Nordionische Steine“ veröffentlicht, anschließend wurde er Assistent von G. Körte in Göttingen und habilitierte sich dort 1909 mit der Schrift „Theseus auf dem Meeresgrunde“. Auch sie zeigt die Bonner Schule: Interesse für die Beziehungen Griechenlands|zu seinen Nachbarn und die Erforschung der „bildlichen Tradition“. Der damals von J. verfaßte Katalog der „Göttinger Vasen“ ist noch heute gültig. Schon 1912 wurde er als o. Professor nach Marburg berufen und hat das dortige Archäologische Seminar zu einem der in personeller und sachlicher Hinsicht am besten ausgestatteten Deutschlands gemacht. Auch gelang es ihm, in Marburg die erste o. Professur für Vor- und Frühgeschichte durchzusetzen. In seinem großen Werk „Ornamente griech. Vasen“ (1927) verbindet sich die exakte Beschreibung der Palmetten- und Lotosranken, besonders unter den Henkeln, mit grundlegenden Beobachtungen über die Funktion des Ornaments überhaupt (vgl. auch den Aufsatz „Probleme des Ornaments der Gegenwart“, in: Neue Schweizer Rdsch., 1925) sowie mit Ausblicken auf die Plastik und auf die Beziehungen zum Orient und zur europ. Prähistorie. Daß J. auch die Probleme der allgemein in der Archäologie im Mittelpunkt stehenden griech. Plastik des 5. Jh. beherrschte, zeigt sein zusammenfassendes Werk „Die melischen Reliefs“ (1930). Auch diese Denkmälergattung behandelte er sowohl in stil- wie in typengeschichtlicher Hinsicht. Zu seinem Lieblingsgebiet, den Beziehungen der griech. zur „barbarischen“ Kunst, kehrte er zurück, als er zusammen mit seinem Assistenten und Freund E. Neuffer in der Arbeit „Gallia Graeca“ (in: Préhistoire, 1933) den griech. Import in der Provence untersuchte.

    In enger Zusammenarbeit mit dem Prähistoriker Merhart und dem Kunsthistoriker Hamann stand J. auf der Höhe seines Schaffens, als er 1935 „aus rassischen Gründen“ zwangspensioniert und zur Emigration gezwungen wurde. Zum Glück hatte sein Freund, der Archäologe John D. Beazley, mit dem er seit 1930 die Reihe „Bilder griech. Vasen“ (13 Bde.) herausgab, eine Wirkungsstätte für J. in Oxford vorbereitet. Dort entfaltete J. seit 1937 als „lecturer at Christ Church“, 1947-50 als „University Reader in Celtic Archaeology“, eine fruchtbare Tätigkeit, zumal er eine starke Affinität zu engl. Sprache und Wesensart besaß. Er gab mit Beazley zusammen die gewichtige Reihe der „Oxford Monographs on Classical Archaeology“ heraus und veröffentlichte neben kleineren, aber bedeutenden Aufsätzen, wie dem über die Umdatierung des „foundation deposit“ unter dem Artemistempel von Ephesos (in: Journal of Hellenic Studies 71, 1951), seine beiden letzten großen Werke: „Early Celtic Art“ (2 Bde., 1944, bearb. Nachdr. 1969), dem 2 weitere Bände über die spätere Kunst der Kelten folgen sollten, die aber bisher nicht erschienen sind, und „Greek Pins and their connexions with Europe and Asia“ (1956)|

  • Awards

    O. Mitgl. d. Dt. Archäolog. Inst., korr. Mitgl. d. Brit. Ac., Ehrenmitgl. d. Society of Antiquaries.

  • Literature

    H. Möbius, in: Gnomon, 1957;
    J. D. Beazley (?), in: The Times v. 30.10.1957;
    M. Robertson, in: Burlington Magazine, 1958;
    Who was who V, 1951-60, 1961;
    - Mitt. v. M. Robertson (Oxford) u. I. Rohde (Berlin).

  • Author

    Hans Möbius
  • Citation

    Möbius, Hans, "Jacobsthal, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 250-251 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117048178.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA