• Leben

    Als einer der angesehensten Professoren der Kölner Universität war E. 1447-61 in der Artistenfakultät tätig, wurde 1462 Dr. theol. und viermal theologischer Dekan; dazu Kanonikus von Sankt Andreas und S. Maria ad Gradus in Köln. Wahrscheinlich trat er 1466 oder 1467 in das 1464 reformierte Kölner Dominikanerkloster ein, wo man ihn gleich zu schätzen wußte. Bereits 1468/69 wurde er zum Regens des Kölner Ordensstudiums bestellt, ebenso später 1481. Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz wollte ihn als ersten Dominikaner an die Heidelberger Hochschule berufen. 1475 wurde er Vikarius des neugegründeten Klosters daselbst, kehrte aber bald wieder nach Köln zurück, war dort Inquisitor und 1479 zusammen mit Jak. Sprenger in dem Prozeß gegen Johann Ruchrat von Wesel führend beteiligt. Die Bedeutung E.s besteht vor allem darin, daß er als einer der ersten in Deutschland den theologischen Vorlesungen nicht wie bisher die Sentenzen des Petrus Lombardus zugrunde legte, sondern die theologische Summe des Thomas von Aquin.

  • Werke

    Quaestiones sententiarum, Quaestiones disputatae, Sermones et Collationes, Varia quaeque in philosophia, Declaratio modi et formae venditionis et emptionis reddituum perpetuorum et vitalitium, Super receptione puerorum ad religionem. Am wichtigsten dürfte seine ungedr. Lectura super I. partem Summae S. Thomae Aqu. sein.

  • Literatur

    J. Quétif u. J. Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum I, Paris 1719, S. 858;
    Qu. u. F. z. Gesch. d. Dominikanerordens in Dtld. 6, 1911, S. 67, 72, 95;
    ebd. 21, 1926, S. 50 f.;
    Analecta Ord. Praedicatorum, Rom 1923/24, S. 84 ff.;
    G. Löhr, Die Kölner Dominikanerschule vom 14. b. z. 16. Jh., Freiburg/Schweiz 1946, S. 81;
    ders., in: Archivum Fratrum Praedicatorum 21, Rom 1951, S. 277

  • Autor/in

    Gundolf Gieraths OP, Die Redaktion weist darauf hin, daß im Band VI, S. 271 f. ein Artikel zur selben Person vorhanden ist.
  • Empfohlene Zitierweise

    Gieraths OP, Paul-Gundolf, "Elten, Gerhard von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 470 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118717022.html#ndbcontent

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  • Genealogie

    Aus armen Verhältnissen.

  • Leben

    G. war einer der angesehensten Professoren der Kölner Universität (1447–61 an der Artistenfakultät, 1462 Dr. theol. und viermal theologischer Dekan), dazu Kanonikus an Sankt Andreas und Sankt Maria ad Gradus in Köln. Um 1466/67 trat er in das gerade (1464) reformierte Kölner Dominikanerkloster ein und wurde bereits für 1468/69 und ebenso 1481 zum Regens des dortigen Ordensstudiums bestellt. 1470 nahm er an der Reform des Aachener Klosters teil. Auf Wunsch des Pfalzgrafen Friedrich kam er 1475 als Vikar des Ordensgenerals für das neugegründete Kloster und Studienhaus nach Heidelberg, war aber bald wieder in Köln und seit 1478, von Sixtus IV. bestellt und von Herzog Wilhelm von Jülich-Berg unterstützt, als Inquisitor in den Sprengeln Köln, Mainz und Trier tätig. 1479 war er in Mainz am Prozeß gegen Johann Ruchrat von Wesel führend beteiligt. G. gilt als guter Thomist und ist von Bedeutung für die Reformbestrebungen innerhalb der deutschen Ordensprovinz.

  • Werke

    Lectura super Iam partem Summae S. Thomae, Basel 1476;
    Declaratio modi et formae venditionis et emptionis reddituum perpetuorum et vitalitium, Köln ca. 1476 (Hain 6066);
    Super receptione puerorum ad religionem, ebd. ca. 1476 (Hain 7614);
    Quaestionum sententiarum, lib. 1 (Hs.);
    Sermones plures et docte et eleganter compositi (Hs.);
    Quaestiones disputatae (Hs.);
    Varia quoque in philosophia, lib. 1 (Hs.);
    Joannis de Wesalia concionatoris Wormationensis paradoxa, Mainz 1479.

  • Literatur

    J. Quétif u. J. Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum I, Paris 1719, S. 858;
    J. Hansen, Zauberwahn, Inquisition u. Hexenwahn im MA, 1900,|S. 382, 400;
    R. Wackernagel, Gesch. d. Stadt Basel II, 1911/16, S. 585, 110x;
    B. M. Reichert, Registrum litterarum Raymundi de Capua et Leonardi de Mansuetis, 1911, S. 72, 92, 95;
    ders., Reg.litt. Salvi Cassetae et Barnabae Saxoni (1481–86), 1912, S. 18, 41;
    Mitt. a. d. Stadtarchiv v. Köln 15, 1918;
    A. Walz, De magistri G. de E. Lectura super Iam partem Summae S. Thomae, in: Analecta S. Ord. Praedicatorum 31, Rom 1923, S. 84-87;
    G. Löhr, Die theol. Disputationen u. Promotionen an d. Univ. Köln im ausgehenden 15. Jh., 1926;
    ders., Die Kölner Dominikanerschule vom 14. b. z. 16. Jh., 1948, S. 102 f.;
    ders., Die Dominikaner an d. Univ. Heidelberg, in: Archivum Fratrum Praedicatorum 21, Rom 1951, S. 273;
    H. Keussen, Die Matrikel d. Univ. Köln, 21928, S. 414 (L);
    Archiv d. dt. Dominikaner 2, 1939, S. 29-34;
    LThK2.

  • Autor/in

    Gundolf Gieraths OP
  • Empfohlene Zitierweise

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Elten: Gerhard v. E., war Lehrer am Gymnasium zu Köln, trat aber noch vor dem Jahre 1468 in den Dominicaner-Orden ein und wurde Regens des Kölner Collegiums dieses Ordens; Papst Sixtus IV. übertrug ihm das Amt eines General-Inquisitors für Deutschland, in welcher Stellung er noch im J. 1480 thätig war und insbesondere bei dem Ketzerprocesse gegen den Reformator Joh. Ruchrath, genannt Johannes de Wesalia, mitwirkte. Er schrieb: „Quaestiones Sententiarum“ (d. h. Commentar zu Petrus Lombardus), „Quaestiones disputatae“ und „Sermones“, welch letztere von seinen Ordensbrüdern sehr gepriesen wurden.

    • Literatur

      S. Quétif, Scriptores ordinis Praedicatorum, p. 858.

  • Autor/in

    Prantl.
  • Empfohlene Zitierweise

    Prantl, Carl von, "Elten, Gerhard von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 73 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118717022.html#adbcontent

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