Lebensdaten
1865 bis 1935
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Sozialpolitiker ; Volkspädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11906121X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Damaschke, Adolf Wilhelm Ferdinand
  • Damaschke, Adolf
  • Damaschke, Adolf Wilhelm Ferdinand
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Zitierweise

Damaschke, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11906121X.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (* 1827), Tischlermeister, S des Unteroffiziers Ferd., zuletzt in Thorn;
    M Auguste (* 1835), T des Wilh. Sandberg, Kalkbrennereibesitzer in Lehnin;
    Jena 1904 Julie, T des Heinr. Gelzer (1847–1906), Prof. der alten Gesch., u. der Clara Thurneyssen;
    3 T.

  • Leben

    D. wurde zum Volksschullehrer ausgebildet, aber der junge Berliner Lehrer, gefühlsstark, ehrgeizig und begeisterungsfähig, weitete schon in seinen frühen Berufsjahren seine Interessen ins Allgemeine, den verschiedenen „lebensreformerischen“ Bestrebungen des Anti-Alkoholismus, der „Ethischen Kultur“ nahestehend. Schicksalhaft wurde für ihn die Begegnung mit der Lehre von Henry George und dessen deutschem Verkünder, Michael Flurscheim: daß der Boden dem kapitalistischen Marktbetrieb entzogen werden müsse, da er anderer Natur sei als die übrige Ware. Aber indem sich D., seit 1895 freier Publizist, ganz dieser Frage des Bodenrechtes zuwandte, wurde er selber auch für diese schicksalhaft. Er war 1896 an Fr. Naumanns Seite einer der Begründer (und später zweiter Vorsitzender) des Nationalsozialen Vereins gewesen, schied aber nach dem Mißlingen dieses Versuches 1903 aus der Parteipolitik aus - der „Bund für Bodenreform“, eine überparteiliche Organisation, wurde für D. das Instrument einer weitreichenden Sozial- und Volkspädagogik. Obgleich er sich wohl selber auch für einen Theoretiker hielt und mit viel Fleiß die Geschichte der ökonomischen Lehrmeinungen wesentlich unter dem Gesichtspunkt der bodenrechtlichen Beurteilung durchpflügte, war seine Begabung auf das Praktisch-Konkrete gerichtet. So gewann er einen großen und fruchtbaren Einfluß auf die Bodenvorratspolitik der deutschen Gemeinden und auf die Steuerpolitik (Steuer nach dem „gemeinen Wert“, Besteuerung des „unverdienten Wertzuwachses“); es ist auch wesentlich sein Verdienst, daß in den Grundrechten der Weimarer Verfassung ein bodenreformerisches Bekenntnis Aufnahme fand. Als Redner und Publizist war D. unermüdlich, formal von großer Gewandtheit, mit einem gewissen Lyrismus des Vortrags; in seinen Grundantrieben ethisch-humanitär bestimmt, höchst wirkungsvoll als Vereinfacher. - D. theol., Dr. iur. et med. honoris causa. Das Schrifttum D.s, der auch die „Blätter für Bodenreform“ und das „Jahrbuch der Bodenreform“ herausgab, ist sehr weitschichtig und in zum Teil sehr großen Auflagen verbreitet. In einer mehrbändigen Autobiographie „Aus meinem Leben“ (1924, Werke) und „Zeitwende“|(1925), die unter dem Titel „Ein Leben für Nation und Sozialismus“ später (1934) eine Neubearbeitung erfuhr, hat D. anschaulich, gelegentlich stark subjektiv, einen umfassenden Lebensbericht gegeben.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Bodenreform, 1913;
    Gesch. d. Nationalökonomie, 1913;
    Aufgaben d. Gemeindepolitik, 1913;
    Volkstümliche Redekunst, 1913;
    Gesch. d. Redekunst, 1913; W-Verz. in:
    Wi. 1935.

  • Literatur

    M. Vorgrimler, D. u. d. dt. Siedlungsbewegung, in: Caritas, 1935, S. 251-56;
    Th. Heuss, in: Hilfe, 1935, S. 372;
    A. Graebert, in: Hochwart, 1935, S. 399;
    J. Wagenbach, in: Zbl. f. Soz. Pol., 1935, S. 973;
    M. Liertz, A. D. u. d. dt. Bodenreform, 1948;
    E. Lubahn, Die städt. Grundrente, 1952;
    Rhdb. (P).-Qu.: Restnachlaß im BA. Koblenz.

  • Autor/in

    Theodor Heuss
  • Empfohlene Zitierweise

    Heuss, Theodor, "Damaschke, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 497-498 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11906121X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA