Zink, Jörg

Lebensdaten
1922 – 2016
Geburtsort
Elm bei Schlüchtern (Hessen)
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Namensvarianten

  • Zink, Georg
  • Zink, Jörg Paul
  • Zink, Georg Paul
  • Zink, Jörg
  • Zink, Georg
  • Zink, Jörg Paul
  • Zink, Georg Paul

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Zitierweise

Zink, Jörg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143047.html [16.02.2026].

CC0

  • Zink, Jörg (Georg) Paul

    | evangelischer Theologe, Schriftsteller, Publizist, * 22.11.1922 Elm bei Schlüchtern (Hessen), † 9.9.2016 Stuttgart, ⚰ Stuttgart, Waldfriedhof.

  • Genealogie

    V Max Joseph (Maria) (1892–1926, kath., später ev., 2] 1926 Martha Mahle, 1891–1983, Lehrerin, Psychagogin in Ulm, ev., T d. Theodor Friedrich Mahle, 1851–1918, Ober-Ing. in St., s. NDB 15*), aus Kronach (Oberfranken), Gärtner, Verl.angest. in St., S d. Johann Baptist (1866–1940), Rechnungsrat in Aschaffenburg, u. d. Therese Dittenhöfer (1869–1955), beide aus Kronach;
    M Thekla Maria (1896–1925, ev.), aus Plattenhardt b. Filderstatt (Württ.), Kindergärtnerin, T d. Christoph Friedrich Geiger (* 1859), Stationskdt. in Wangen (Allgäu), u. d. Pauline Rosine Darsch (* 1869);
    2 B Gerhard(t) (1919–2003), Dr. rer. nat., Ornithol., wiss. Mitarb. d. Vogelwarte Radolfzell d. MPI f. Verhaltensphysiol. (s. Vogelwarte 42, 2003, S. 282; Anz. d. ornithol. Ges. Bayerns 43, 2004, S. 87), Friedrich (1921–45), 1 Halb-B Theodore H. (eigtl. Hans Theodor) (1925–1980), emigrierte 1947 in d. USA, Übers.;
    Stuttgart 1950 Heidi Renate (1925–2021, ev.), Musikpäd., T d. Rudolf Daur (1892–1976), ev. Pfarrer in St., u. d. Elisabeth Steinheil (1899–1992);
    1 S Christoph (* 1951), Dr. med., Epidemiol., med.-fachwiss. Publ. in B., 1979–84 Mitarb. am Inst. f. Soz. med. u. Epidemiol. d. Bundesgesundheitsamts, 1982–89 Cheflektor im Fachbereich Med. d. Verl. Walter de Gruyter &
    Co., Berlin (s. L), 3 T Angela (* 1953), Dr. rer. pol., Prof. f. Rheuma-Epidemiol. an d. Klinik f. Rheumatol. u. Klin. Immunol. d. Charité u. seit 1997 stellv. wiss. Dir. d. Dt. Rheuma-Forsch.zentrums, Berlin;
    Monika (* 1957), Dipl.-Soz.päd. in Berlin, Lina Cordula (* 1962), Dipl.-Kulturwiss., Künstlerin, Heilpraktikerin f. Psychotherapie.

  • Biographie

    Z. wuchs in Schlüchtern-Elm auf dem 1919 von seinen Eltern erworbenen Habertshof auf, einem christlichen Bruderhof und Zentrum der Neuwerk-Bewegung. Nach dem Tod der Eltern lebte er seit 1927 mit Brüdern und Stiefbruder bei seiner Stiefmutter in Ulm.

    Hier erlangte er 1940 am humanistischen Gymnasium das Abitur, wurde zur Luftwaffe einberufen und seit 1942 als Bordfunker in einem Zerstörergeschwader eingesetzt. Nach kurzzeitiger US-amerik. Kriegsgefangenschaft bis Ende 1945 studierte Z. bis 1950 in Tübingen Philosophie und ev. Theologie, u. a. bei Romano Guardini (1885–1968), Eduard Spranger (1882–1963) und Helmut Thielicke (1908–1986). 1951 trat er ein Vikariat in Stuttgart an, lehrte seit 1952 als Repetent am Ev. Stift Tübingen und wurde 1955 mit einer Arbeit zur theol. Ethik bei Thielicke an der Univ. Hamburg zum Dr. theol. promoviert. 1955–57 arbeitete Z. als Gemeinde- und Jugendpfarrer in Esslingen/Neckar, danach in Gelnhausen und Berlin(-West) als Leiter des Burckhardthauses, einer Zentrale der Mädchenarbeit der Ev. Kirche in Deutschland. Hier baute er den Burckhardthaus-Verlag auf und produzierte erste audiovisuelle Medien zum Gebrauch in Gemeinden (Tonträger u. Diapositiv-Serien mit Begleittexten) sowie Fernsehreportagen und -beiträge. Seit 1961 wirkte Z., der seitdem in Möhringen bei Stuttgart lebte, als Fernsehbeauftragter der Württ. Landeskirche beim Südfunk Stuttgart, gestaltete Fernsehgottesdienste, produzierte Dokumentationen (u. a. Von Ur bis Golgatha, 1965; Das mühsame Leben d. Georg Wandel, 1968) und einen Spielfilm (Die Söhne d. Lichts, 1971).

    Einem breiten Publikum bekannt wurde er durch das „Wort zum Sonntag“, das er seit 1964 fast 100 Mal in der ARD sprach. 1968 war Z. maßgeblich an der Gründung des Ev. Pressehauses in Stuttgart und der Produktionsgesellschaft Imatel-Film beteiligt. 1980 auf eigenen Wunsch vom kirchlichen Dienst beurlaubt, veröffentlichte Z. in den Folgejahren umfangreiche Werke zur christlichen Kunst (Bildwerk z. Bibel, Gesch. u. Umwelt, 5 Bde. u. Erg.bd., 1980/81; Dia-Bücherei christl. Kunst, 24 Bde., 1981–88, mit G. Heidecker u. a.). Er entwickelte Vorschläge für neue Liturgien und schrieb eine erfolgreiche Ratgeberserie.

    Z. entfaltete eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit (über 300 Titel in mehr als 800 Ausgg., 140 Überss. in 21 Sprachen). Einen Schwerpunkt bildeten Übertragungen biblischer Texte in eine zeitgemäße Sprache, darunter ausgewählte Tageslesungen (Womit wir leben können, 1963) sowie Ausgaben des vollständigen NT (1965) und zentraler Teile des AT (1966). Diese, zusammen auch als „Jörg-Zink-Bibel“ bekannten, stark paraphrasierenden und ebenso erfolgreichen wie umstrittenen Übertragungen überarbeitete er später und näherte sie dabei sprachlich der „Einheitsübersetzung“ (1980) an (Die Bibel, neu in Sprache gefasst, Textausg. 1998, bebilderte|Sonderausg. 1998, Ausg. mit Bildern aus d. modernen Kunst 2016). Zudem verfaßte Z., z. T. mit seiner Ehefrau, Kinder- und Jugendbücher sowie Bücher zum historischen Hintergrund der Bibel und beteiligte sich 1969–2011 regelmäßig als Redner auf Ev. Kirchentagen, wo er sich neben Bibelarbeiten v. a. ökologischen und politischen Themen widmete.

    Weitere Schwerpunkte in Z.s Schaffen bilden Veröffentlichungen zu ökologischen Fragen (Die letzten sieben Tage d. Schöpfung, 1970; Kostbare Erde, Bibl. Reden über unseren Umgang mit d. Schöpfung, 1981; Schöpfungsglaube, Alles ist gut, denn in allem ist Gott, 2006) und zur Friedensbewegung (Wie übt man Frieden? Über d. Umgang mit dem Bösen u. d. Liebe z. Feind, 1982). Z. war an der Gründung der Partei „Die Grünen“ in Baden-Württemberg 1979 beteiligt und unternahm für Filmproduktionen und zum Aufbau eines Photoarchivs seit 1970 zahlreiche Reisen in Länder des Nahen Ostens (Was wird aus diesem Land? Begegnungen in Israel, 1975).

    Z.s späte Werke sind von Mystik und persönlicher Glaubenserfahrung geprägt (Dornen können Rosen tragen, Mystik – d. Zukunft d. Christentums, 1997; Die goldene Schnur, Anleitung zu e. inneren Weg, 1999). Sie werfen Fragen der Ökumene auf (Die e. Kirche, wann endlich?, 2002; Die Wahrheit macht uns zu Freunden, Wie Christen morgen miteinander leben wollen, 2009, mit A. Grün) und weisen auf Gemeinsamkeiten der Religionen hin (Entdecken, was uns verbindet, Spirituelle Texte aus allen Religionen, 2008). Zudem legte Z. Neufassungen christlicher Grundaussagen (u. a. Das Vaterunser, 2005) und autobiographische Betrachtungen vor.

    Z. war durch seine Filme und das „Wort zum Sonntag“ sowie als Publizist und christlicher Sprecher der Friedens- und Ökobewegung über Jahrzehnte einer der bekanntesten und einflußreichsten dt. Theologen, ohne je Lehrstuhlinhaber gewesen zu sein. Mit seinen Überlegungen, Christsein im 20. Jh. selbstbewußt und politisch neu zu denken, prägte er die prot. Kirchen- und Theologiegeschichte.

  • Auszeichnungen

    |Bundesnaturschutz-Preis (1983);
    Wilhelm-Sebastian-Schmerl-Preis (1996);
    Predigtpreis d. Verl. f. d. Dt. Wirtsch. (2004);
    Staufermedaille in Gold (2012) u. Prof.titel d. Landes Baden-Württ. (2015).

  • Werke

    Weitere W Der gr. Gott u. unsere keinen Dinge, 1958;
    Dies Kind soll unverletzet sein, Gebete f. Mutter u. Kind, 1962;
    Deine Zeit u. alle Zeit, Ein Buch f. d. junge Generation, 1964;
    Was Christen glauben, 1969/2014;
    Die Welt hat noch e. Zukunft, Eine Anregung z. Gespräch, 1971;
    Kriegt e. Hund im Himmel Flügel? Rel. Fragen b. d. Erziehung in d. ersten sechs Lebensj., 1972;
    Erfahrung mit Gott, Einübung in d. christl. Glauben, 1974;
    Was bleibt, stiften die Liebenden, 1979;
    Der Morgen weiß mehr als d. Abend, Bibel f. Kinder, 1981;
    Mehr als drei Wünsche, 1982;
    Vielleicht ist es noch nicht zu spät, Bibl. Reden, 1983;
    Trauer hat heilende Kraft, 1985;
    Tief ist d. Brunnen d. Vergangenheit, Eine Reise durch d. Ursprungsländer d. Bibel, 1988;
    Ich werde gerne alt, 1989;
    Zwölf Nächte, Was Weihnachten bedeutet, 1991;
    Wie wir feiern können, 1992 (mit H.-J. Hufeisen);
    Was kommt n. d. Leben?, 1993;
    Die sieben Zeichen, Die Wunder im Johannesevangelium als Zeichen z. Heilwerden, 1994;
    Neue Zehn Gebote, 1995/2016;
    Das christl. Bekenntnis, Ein Vorschlag, 1996;
    Der Singvogel, Das neue Gesangbuch, 1997;
    Die Urkraft des Heiligen;
    Christl. Glaube im 21. Jh., 2003;
    Ruf in die Freiheit, Entwurf e. zukunftsfähigen christl. Ethik, 2007;
    Jesus, Funke aus d. Feuer, 2008;
    Vom Geist d. frühen Christentums, Den Ursprung wissen, das Ziel nicht verfehlen, 2011;
    Auferstehung – und am Ende e. Gehen ins Licht, 2011;
    Gottesgedanken, Vom inneren Weg e. Christen, 2012;
    Das offene Gastmahl, 2013;
    Autobiogr.: Sieh n. d. Sternen, gib acht auf d. Gassen, Erinnerungen, 1992;
    Binde deinen Karren an e. Stern, J. Z. im Gespräch mit M. Krauss, Dokumentarfilm in d. ZDF-Reihe „Zeugen d. Jh.“, 1995;
    Ufergedanken, 2007;
    Die Stille der Zeit, Gedanken z. Älterwerden, 2012;
    Deine Wege werden kürzer, fürchte dich nicht!, 2013;
    Bibliogr. in d. persönl. Internetseite;
    Nachlaß: Staatsbibl. zu Berlin, Hss.abt. (ausgew., z. T. digitalisierte Typoskripte v. Predigten, Vortrr., Drehbüchern u. a., P).

  • Literatur

    |Aufrecht unter dem Himmel, FS z. 90. Geb.tag, 2012 (mit H.-J. Girock u. a.);
    M. Morgenroth, J. Z., 2012 (W, L, P);
    M. Drobinski, Er war so frei, in: SZ v. 13.9.2016 (P);
    R. Soldt, in: FAZ v. 13.9.2016 (P);
    A. Vollmer, Die Neuwerkbewegung, Zw. Jugendbewegung u. rel. Sozialismus, 2016;
    G. Ruddat, Gottes wahrer Grüner, in: Dtld.funk Kultur v. 10.9.2017;
    Mitt. v. Dr. Christoph Zink.

  • Autor/in

    Matthias Morgenroth
  • Zitierweise

    Morgenroth, Matthias, "Zink, Jörg (Georg) Paul" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 725-726 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143047.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA