Lebensdaten
1923 bis 2012
Geburtsort
München
Sterbeort
Berg/Starnberger See
Beruf/Funktion
Sportjournalist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 107488817 | OGND | VIAF: 76836089
Namensvarianten
  • Valérien, Harry
  • valerien, harry
  • Valérien, Harry

Biografische Lexika/Biogramme

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Zitierweise

Valérien, Harry, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd107488817.html [20.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinz W. (1900–39), Pressephotogr. in M. (s. L);
    M N. N. ( 1937, Verkehrsunfall);
    3 jüngere Geschw;
    1960 Randi Sörensen (* 1937), norweg. Skirennläuferin, Aktivistin f. nukleare Abrüstung, Montessori-Päd.;
    2 T Tanja (* 1962, Stefan Glowacz, * 1965, Bergsteiger, Extremkletterer), Laila (1964–2007).

  • Leben

    V. wuchs in München auf, wo er die Herrnschule für ev. Kinder besuchte. In seiner Jugend war er als Fußballspieler, Schwimmer und Skifahrer aktiv. Die Olymp. Sommerspiele von Berlin 1936 weckten in ihm den Wunsch, Sportreporter zu werden. Auf Betreiben seines Großvaters, der nach dem frühen Tod der Eltern als Vormund eingesetzt worden war, nahm er jedoch im Alter von 15 Jahren in München eine Mechanikerlehre auf. 1942 einberufen, verbrachte V. den Krieg überwiegend als Gebirgsjäger im Kaukasus, entkam 1945 russ. Gefangenschaft und gelangte mit amerik. Hilfe in seine Heimatstadt zurück. Hier nahm er 1946/47 am zweiten Lehrgang der „Vorbildungskurse für Journalisten“ bei dem Medienwissenschaftler Otto Groth (1875–1965) teil. 1947 folgte ein zweijähriges Volontariat beim „Münchner Merkur“, für den er anschließend als Redakteur tätig war. 1951 wechselte V. zum Bayer. Rundfunk, der ihn 1952 als Reporter zu den Olymp. Winterspielen nach Oslo schickte. Außer 1956 berichtete er bis 1996 von allen weiteren Sommer- und Winterspielen. Seine Spezialgebiete waren der Wintersport, primär der alpine Skilauf, und das Schwimmen.

    1962 ging V. als Leiter der Abteilung „Sportfilm/Dokumentation“ (bis 1970) zum ZDF. Hier gehörte er 1963 zu den Mitbegründern des „Aktuellen Sportstudios“, dessen innovatives Format – die Mischung aus Sportberichterstattung und Talkshow – spätere Sportsendungen im Fernsehen prägte. Bis 1988 moderierte V. 283 Sendungen. Für die Reihe „Der Sport-Spiegel“ produzierte er 1967 Fernsehbeiträge über Max Schmeling (1905–2005) und Sepp Herberger (1897–1977) sowie 1979 eine viel beachtete dreiteilige Sendung über Helmut Schön (1915–96). Darüber hinaus trat er als Autor populärer Buchdokumentationen vorzugsweise zu Olymp. Spielen sowie Fußballweltmeisterschaften und -europameisterschaften hervor und moderierte 1977–86 die Magazinsendung „Telemotor“. 1983 lehnte er das Angebot ab, Sportchef des ZDF zu werden, um weiterhin als Reporter tätig sein zu können. Nach seinem Ausscheiden aus dem „Sportstudio“ trat er 1988/89 neben Amelie Fried (* 1958) als Moderator der Talkshow „Live“ im ZDF in Erscheinung und arbeitete 1990–97 für die privaten Fernsehsender sat1 und Premiere v. a. als Kommentator von Golfturnieren.

    Der Reporter V. verband hohe Fachkompetenz mit lebendiger Sprache und emotionalem Engagement, das jedoch nie Zweifel an seiner journalistischen Distanz und Unabhängigkeit aufkommen ließ. Als Moderator und Interviewer begegnete V. seinen Gästen mit Respekt und Fairness, jedoch auch mit kritischen Fragen, was ihm ein dankbares Publikum weit über den Kreis der Sportbegeisterten hinaus sicherte. V. führte als einer der ersten Fernsehjournalisten in Deutschland bis dahin vernachlässigte Themen wie Doping (1977) in die Sportberichterstattung ein. Im Ruhestand lebte er in Berg/Starnberger See.

  • Auszeichnungen

    A Goldene Kamera (1965); Bambi in Bronze (1970), in Gold (1972), als bester Sportreporter (1979); Bester Olympiareporter in Innsbruck u. Montreal (1976); Goldener Gong (1981); Goldene Ehrennadel d. Stadt München (1983); Telestar (1988); SonderBambi „Unknockable Stars“ (1990); Bayer. Sportpreis f. herausragende Präsentation d. Sports (2002); Ehrenpreis d. Bayer. Min.präs. b. Bayer. Fernsehpreis (2004); Herbert Award (2009).

  • Werke

    W u. a. H. V.s Sport-Reporte, Bilder, Ereignisse, Dok., 1985;
    Golf, Faszination e. Weltsports, 1989.

  • Literatur

    L D. Dau, in: SZ v. 13. 10. 2012 (P);
    P. Krull, in: Die Welt v. 13. 10. 2012 (P);
    R. Zorn, in: FAZ v. 13. 10. 2012 (P);
    A. Fried, in: Die Zeit v. 18. 10. 2012 (P);
    Kosch, Lit.-Lex. 3 (W);
    Munzinger;
    Fernsehporträt: Lebenslinien, Jenseits d. Mikrofons, H. V., Regie: F. Deubzer, Bayer. Rundfunk, 2010; – zu Heinz W.: E. Angermair, Pressefotografie während d. NSZeit, dargest. am Bsp. d. Münchner Lokalpresse, in: Fotografie gedruckt, Rundbrief Fotografie, Sonderh. 4, 1998, S. 41–45

  • Autor/in

    Claus Melchior
  • Empfohlene Zitierweise

    Melchior, Claus, "Valérien, Harry" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 702-703 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107488817.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA