Lebensdaten
1736 bis 1816
Geburtsort
Unterhattenhofen (heute Hattenhofen bei Fürstenfeldbruck)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Sänger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119392976 | OGND | VIAF: 54957006
Namensvarianten
  • Vallesi, Giovanni
  • Walesi, Giovanni
  • Valesi, Johann Evangelist
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Zitierweise

Valesi, Giovanni, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119392976.html [26.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Dominicus Melchior (oder Joseph?), Bauer, Mesner u. Lehrer in H., später Lehrer in Mammendorf b. F.;
    M Maria Nidermayr (Niedermeier), aus Hörbach b. F.;
    Adoptiv-V Maximilian Gf. v. (Massimiliano Conte di) Valvasone (Valvasoni) (1708–73), Pfarrer 1738 in Massenhausen, 1739 in Günzlhofen b. F., freising. Geistl. Rat u. Dechant, 1758 Domkanonikus in Lüttich (s. L);
    B Dominicus Johann Baptist Walleshauser (* 1740), Musiker;
    München 1775 Maria Magdalena (1743/44–1819), T d. Xaver Mindl, Tuchmacher, Hauspfleger im Klosterhaus d. Augustinerchorherrenstifts Bernried in M.;
    2 S Joseph (1778–1807), Sänger, Tenor, Georg Fidelis (1779–93), Student, 5 T Maria Anna (1776–92), Sängerin, Maria Magdalena (1781–n. 1827, Philipp H. Köhl, * 1772, Schausp., Sänger, Bariton),|Schausp., Crescentia (1785–1854, Johann Paul Mauermaier, 1782–1822, bayer. Steuerrevisor, Geometer b. d. kgl. Katasterkomm.), Sängerin, Altistin, Aloisia (* 1787), Thekla (1789–1868, Franz Xaver Degele, 1797–1872, Tenor, Hofchoralist in M.), Sängerin, Altistin;
    E Paul Eugen Degele (1830–86), aus M., Sänger, Bariton, Geiger, Musikpäd., Komp. (s. Kutsch-Riemens).

  • Leben

    Über V.s Kindheit informiert ausschließlich Felix Joseph Lipowsky (1764–1842) in seinem „Baierischen Musik-Lexikon“ (1811). Demgemäß wurde V. als Kind vom Pfarrer zu Günzlhofen, Max Gf. v. Valvasone, adoptiert und zunächst auf das Collegium Georgianum in München geschickt. Nachdem sein musikalisches Talent hervorgetreten war, übernahm der Freisinger Hofkapellmeister Placidus v. Camerloher (1718–82) seine Ausbildung; 1754 wurde V. zum Hofsänger des Freisinger Fürstbischofs, Kardinal Johann Theodor von Bayern (1703–63), ernannt. In dieser Funktion unternahm er erste Konzertreisen, u. a. nach Amsterdam, Nancy und Brüssel. 1756 trat V. in die Dienste von Hzg. Clemens Franz von Bayern (1722–70), der in München eine eigene Hofmusik unterhielt. Im selben Jahr vom Herzog auf eine Studienreise nach Padua geschickt, nahm er in dieser Zeit die italianisierte Form seines Namens an. Nach seiner Rückkehr trat er bereits zuweilen an der Münchner Hofoper auf, so 1763 im „Artaserse“ von Hofkapellmeister Andrea Bernasconi (1706–84); nach dem Tod des Herzogs 1770 wurde V. von Kf. Max III. Joseph (1727–77) als Hofsänger in der Hofkapelle übernommen.

    V. wirkte an der Münchner Hofoper zumeist in Rollen des secondo uomo, in den 1770er Jahren gelegentlich auch als primo tenore – dies jedoch nur, wenn der etatmäßige primo uomo Domenico de’ Panzacchi durch Gastspiele verhindert war, so 1774 in Pietro Pompeo Sales’ (1729–97) Karnevalsoper „Achille in Sciro“ sowie 1776 in Joseph Michls (1745– 1816) „Trionfo di Clelia“. V. trat in München auch als Kirchensänger hervor und wirkte in Oratorien mit, etwa 1775 in „Betulia liberata“ von Bernasconi sowie 1777 in dem Fastenoratorium „Isacco, figura del Redentore“ Joseph Myslivečeks (1737–81). Während einer ausgedehnten Gastpielreise 1770–75 durch Italien trat er u. a. 1773 in Neapel und Venedig auf, wo er in der Karnevalsoper „Solimano“ von Johann Gottlieb Naumann (1741– 1801) mitwirkte, sowie in Siena, Florenz und Mailand. 1777/78 führte ihn eine Reise nach Prag, Dresden und Berlin. 1781 sang V. in der Münchner Uraufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Idomeneo“ die Rolle des Gran Sacerdote. Seine Mitwirkung in dessen „La Finta Giardiniera“ von 1775 ebenfalls in München (Belfiore) kann zwar angenommen werden, ist jedoch nicht gesichert.

    V. galt nicht nur als einer der führenden dt. Tenöre seiner Zeit, sondern auch als herausragender Pädagoge. Als Sänger wie als Pädagoge wurde er auch von Mozart sehr geschätzt (Brief an den Vater v. 2. 10. 1777). Nach seiner Pensionierung (lt. Lipowsky 1798, nach anderen Quellen vermutlich aber bereits 1794) verlegte sich V. ganz auf das Unterrichten. Mehr als 200 Sänger gingen aus seiner Schule hervor, u. a. Valentin Adamberger (1743–1804), der Belmonte der Uraufführung von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“; auch Carl Maria v. Weber (1786– 1826) war sein Schüler während seines Münchner Aufenthaltes 1798–1800. Um 1811 beendete V. seine Unterrichtstätigkeit. Im April 1800 besaß er das Gut Längenmoos bei Günzlhofen als Lehen des Augustinerchorherrenstifts Bernried. Bis zur Säkularisation hatte er die von seinem Schwiegervater übernommene Hauspflegschaft des Bernrieder Klosterhauses in der damaligen Sendlingergasse in München inne, die ihm freie Wohnung eintrug. Laut einem Eintrag im Münchner Kirchenbuch starb V. an „Brustwassersucht“.

  • Auszeichnungen

    A Gedenkstein in Hattenhofen (1965); Erinnerungstafel am Haus München, Sendlingerstr. 23.

  • Literatur

    L R. Münster, W. A. Mozarts „Bernrieder Kanon“, Die Gesch. e. Legende, in: Mozart-Jb. 1962–63, S. 178–84;
    ders., Hzg. Clemens Franz v. Paula v. Bayern (1772–1770) u. seine Münchener Hofmusik, 2008;
    H. Schmid, Zur Biogr. d. bayer. Hofsängers G. V. (Walleshauser), in: Musik in Bayern 10, 1975, S. 28–30;
    K. Böhmer, W. A. Mozarts Idomeneo, 1999;
    F. J. Lipowsky, Baier. Musik-Lex.;
    MGG;
    Grove 2 ;
    Kutsch-Riemens;
    Kosch, Theater-Lex.;
    Die Bistümer d. Kirchenprovinz Mainz, Das Bm. Augsburg 3, Das Augustinerchorherrenstift Bernried, GS 3 F. 3, 2011, S. 225, 285, 303 u. 362;
    L. Wolf, Vom Mesnerbub z. Hofopernsänger, Johannes Walleshauser vulgo G. V. u. seine musikal. Nachkommen, in: Musik in Bayern (in Vorbereitung);
    zu Maximilian Gf. v. Valvasone: M. Weitlauff, Kard. Johann Theodor v. Bayern (1703–1763), Fürstbf. v. Regensburg, Freising u. Lüttich, 1970, S. 277, 438 u. 598; D. Jozic, Liège sous la crosse d’un Wittelsbach, Contribution à l’histoire politique et diplomatique de la principauté de Liège durant les douze premières années du règne de Jean-Théodore de Bavière (1744–1755), Diss. Liège 2007.

  • Autor/in

    Stephan Hörner
  • Empfohlene Zitierweise

    Hörner, Stephan, "Valesi, Giovanni" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 703-704 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119392976.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA