Lebensdaten
1864 bis 1953
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Apotheker
Konfession
-
Normdaten
GND: 117658588 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Stich, Conrad
  • Stich, Konrad

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Stich, Conrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117658588.html [20.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. ( 1869), Kolonialwarengroßhändler;
    M N. N.;
    1896 Frida Plenge;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    S. besuchte 1870–1881 die Bürgerschule, später die Realschule in Leipzig. Nachdem durch seinen Lehrer Christian Rudolf König (1833–91) sein Interesse an der Apothekerlaufbahn geweckt worden war, absolvierte S. 1881–84 eine Apothekerlehre in der Löwen-Apotheke in Annaberg (Sachsen), wo er auch den Breslauer Chemiker Adolf Ferdinand Duflos (1802–89) kennenlernte. Während seines zweiten Lehrjahres schrieb S. erste Arbeiten, für die ihm von der pharmazeutischen Kreisorganisation ein Mikroskop als Preis zuerkannt wurde. Nach dem Vorexamen 1884 in Zwickau folgten bis 1887 Konditionsjahre in Deutschland, im (damals zum dt. Reich gehörenden) Elsaß und in der Schweiz. Anschließend begann S. ein Universitätsstudium in Leipzig, wo er 1890 die pharmazeutische Staatsprüfung bestand und bei Wilhelm Pfeffer (1845–1920) zum Dr. phil. promoviert wurde (Die Atmung d. Pflanzen b. verminderter Sauerstoffspannung u. bei Verletzungen). Seine Lehrer waren u. a. die Chirurgen Karl Thiersch (1822–95) und Friedrich Trendelenburg (1844–1924) sowie die Chemiker Ernst Beckmann (1853–1923) und Johannes Wislicenus (1835–1902). Nach Ableistung seines Militärdienstes erhielt S. 1891 im Leipziger Städt. Krankenhaus St. Jacob eine Stelle als Apothekenleiter (1903 Oberapotheker). Zudem erlangte S. 1903 die Personalkonzession für die Leipziger Kreuz-Apotheke, die er umgestaltete und zu einer vorbildlichen Arbeits- und Ausbildungsstätte machte. Als im Dez. 1943 die Kreuz-Apotheke zerstört wurde, zog S. zu seinen Töchtern nach Wurzen (b. Leipzig), wo er ein analytisches Laboratorium einrichtete. Dort unterrichtete er und führte bakteriologische Untersuchungen für gynäkologische Praxen durch. Im Juli 1945 kehrte S. wieder nach Leipzig in ein neugebautes Laboratorium zurück und übernahm 1947–50 einen Lehrauftrag an der Universität sowie die kommissarische Leitung der Albert-Apotheke, welche er als erste Poliklinik-Apotheke bis 1950 leitete.

    S. war einer der bekanntesten praktischen Apotheker in Europa. Sein Lehrbuch „Bakteriologie, Serologie und Sterilisation im Apothekenbetriebe“ (1904, 61950, span. 1932) verschaffte ihm auch in Südamerika Anerkennung. Er war der erste und später einer der bedeutendsten Hersteller von sterilen Zusammensetzungen für die Bakteriologie und Serologie und produzierte diverse überregional bekannte Präparate (u. a. Dulfolan, Ergotin, Lipomfett). Sein besonderes Interesse galt den parenteralen Arzneiformen und der Wichtigkeit der Sterilisation für den Apothekenbetrieb. Ferner befaßte sich S. intensiv mit dem Leben von Friedrich Wilhelm Sertürner (1783–1841), dessen sterbliche Überreste er 1917 in der Sertürner Familiengruft nahe Einbeck identifizierte und dem er einen Gedenkstein errichten ließ. S. war auch ein begeisterter Sportler und seit 1887 Mitglied des Allgemeinen Turnvereins Leipzig (seit 1920 Ehrenmitgl.).

  • Auszeichnungen

    A Ehrenmitgl. d. Ges. f. Gesch. d. Pharmazie (1934); Vors. d. Leipziger Apotheker-Ver.; sächs. HR (vor|1914); Sertürner-Medaille d. Dt. Pharmazeut. Ges. (1929); Goethe-Medaille f. Kunst u. Wiss. (1944).

  • Werke

    Weitere W u. a. Leitfaden f. d. pharmazeut. Unterr., 1922, 21935;
    Friedrich Sertürner u. wir, in: Apotheker-Ztg. (Beil.) 2, 1933, S. 96 f.;
    Chemie d. Lipomfettes, in: Zbl. f. Chirurgie 61, 1934, S. 1093 f.

  • Literatur

    H. Trabert, Pharmazeut. Zentralhalle 92, 1953, S. 353 (P);
    Pharmazie 8, 1953, S. 889–91;
    Autobiogr. v. C. S., Eingeführt u. komm. v. H. Gittner, in: FS z. 65. Geb.tag v. G. E. Dann, 1963, S. 43–76 (P);
    E. Fickweiler u. E. Matzke, C. S., prakt. Lehrer u. Wiss., in: medicamentum 15, 1974, S. 218–20 (P);
    C. Friedrich u. F. Schmidt, Alexander Tschirch u. C. S., Zum Verhältnis zweier Apotheker, in: Pharmazeut. Ztg. 134, 1989, S. 3018–20;
    U. Naumann, Leben u. Wirken d. Apothekers C. S., 1995;
    ders. u. R. Steffen, Aufgaben d. Krankenhauspharmazie einst u. heute, Das Bsp. C. S., in: Krankenhauspharmazie 16, 1995, S. 276–79 (P);
    dies., Krankenhauspharmazie vor 100 J., Arbeitsalltag in d. Apotheke d. Krankenhauses St. Jakob in Leipzig um d. Jh.wende, in: Dt. Apothekerztg. 135, 1995, S. 1549–53 (P);
    Rhdb.;
    Pogg. VI, VII a (W);
    Dt. Apotheker-Biogr., Erg.bd. 1 u. 2.

  • Autor/in

    Holm-Dietmar Schwarz †
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Holm-Dietmar, "Stich, Conrad" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 314-315 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117658588.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA