Lebensdaten
1856 bis 1931
Geburtsort
Groß Weeden bei Ratzeburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Jurist ; Politiker ; Diplomat ; Senator ; Bürgermeister von Hamburg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117243302 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sthamer, Gustav Friedrich Carl Johann
  • Sthamer, Friedrich Gustav Carl Johann

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Sthamer, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd117243302.html [23.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1811–62), Kaufm., preuß. Gen.konsul in Havanna, Gutsbes., S d. Jürgen Nicolaus (1767–1850), Kaufm., Oberalter in H., u. d. Johanna Sophia Maria Schölermann (1776–1825); Stief-V seit 1863 Wilhelm Seelig (1821–1906), aus Kassel, Dr. phil., preuß. Geh. Reg.rat, Prof. f. Staats- u. Finanzwiss. in Kiel, MdR, Mitgl. d. preuß. LT (s. BJ XI, Tl.; Schwarz, MdR; Dt.GB 54); M Henriette (1832–1918), T d. Carl v. Jeß (1797–1835), oldenburg. Offz. (s. Dt.GB 91), u. d. Sophie v. Wasmer (1800–68); Ov Wilhelm (1807–91), Großkaufm. (s. NDB VII*); B Walter (1858–1935), Dr. iur., Chef d. pol. Polizei in H., Amtsverw., später Amtspräs. in Cuxhaven, Schw Sophie (1855–1940, Hermann Prell, 1854–1922, Historienmaler, Bildhauer, Prof. an d. Ak. d. Bildenden Künste in Dresden, Mitgl. d. Ak. d. Künste in Berlin, sächs. Geh. Rat, s. DBJ IV, S. 211–15 u. Tl.; ThB), Kunstmalerin; – Hamburg 1884 Elizabeth Russell (1857–1944), aus Long Island (New York, USA), T d. Otto Wilhelm Pollitz (1812–92), Kaufm. in New York, später in H., u. d. Mary Margaret Codman (1818–94); 3 S Friedrich (1885–1914 ⚔), Dr. iur., RA, Robert (1890–1961), Kaufm. in H., Otto (1893–1915 ⚔), 2 T Mary (Marnie) (* 1887, Otto Karlowa, 1883–1940 ⚔, Korvettenkpt.), Margaret (* 1919, Hans-Kurt Wrede, 1890–1947, Gutsbes., Amtsrat); N Gustav (Guy) (1894–1968), Dipl.; Vt Wilhelm (1864–1934), Vizeadmiral (s. NDB VII*); Verwandte Bernhard (1817–1903), aus Neubukow (Mecklenburg), Dr. phil., Apotheker, Chemiker, Gründer d. chem. Fabr. „Hell & Stahmer“ in H.-Billwerder (s. Dt. Apothekerbiogr.), Heinrich (1885–1955), Komp., Musiktheoretiker in H. (s. MGG; Kosch, Theater-Lex.).

  • Leben

    S. besuchte die Kieler Gelehrtenschule und studierte seit 1874 Jura in Heidelberg, Leipzig und Göttingen. Nach der Promotion 1879 ließ er sich in Hamburg als Anwalt nieder. In sein erstes politisches Amt kam er 1900 als Mitglied der Oberschulbehörde. 1901–04 in die Bürgerschaft gewählt, wurde S. anschließend Senator (bis 1920). Seit 1907 war er Präses der Kommission für das Zollwesen. 1912 übernahm er das Amt des Hamburger Bevollmächtigten zum Bundesrat sowie den Vorsitz der Senatskommission für Reichs- und Auswärtige Angelegenheiten, Funktionen, die er seit 1907 schon stellvertretend innegehabt hatte. Ebenfalls 1912 trat er den Vorsitz der Deputation für Handel, Schiffahrt und Gewerbe an. Im 1. Weltkrieg war S. zunächst 1915/16 im besetzten Belgien als Zivilgouverneur in Antwerpen, dann 1916/17 als Präsident der Reichskommission für Übergangswirtschaft in Berlin tätig. Nach dem Krieg vertrat er Hamburg im Staatenausschuß in Weimar, wo er auch an der neuen Reichsverfassung mitarbeitete. Kurzzeitig amtierte er als Erster Bürgermeister von Hamburg (22. 12. 1919–3. 2. 1920).

    S., der im April 1918 eine für die Reform des Auswärtigen Dienstes wesentliche Denkschrift mitverfaßt hatte und mit Fragen des Handels, der Schiffahrt und Wirtschaft sowie über seine persönlichen Kontakte mit der engl. Oberschicht vertraut war, wurde am 19. 1. 1920 in den Auswärtigen Dienst berufen, als Geschäftsträger nach London entsandt und noch im selben Jahr zum ersten Nachkriegsbotschafter in England ernannt. Er blieb mit zehn Dienstjahren eine ungewöhnlich lange Zeit auf seinem Auslandsposten. In dieser Zeit und besonders während der mit dem Vertrag von Locarno verbundenen Entspannungsphase konnte er neues Vertrauen für Deutschland aufbauen. Äußeres Zeichen hierfür ist seine Unterschrift unter dem dt.-brit. Handelsvertrag vom 2. 12. 1924, den er maßgeblich mit aushandelte. Mit dem dt. Außenminister Gustav Stresemann (1878–1929) verbanden ihn gleiche Anschauungen über die außenpolitischen Notwendigkeiten, die sich aus dem verlorenen Krieg und der Außenseiterposition Deutschlands während der 1920er Jahre ergaben. 1930 wurde S. in den Ruhestand versetzt.

  • Werke

    W Akten z. dt. auswärtigen Pol., Serien A u. B, 1966–1995; – Fam.nachlaß: StA Hamburg.

  • Literatur

    L Dt.GB. 128, 1962, S. 316 (P); H. G. Sasse, 100 J. Botschaft in London, 1963, S. 47–55; K. Doß, Das dt. Auswärtige Amt im Übergang v. Ks.reich z. Weimarer Rep., 1977, S. 279–86; Akten z. dt. auswärtigen Pol., Erg.bd. z. d. Serien A–E, 1995 (P).

  • Autor

    Martin Kröger
  • Empfohlene Zitierweise

    Kröger, Martin, "Sthamer, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 313-314 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd117243302.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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