Lebensdaten
erwähnt 1078, gestorben 1101
Beruf/Funktion
Erzbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135902711 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Egilbert von Trier
  • Egilbert von Ortenburg
  • Egilbert
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Egilbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135902711.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus bayerischem Hochadel (nicht aus dem Geschl. der Grafen v. Ortenburg);
    N Liucharda, Äbtissin des Benediktinerinnenklosters St. Irminen zu Trier.

  • Leben

    E. war bereits als Dompropst und -scholaster zu Passau Anhänger Heinrichs IV. und wurde von seinem Bischof Altmann, dem treuen Gefolgsmann Gregors VII., als Simonist exkommuniziert. Als der Trierer EB Udo von Nellenburg 1078 starb, belohnte Heinrich IV. E. für seine Dienste durch die Investitur als Trierer Metropolit am 6.1.1079, obwohl E. nur von einer Minderheit des Trierer Klerus und Volkes erwählt worden war. Damit hatte sich Heinrich IV. im Investiturstreit einen ebenso treuen, wenn auch wenig bedeutenden Nachfolger ausersehen, der auf Gedeih und Verderb mit ihm verbunden war. Erst im Herbst 1084 gelang es dem von Gregor VII. gebannten E., auf Befehl Heinrichs IV. von Bischof Dietrich von Verdun die Weihe und von Gegenpapst Clemens III. das Pallium zu erhalten. In der inneren Reichspolitik und im dramatischen Ringen zwischen Imperium und Sacerdotium mußte er sich mit einer Nebenrolle begnügen, obwohl er in seinem Manifest an die deutschen Prälaten 1080 am radikalsten gegen Gregor VII. aufgetreten war. 1080 nahm er teil an der verlorenen Schlacht Heinrichs IV. gegen Rudolf von Schwaben und salbte 1086 den kaisertreuen Böhmenherzog Wratislaw, der für seine Gefolgschaft von Heinrich IV. die Königswürde erhalten hatte. 1093 kündigten E.s drei Suffragane in Metz, Toul und Verdun ihm den Gehorsam. Immerhin scheint E. nach 1084 den Widerstand des Gregor-treuen Trierer Domkapitels und jüngeren Klerus durch personelle Änderungen und harte Strafen überwunden zu haben. E.s Huld gehörte dem Stift Sankt Simeon und dem Benediktinerinnenkloster Sankt Irminen in Trier. In letzterem setzte er seine Nichte Liucharda als Äbtissin ein. Seinen Gefolgsmann, den Mönch Theoderich, belohnte er mit der Abtswürde von Sankt Martin in Trier. Die Judenverfolgungen von 1096 im Verlauf des 1. Kreuzzuges vermochte E. nur zu mildern; die unter seinem Einfluß erfolgten Judenkonversionen waren nicht von Dauer. Unter seiner Amtszeit gewann die trierische Ministerialität als Bundesgenosse gegen den E. zumeist feindlichen Adel überragende Bedeutung.

  • Literatur

    A. Goerz, Mittelrhein. Regg. I, 1876, Nr. 1467-1564;
    H. Beyer, UB … d. … mittelrhein. Territorien I, 1860;
    Heinr. IV;
    VIII, S. 174, 184-92, V, S. 10, 266, 314, 456 u. 562;
    N. Gladel, Die trier. Erzbischöfe in d. Zeit d. Investiturstreites, phil. Diss. Köln 1932, S. 33-60.

  • Autor/in

    Richard Laufner
  • Empfohlene Zitierweise

    Laufner, Richard, "Egilbert" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 338 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135902711.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Egilbert, Erzbischof von Trier 1079—1101, war ein geborener Graf von Ortenburg in Baiern und wurde als Dompropst von Passau von König Heinrich IV., nachdem mehrere Gewählte dessen Genehmigung nicht erhalten hatten, am 6. Januar 1079 zum Erzbischof von Trier ernannt. E. war als ein eifriger Anhänger des fränkischen Königshauses excommunicirt und konnte von Papst Gregor VII. die Bestätigung seiner geistlichen Würde nicht erlangen. Dagegen focht er tapfer für seinen König in der Schlacht an der Elster am 15. Octbr. 1080 gegen den Gegenkönig Rudolf und die Sachsen. Erst im J. 1084 erhielt E. die Weihe zu Mainz und 1085 vom Gegenpapste Clemens III. auch die Bestätigung der erzbischöflichen Würde und das Pallium. Auf Befehl|Kaiser Heinrichs IV. krönte er 1086 zu Prag den Böhmenkönig Wratislaus. Während der Judenverfolgungen in Folge des ersten Kreuzzuges 1096 zeigte er sich als ein gerechter und menschenfreundlicher Regent, indem er denselben Schutz gewährte. Er starb zu Trier am 3. Septbr. 1101 und liegt im dortigen Dom begraben.

    • Literatur

      Hist. Trev. cap. LVIII—LXVI. — Beyer und Eltester, Mittelrhein. Urk.-Buch. — Görtz, Mittelrhein. Regesten.

  • Autor/in

    Eltester.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eltester, "Egilbert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 676-677 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135902711.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA