Lebensdaten
unbekannt
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Dynasten
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-
Normdaten
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Zitierweise

Konradiner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118913433.html [20.11.2017].

CC0

  • Leben

    Der Name „Konradiner“ ist moderne Konstruktion; dagegen darf an dem agnatischen Zusammenhang des Geschlechts mindestens von der Generation Konrads des Älteren an bis zu Graf Otto von Hammerstein ( 1036, Irmgard von Hammerstein, von 1043, siehe NDB X) festgehalten werden, und zwar vor allem auf Grund der Angaben des nahe verwandten Thietmar von Merseburg und einer Notiz aus den Akten des Eheprozesses des genannten Grafen. Die Stellung der Familie baut auf Grundbesitz, Gründung von Stiften und Kirchen (Stift Kettenbach 845, 879 nach Gemünden im Westerwald verlegt, Wetzlar, Weilburg, Limburg und später Humbach = Montabaur sowie Koblenz Sankt Florin) und Grafschaftsrechten im Gebiet der Lahn, später im nördlichen Hessen (Hessengau) und der Wetterau, aber auch in Thüringen auf. Die Wurzeln der Grundherrschaft der Familie lassen sich bereits um 800 und etwas später im Lahngebiet erschließen (Stammvater: vielleicht Graf Udo, 821, danach Graf Gebhard im Oberlahngau, 832/45). Grafschaften im Hessengau (seit 876), in der Wetterau (seit mindestens 909) und im Lahngau (vielleicht 750/|79, sicher seit 917/18) festigen die Machtstellung des Geschlechtes so, daß es in der mittelrheinischen „Kernlandschaft“ des Reiches eine beherrschende Funktion innehat; Graf Gebhard ( 910), wohl der Bruder Konrads des Älteren, waltet seines Amtes im Rheingau, und Konrad der Ältere 906), der Vater König Konrads I. ( 918, siehe NDB XII), erlangt 892 nach der Absetzung des Babenbergers Poppo die Stellung eines thüringischen Markherzogs; sein Bruder Rudolf ( 908) wird im gleichen Jahre Bischof von Würzburg. Um dieselbe Zeit ist der dritte Bruder Gebhard ( 910) Herzog von Lothringen (seit 903). Während die vorangehende Generation (Berengar [ 860/70], Udo und Waldo) mit Ludwig dem Deutschen gebrochen hatte und zu Karl dem Kahlen geflohen war, gelangte die Familie zu einer maßgeblichen Stellung bei den letzten deutschen Karolingern, besonders Ludwig dem Kind. Die unter Kaiser Arnulf zuerst erkennbare Rivalität gegenüber den Popponen – Babenbergern – Egbertinern dürfte kaum nur auf geringe Anlässe zurückgehen, sondern mit der sehr weit ausgreifenden Machtposition dieses Geschlechts in Mainfranken und im sächsischen Stammesgebiet (Corvey) zusammenhängen. Die Stellung der Popponen bedeutete für die Konradiner eine Gefahr, die der Sieg Adalberts von Babenberg bei Fritzlar 906 zum Ausdruck brachte. Trotzdem gelang es den K., Adalbert und seine Brüder zu beseitigen. Der Weg zum Königtum Konrads I. nach dem Aussterben der deutschen Karolinger war damit frei. Dessen Bruder Eberhard ( 939, siehe NDB IV) stand auch König Heinrich I. nahe, scheiterte aber im Kampf gegen Otto den Großen an der Parteinahme seiner Vettern Konrad ( 948, siehe NDB XII) und Udo ( 949) für den König (939). In der Folgezeit hat nur noch die Linie dieses Udo mit den Schwabenherzögen Hermann I. ( 949, siehe NDB VIII), Konrad ( 997), Hermann II. ( 1003, siehe NDB VIII), Hermann III. ( 1012) und dessen Schwester Gisela ( 1043, siehe NDB VI, Kaiser Konrad II, 1039, siehe NDB XII) sowie dem letzten agnatischen Angehörigen der Familie, dem Graf Otto von Hammerstein, eine Rolle in der Reichsgeschichte gespielt. Sicher in konradinische Zusammenhänge gehört auch der Graf Kuno „von Öhningen“, interessant wegen der genealogischen und auch sonstigen Stellung der Familie in Süddeutschland.

  • Literatur

    K. E. Demandt, Schrifttum z. Gesch. u. geschichtl. Landeskde. v. Hessen I, 1965, S. 197;
    ders., Gesch. d. Landes Hessen, 21972, S. 140 ff.;
    E. Hlawitschka, Die Anfänge d. Hauses Habsburg-Lothringen, Genealog. Unterss. z. Gesch. Lothringens u. d. Reiches im 9., 10. u. 11. Jh., 1969, S. 45 ff.;
    H. Gensicke, Landesgesch. d. Westerwaldes, 1958, S. 43 ff.;
    U. Lennarz, Die Territorialgesch. d. hess. Hinterlandes, 1973, S. 54 ff.;
    W. Metz, Zur Herkunft u. Verwandtschaft Bischof Burchards I. v. Worms, in: Hess. Jb. f. Landesgesch. 26, 1976, S. 27-42.

  • Autor

    Wolfgang Metz
  • Empfohlene Zitierweise

    Metz, Wolfgang, "Konradiner" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 559-560 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118913433.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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